Zahlen, bitte!
„Auf Gleis 1 geht es bergauf: Die Schiefe Ebene in Oberfranken klettert mit 25 Promille die Münchberger Hochfläche hinauf.“
Wie steil ist die Schiefe Ebene?
→ Eine Steilrampe in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Schiefe Ebene in Oberfranken steigt auf 6,8 Kilometern um 157,7 Höhenmeter an. Ihre größte Neigung beträgt 25 Promille, also einen Meter Höhe auf vierzig Meter Strecke.
Zwischen den Bahnhöfen Neuenmarkt-Wirsberg und Marktschorgast liegt eine der berühmtesten Rampen der deutschen Eisenbahngeschichte.
Die Schiefe Ebene war beim Bau Mitte des 19. Jahrhunderts ein technisches Wagnis.
Bis heute gilt sie als Schule für schwere Lokomotiven und als Ziel für Eisenbahnfreunde.

Die wichtigsten Zahlen
25 ‰
größte Steigung
ein Meter auf vierzig Meter
6,8 km
Länge der Rampe
Neuenmarkt-Wirsberg bis Marktschorgast
157,7 m
Höhenunterschied
hinauf zur Münchberger Hochfläche
Eröffnet wurde die Strecke am 1. November 1848.
Wo die Schiefe Ebene liegt
Die Schiefe Ebene ist ein Streckenabschnitt in Oberfranken im Norden Bayerns.
Sie beginnt östlich des Bahnhofs Neuenmarkt-Wirsberg und endet im Bahnhof Marktschorgast.
Die Rampe führt vom Maintal hinauf zur Münchberger Hochfläche.
Dort verläuft die Wasserscheide zwischen Rhein und Elbe.
Der Abschnitt gehört zur alten Ludwig-Süd-Nord-Bahn von Bamberg nach Hof.

Die Steigung in Zahlen
Auf einer Länge von 6,8 Kilometern überwindet die Strecke 157,7 Höhenmeter.
Die größte Neigung beträgt 25 Promille.
Das bedeutet einen Meter Anstieg auf vierzig Meter Strecke.
Als Verhältnis geschrieben ist das eine Steigung von 1 zu 40.
Für eine Hauptbahn im Flachland wäre ein solcher Wert undenkbar.
Gut zu wissen
Die Angabe 25 Promille bedeutet 25 Meter Höhenunterschied auf 1000 Meter Strecke.
Eisenbahner messen Steigungen fast immer in Promille und nicht in Prozent.
25 Promille entsprechen damit 2,5 Prozent.
Warum sie trotzdem keine Steilstrecke ist
Im deutschen Eisenbahnwesen beginnt eine echte Steilstrecke erst bei 40 Promille.
Mit ihren 25 Promille bleibt die Schiefe Ebene unter dieser Grenze.
Fachlich zählt sie deshalb nicht als Steilstrecke, auch wenn der Name danach klingt.
Im Volksmund heißt der Abschnitt dennoch oft Steilrampe.
Für die Lokomotiven der Anfangszeit war die Neigung Herausforderung genug.
Zwischen welchen Bahnhöfen
Am Fuß der Rampe liegt der Bahnhof Neuenmarkt-Wirsberg.
Er war über viele Jahrzehnte der Ort, an dem schwere Züge Hilfe bekamen.
Oben endet die Rampe im Bahnhof Marktschorgast.
Dessen Gleisanlagen sind inzwischen fast vollständig zurückgebaut.
Die Strecke führt von dort weiter in Richtung Stammbach und Hof.
Der Bau von 1844 bis 1848
Die Schiefe Ebene wurde zwischen 1844 und 1848 errichtet.
Für ihre Zeit war das Bauwerk ein sehr frühes und kühnes Vorhaben.
Die Trasse wurde von vornherein für zwei Gleise vorbereitet.
Zunächst verlegte man jedoch nur ein einziges Gleis.
Bis zu 32 Meter hohe Steindämme tragen die Strecke über die Hänge.
Die Eröffnung am 1. November 1848
Am 1. November 1848 ging die Rampe in Betrieb.
Sie war Teil der Ludwig-Süd-Nord-Bahn, die Bayern von Süden nach Norden verband.
Diese Bahn führte von Bamberg bis nach Hof an der Saale.
Die größte Neigung der Gesamtstrecke lag bei 1 zu 40.
Genau dieser Wert prägt die Schiefe Ebene bis heute.
Warum ausgerechnet 25 Promille
Die Steigung von 25 Promille war kein Zufall.
Sie entsprach dem Maximum, das die damaligen Dampflokomotiven im Normalbetrieb schafften.
Steilere Varianten mit festen Dampfmaschinen am Hang wurden geprüft und verworfen.
Auch ein Betrieb mit Pferden stand einmal zur Debatte.
Am Ende setzte sich die klassische Rampe mit eigener Lok durch.
Wie die Dampfloks den Berg nahmen
Für die Rampe wurden eigene Lokomotiven beschafft.
Es waren Schlepptenderlokomotiven mit festem Radstand.
Die leichtere Klasse B zog vor allem Personenzüge.
Die stärkere Klasse C kam vor Güterzügen zum Einsatz.
Dieselben Maschinen fuhren über die Schiefe Ebene bis nach Hof.
Schieben und Vorspannen
Schwere Züge schafften den Anstieg oft nicht aus eigener Kraft.
Dann half eine zweite Lokomotive nach.
Die Klasse C versah auch den Schiebe- und Vorspanndienst.
Beim Vorspannen fuhr die Hilfslok vorn, beim Schieben hinten.
Neuenmarkt-Wirsberg war der Ort, an dem diese Hilfe bereitstand.
Die Strecke heute
Heute ist die Schiefe Ebene durchgehend zweigleisig ausgebaut.
Elektrifiziert ist sie bis heute nicht.
Auf dem anschließenden Abschnitt wurde ein zweites Gleis sogar wieder abgebaut.
Regionalzüge nehmen die Rampe im Alltag ohne großes Aufsehen.
Für Reisende ist die Steigung kaum noch spürbar.
Die Schlömener Kurve von 2001
Im Jahr 2001 kam östlich von Neuenmarkt-Wirsberg eine neue Kurve hinzu.
Sie heißt Schlömener Kurve und dient dem schnellen Neigetechnikverkehr.
Mit ihr lässt sich der Bahnhof Neuenmarkt-Wirsberg umfahren.
Züge von Bayreuth nach Hof sparen so Zeit.
Die alte Rampe blieb dabei vollständig erhalten.
Das Deutsche Dampflokomotiv-Museum
Am Fuß der Rampe liegt in Neuenmarkt das Deutsche Dampflokomotiv-Museum.
Das Museum wird mit den Buchstaben DDM abgekürzt.
Sein Bahnhof gehört zur Strecke Bamberg–Hof.
Die Lage direkt an der Schiefen Ebene ist kein Zufall.
Hier lässt sich die Geschichte der schweren Loks aus der Nähe erleben.
Ein Denkmal der Technikgeschichte
Die Schiefe Ebene steht heute unter Schutz.
Sie ist ein Kulturdenkmal nach dem Bayerischen Denkmalschutzgesetz.
Die hohen Steindämme sind auf Fels gegründet.
Ihre Außenschalen bestehen aus gemauerten Stützmauern.
So verbindet die Rampe Ingenieurskunst mit der Landschaft.
Im Vergleich mit anderen Rampen
Die bekannte Geislinger Steige in Württemberg steigt mit bis zu 22,5 Promille etwas sanfter an.
Echte Steilstrecken mit über 40 Promille gibt es dagegen vor allem in den Alpen.
Strecken wie die Arlberg-, Brenner- oder Tauernbahn weisen größere Steigungen auf.
In der Schweiz sind Gotthard- und Lötschbergbahn noch anspruchsvoller.
Für das deutsche Mittelgebirge aber bleibt die Schiefe Ebene ein Maßstab.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
Kleine Dinge, große Wirkung
Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.
Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.
Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.
In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.
Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.
So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.
