Zahlen, bitte!
„Auf Gleis zwei fährt der Eurostar nach London ein, der gleich mit gebremstem Tempo unter den Ärmelkanal taucht.“
Wie schnell fährt der Eurostar im Kanaltunnel?
→ Eine Tunnelfahrt in Zahlen.
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Kurz gesagt
Im Kanaltunnel fährt der Eurostar aus Sicherheitsgründen höchstens 160 km/h. Auf den Schnellfahrstrecken an Land erreicht er dagegen bis zu 300 km/h.
Der Eurostar ist der bekannteste Zug unter dem Ärmelkanal.
Viele Fahrgäste staunen, dass er im Tunnel selbst nicht rast, sondern spürbar ruhiger rollt.
Der Grund dafür liegt in der Sicherheit und nicht in der Technik des Zuges.

Die wichtigsten Zahlen
160 km/h
Tempo im Tunnel
Höchstgeschwindigkeit unter dem Ärmelkanal
300 km/h
Tempo an Land
auf den Schnellfahrstrecken
50,45 km
Tunnellänge
davon rund 38 km unter dem Meer
Rund 38 der gut 50 Tunnelkilometer verlaufen tief unter dem Meeresboden.
Das Tempo unter dem Meer
Unter dem Ärmelkanal fährt der Eurostar nicht mit voller Kraft, sondern mit höchstens 160 Kilometern pro Stunde.
Dieses Tempo gilt auf der gesamten Strecke durch den rund 50 Kilometer langen Eurotunnel.
Für viele Reisende fühlt sich die Fahrt im Tunnel deshalb ruhiger an als auf freier Strecke.
Die Begrenzung hat nichts mit einer Schwäche des Zuges zu tun, denn an Land fährt er mehr als doppelt so schnell.

Warum der Zug im Tunnel bremst
Im Eurotunnel teilen sich mehrere Zugarten dieselben Röhren.
Neben dem Eurostar rollen dort auch Autozüge und schwere Güterzüge durch den Fels unter dem Wasser.
Damit dieser gemischte Verkehr sicher bleibt, gilt für alle ein einheitliches und eher ruhiges Tempo.
Ein maßvolles Tempo hält außerdem die Bremswege kurz und erleichtert den Betrieb in der engen Röhre.
Die Geschwindigkeit ist also eine Frage der Sicherheit und nicht der Leistung.
Gut zu wissen
Der Eurotunnel wird nicht nur vom Eurostar genutzt, sondern auch von Autozügen und Güterzügen.
Weil sich alle diese Züge die Röhren teilen, gilt für sie im Tunnel dasselbe ruhige Tempo.
Wie schnell der Eurostar an Land fährt
Sobald der Zug den Tunnel verlassen hat, zeigt er sein wahres Können.
Die ältere Baureihe, von Eurostar e300 genannt, erreicht auf den Schnellfahrstrecken bis zu 300 Kilometer pro Stunde.
Die neuere Baureihe e320 schafft sogar bis zu 320 Kilometer pro Stunde.
Zwischen London, Paris und Brüssel nutzt der Zug diese hohen Geschwindigkeiten über weite Abschnitte.
Der Weg durch den Tunnel
Der Eurotunnel ist 50,45 Kilometer lang und zählt zu den längsten Eisenbahntunneln der Welt.
Rund 38 Kilometer davon liegen unter dem Meeresboden des Ärmelkanals.
Mit dem gedrosselten Tempo braucht der Eurostar für diese Unterquerung etwa zwanzig Minuten.
In dieser Zeit sieht man aus dem Fenster nur die Wände der Röhre vorbeiziehen.
Drei Röhren tief im Fels
Der Eurotunnel besteht nicht aus einer, sondern aus drei parallelen Röhren.
Zwei davon tragen die Gleise für die Züge, je eine für jede Richtung.
Die dritte, kleinere Röhre liegt in der Mitte und dient der Wartung und der Sicherheit.
Über Querverbindungen können Reisende im Notfall in diese Servicebahn gebracht werden.
Wie lange die Fahrt dauert
Von London nach Paris braucht der Eurostar heute gut zwei Stunden.
Nach Brüssel ist er ähnlich flott unterwegs.
Der größte Zeitgewinn gegenüber früher entsteht auf den Schnellfahrstrecken an Land.
Im Tunnel selbst verliert der Zug durch das Tempolimit nur wenige Minuten.
Zwei Generationen von Zügen
Die erste Eurostar-Generation stammt aus den frühen 1990er Jahren und beruht auf der französischen TGV-Technik.
In Großbritannien trägt sie die Bezeichnung Class 373, bei Eurostar heißt sie e300.
Diese Züge wurden zwischen 1992 und 1996 gebaut.
Die zweite Generation e320 stammt von Siemens und gehört zur Velaro-Familie.
Sie ist länger, bietet mehr Platz und fährt an Land etwas schneller.
Strom aus mehreren Netzen
Auf seiner Fahrt wechselt der Eurostar zwischen verschiedenen Bahnstromsystemen.
Großbritannien, Frankreich und Belgien speisen ihre Netze mit unterschiedlichen Spannungen.
Der Zug ist deshalb für mehrere Systeme ausgerüstet und schaltet während der Fahrt um.
So kann ein einziger Zug ohne Lokwechsel mehrere Länder durchqueren.
Die Geschichte des Eurostar
Der Eurostar nahm seinen Betrieb am 14. November 1994 auf.
Damit wurde erstmals eine durchgehende Zugfahrt von London auf das europäische Festland möglich.
Zuvor mussten Reisende auf Fähren oder Flugzeuge ausweichen.
Seitdem hat der Zug den Verkehr zwischen Großbritannien und dem Kontinent stark verändert.
Vergleich mit anderen Schnellzügen
Mit 300 bis 320 Kilometern pro Stunde an Land gehört der Eurostar zur europäischen Spitzengruppe.
Der deutsche ICE erreicht je nach Baureihe bis zu 300 Kilometer pro Stunde.
Der französische TGV fährt im Regelbetrieb bis zu 320 Kilometer pro Stunde.
Der japanische Shinkansen bewegt sich mit bis zu 320 Kilometern pro Stunde in einem ähnlichen Bereich.
Im Tunnel jedoch fährt der Eurostar bewusst langsamer als alle diese Züge auf freier Strecke.
Was die Zahlen bedeuten
Die 160 Kilometer pro Stunde im Tunnel sind kein Makel, sondern ein Zeichen für durchdachte Sicherheit.
Sie zeigen, dass Geschwindigkeit immer zur Umgebung passen muss.
Unter dem Meer zählt nicht der Rekord, sondern der zuverlässige und ruhige Betrieb.
Genau diese Mischung macht die Fahrt durch den Ärmelkanal bis heute besonders.
Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
