Zahlen, bitte!
„Auf Gleis eins die Zillertalbahn nach Mayrhofen, bitte einsteigen, es geht ins Tal der Berge.“
Wie lang ist die Zillertalbahn?
→ Eine Strecke in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Zillertalbahn von Jenbach nach Mayrhofen ist 31,7 Kilometer lang. Sie ist eine Schmalspurbahn mit 760 Millimeter Spurweite und erschließt das ganze Zillertal.
Das Zillertal gehört zu den bekanntesten Tälern Tirols und hat seine eigene kleine Bahn.
Die Zillertalbahn tuckert auf schmalen Gleisen von Jenbach bis nach Mayrhofen.
Doch wie viele Kilometer legt dieser Zug eigentlich zurück?

Die wichtigsten Zahlen
31,7 km
Jenbach–Mayrhofen
Schmalspurbahn
760 mm
Spurweite
bosnische Schmalspur
1902
letzte Teilstrecke eröffnet
bis Mayrhofen
Von Jenbach bis Mayrhofen sind es 31,7 Kilometer auf schmaler Spur von 760 Millimetern.
Knapp 32 Kilometer durch das Zillertal
Die Zillertalbahn ist 31,7 Kilometer lang.
Sie beginnt in Jenbach im Inntal und endet in Mayrhofen am Talschluss.
Unterwegs hält sie in zahlreichen Orten des Zillertals.
Damit erschließt sie das ganze Tal auf einer einzigen Linie.
Für ein so enges Gebirgstal ist das eine erstaunlich durchgehende Verbindung.

Warum die Spur nur 760 Millimeter misst
Die Zillertalbahn fährt nicht auf Normalspur, sondern auf der bosnischen Schmalspur von 760 Millimetern.
Das macht die Gleise deutlich schmaler als bei der großen Bahn im Inntal.
Für diese enge Spur sprachen vor allem die geringeren Baukosten.
Dazu kamen militärische Erwägungen, denn solche Fahrzeuge ließen sich im Ernstfall verlegen.
So entschied man sich gegen die zunächst erwogene Normalspur.
Gut zu wissen
Die bosnische Spurweite von 760 Millimetern war einst in der ganzen Donaumonarchie verbreitet und findet sich bis heute bei mehreren Tiroler Schmalspurbahnen.
Die Zillertalbahn teilt diese Spur zum Beispiel mit der Pinzgauer Lokalbahn im benachbarten Salzburger Land.
Der lange Wunsch nach einer Bahn
Schon seit Ende der 1860er Jahre forderte die Presse eine Bahn für das Zillertal.
Die alte Straße war schlecht befahrbar und führte stellenweise durch Sümpfe.
Reisende nach Mayrhofen mussten unterwegs sogar in Zell am Ziller übernachten.
Erst 1892 einigten sich die Gemeindevorsteher und gründeten ein Bahnkomitee.
Drei Jahre später fiel endgültig der Beschluss, die Strecke zu bauen.
Kapital und Konzession
Als Unternehmensform wählte man die Aktiengesellschaft, um das nötige Kapital aufzubringen.
Im Juli 1898 war das Stammkapital von 150.000 Gulden oder 300.000 Kronen beisammen.
Das entspricht heute etwa 1,2 Millionen Euro.
Die staatliche Konzession erteilte der Eisenbahnminister Heinrich von Wittek am 2. Dezember 1899.
Kurz darauf, am 16. Dezember 1899, wurde die Zillerthalbahn Actiengesellschaft gegründet.
Eröffnung in fünf Etappen
Baubeginn war im Jahr 1900.
Das erste Teilstück von Jenbach nach Fügen und Hart ging schon im Dezember 1900 in Betrieb.
Weitere Abschnitte bis Kaltenbach, Erlach und Zell am Ziller folgten im Laufe des Jahres 1901.
Das letzte Stück von Zell am Ziller nach Mayrhofen verzögerte sich aus Geldmangel.
Es wurde erst 1902 eröffnet und machte die Strecke komplett.
Wer die Bahn heute betreibt
Eigentümer und Betreiber ist die Zillertaler Verkehrsbetriebe AG mit Sitz in Jenbach.
Am Unternehmen sind vor allem die Anliegergemeinden der Strecke beteiligt.
Neben der Bahn betreibt die Gesellschaft auch mehrere Omnibuslinien in der Region.
Die Zillertalbahn ist vollständig in den Verkehrsverbund Tirol eingebunden.
Dort wird sie schlicht als Linie ZB1 geführt.
Von 35 auf 70 Stundenkilometer
Schnell war die Schmalspurbahn nie, dafür ist das Tal zu eng.
Lange durften die Züge nur 35 Stundenkilometer fahren.
Im Jahr 1970 wurde die zulässige Geschwindigkeit auf 50 Stundenkilometer angehoben.
Nach einem Umbau zwischen Ried und Kaltenbach sind seit 2023 abschnittsweise 70 Stundenkilometer erlaubt.
Für eine so kurvenreiche Strecke ist das ein spürbarer Fortschritt.
Der Umbau von 1994
Im Jahr 1994 wurde bei Strass im Zillertal die Trasse von Bahn und Straße verbessert.
Dabei entstand eine gemeinsame Betonbrücke für beide Verkehrswege.
Die Bahnstrecke wurde durch diese neue Führung um 83 Meter verkürzt.
Zugleich baute man vom alten Stoßlückengleis auf lückenlos verschweißte Schienen um.
Das machte die Fahrt ruhiger und die Gleise haltbarer.
Bald fahren Akku- und Elektrozüge
Für die Zukunft plant die Zillertalbahn den Wechsel auf moderne Triebwagen.
Vorgesehen sind sechs vierteilige Akku- und Elektrozüge.
Sie sollen betrieblich bis zu 80 Stundenkilometer schnell fahren.
Jede Garnitur soll mindestens 204 Sitzplätze bieten.
Die Ausschreibung dieser neuen Fahrzeuge war für August 2026 vorgesehen.
Güter auf schmaler Spur
Die Zillertalbahn transportierte früher auch viele Güter durch das Tal.
Dafür nutzte man unter anderem Rollwagen, die normalspurige Waggons huckepack trugen.
Mit solchen Rollwagen sind nur rund 40 Stundenkilometer erlaubt.
Reine Schmalspur-Güterwagen dürfen wegen ihres tieferen Schwerpunkts etwas schneller fahren.
So verband die kleine Bahn das Tal lange auch mit der Wirtschaft im Inntal.
Eine Bahn für das Urlaubstal
Das Zillertal ist eines der meistbesuchten Täler Tirols.
Die Bahn bringt Wanderer und Skifahrer bequem zu den Orten im Tal.
In Mayrhofen am Talschluss warten große Seilbahnen und Skigebiete.
Künftig soll die Strecke sogar direkt an die Karspitzbahn der Zillertal Arena angebunden werden.
So bleibt die kleine Schmalspurbahn eng mit dem Tourismus verbunden.
Was die 32 Kilometer bedeuten
Knapp 32 Kilometer klingen nach einer kurzen Strecke.
Doch auf schmaler Spur und mit vielen Halten wird daraus eine gemächliche Reise.
Die Bahn nimmt sich Zeit und passt damit gut zum Tempo des Tals.
Jeder Kilometer erschließt Dörfer, die sonst nur schwer erreichbar wären.
Gerade diese Nähe macht die Zillertalbahn so beliebt.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
