Zahlen, bitte!
„Auf Gleis 1 bereit zur Bergfahrt: die Dampfzahnradbahn auf das Brienzer Rothorn, Steigung bis zu 250 Promille.“
Wie steil ist die Brienz-Rothorn-Bahn?
→ Eine Bergbahn in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Brienz-Rothorn-Bahn überwindet auf ihrem Weg zum Gipfel eine Steigung von bis zu 250 Promille. Das sind rund 25 Höhenmeter auf je 100 Meter Strecke.
Die Brienz-Rothorn-Bahn ist eine Zahnradbahn der Bauart Abt in der Schweiz.
Sie verbindet den Ort Brienz am Brienzersee mit dem Gipfel des Brienzer Rothorns.
Die spannende Zahl steckt in ihrer Steigung, und die hat es in sich.

Die wichtigsten Zahlen
250 ‰
Größte Steigung
nach Wikipedia
7,6 km
Streckenlänge
Brienz–Rothorn
800 mm
Spurweite
Schmalspur
Die Steigung von 250 Promille macht die Bahn zu einer der steilsten Zahnradbahnen der Schweiz.
Die Antwort in einer Zahl
Die größte Steigung der Brienz-Rothorn-Bahn liegt nach Angaben in der Wikipedia bei 250 Promille.
Promille ist hier das Maß für die Neigung einer Bahnstrecke.
250 Promille bedeuten, dass die Strecke auf 1000 Meter Länge um 250 Meter ansteigt.
Umgerechnet sind das rund 25 Höhenmeter auf jeweils 100 Meter Weg.
Für eine Bahn ist das eine außergewöhnlich steile Rampe.

Was 250 Promille wirklich bedeuten
Eine normale Eisenbahnstrecke in der Ebene hat oft nur wenige Promille Steigung.
Selbst anspruchsvolle Gebirgsstrecken für normale Züge bleiben meist unter 40 Promille.
Mit 250 Promille liegt die Brienz-Rothorn-Bahn fast beim Zehnfachen einer steilen Hauptbahn.
Ein solcher Anstieg lässt sich mit glatten Rädern auf glatten Schienen nicht mehr bewältigen.
Die Räder würden auf dem blanken Stahl einfach durchdrehen.
Gut zu wissen
Promille ist bei Bahnen das übliche Maß für die Steigung und meint die Höhenänderung je 1000 Meter Strecke.
Die Bauart Abt wurde nach dem Ingenieur Roman Abt benannt und kommt bei vielen Zahnradbahnen zum Einsatz.
Warum es die Zahnstange braucht
Damit die Bahn die Steigung sicher schafft, fährt sie als Zahnradbahn.
Zwischen den beiden Schienen liegt eine Zahnstange aus Stahl.
Unter der Lokomotive dreht sich ein Zahnrad, das in diese Zahnstange greift.
So zieht sich der Zug Zahn für Zahn den Berg hinauf und rutscht auch bergab nicht weg.
Die Brienz-Rothorn-Bahn nutzt dafür die bewährte Bauart Abt mit mehreren ineinandergreifenden Lamellen.
Von Brienz auf das Rothorn
Die Strecke ist rund 7,6 Kilometer lang.
Sie beginnt im Dorf Brienz auf Höhe des Sees und endet oben beim Brienzer Rothorn.
Dabei fährt die Bahn auf einer Spurweite von nur 800 Millimetern, also deutlich schmaler als eine normale Eisenbahn.
Diese schmale Spur passt gut zu den engen Kurven im steilen Gelände.
Unterwegs liegt die Mittelstation Planalp, bis zu der die Bahn in der Vorsaison zunächst allein verkehrt.
Die Geschichte der Bahn
Geplant wurde die Bergbahn um 1889 und 1890 vom Ingenieur Alexander Lindner.
Er wollte damit die seinerzeit größte Höhendifferenz einer Bergbahn überwinden.
Während einer nur rund sechzehn Monate langen Bauzeit arbeiteten zeitweise bis zu 640 Bauarbeiter an der Strecke.
Im Juni 1892 wurde die Brienz-Rothorn-Bahn schließlich eröffnet.
Schon bald geriet sie jedoch in finanzielle Schwierigkeiten.
Krise und Rückkehr
Die Konkurrenz durch andere Bergbahnen machte der jungen Bahn zu schaffen.
Dazu zählten die 1893 eröffnete Schynige-Platte-Bahn und die 1898 eröffnete Jungfraubahn.
Im August 1914 wurde der Betrieb schließlich eingestellt und die Bahn stillgelegt.
Erst später nahm die Brienz-Rothorn-Bahn ihren Verkehr wieder auf.
Heute ist sie ein beliebtes Ausflugsziel und eine der bekanntesten Dampfbahnen der Schweiz.
Mit Dampf auf den Berg
Ein Teil des Reizes liegt darin, dass die Bahn bis heute mit Dampf fährt.
Die Dampflokomotiven schieben die Wagen von hinten den Berg hinauf.
So hat der Gast auf der Bergfahrt stets die freie Sicht nach vorn ins Tal.
Das langsame Tempo passt zur steilen Strecke und zum Blick auf den Brienzersee.
Für viele Fahrgäste ist gerade die Kombination aus Dampf und Steigung das Besondere.
Die Saison am Rothorn
Die Brienz-Rothorn-Bahn verkehrt nicht das ganze Jahr.
Üblich ist ein Betrieb von Anfang Juni bis Ende Oktober.
In der Vorsaison fährt die Bahn zunächst nur bis zur Mittelstation Planalp.
Erst wenn der Schnee weiter oben geschmolzen ist, geht es bis ganz hinauf.
Der Winter gehört dann wieder der Ruhe am Berg.
Im Vergleich mit anderen Zahnradbahnen
250 Promille sind sehr steil, aber nicht der Rekord.
Die steilste Zahnradbahn der Welt ist die Pilatusbahn mit bis zu 480 Promille.
Gegenüber vielen anderen Bergbahnen steht die Brienz-Rothorn-Bahn damit im oberen Bereich.
Innerhalb der Schweiz gehört sie klar zu den steilsten Strecken ihrer Art.
Die Zahl 250 ordnet die Bahn also zuverlässig unter die ganz großen Kletterer ein.
Technik der Steilfahrt
Eine so steile Strecke stellt besondere Ansprüche an die Bremsen.
Zahnradbahnen fahren deshalb bewusst langsam und sichern sich über das Zahnrad zusätzlich ab.
Die geringe Geschwindigkeit sorgt für Sicherheit und erlaubt zugleich den Ausblick.
Jede Fahrt ist dadurch eher ein gemächliches Erlebnis als eine schnelle Verbindung.
Das Ziel ist nicht Tempo, sondern der sichere Weg auf den Gipfel.
Warum die Zahl beeindruckt
Die 250 Promille erklären, warum die Brienz-Rothorn-Bahn so spektakulär wirkt.
Sie zeigen auf einen Blick, wie viel Höhe die Bahn auf kurzer Strecke gewinnt.
Ohne Zahnstange wäre ein solcher Anstieg für eine Bahn nicht machbar.
Die Zahl macht aus einer schönen Aussichtsfahrt eine echte technische Leistung.
Wer sie kennt, sieht die Dampfwolke über dem Brienzersee mit anderen Augen.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
