Zahlen, bitte!
„Auf Gleis eins die Himmelstreppe nach Mariazell, bitte einsteigen, die Bergfahrt beginnt.“
Wie lang ist die Mariazellerbahn?
→ Eine Strecke in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die gesamte Strecke der Mariazellerbahn misst 91,3 Kilometer, die Personenzüge fahren heute von St. Pölten bis zum Wallfahrtsort Mariazell. Sie ist eine elektrische Schmalspurbahn mit 760 Millimeter Spurweite.
Die Mariazellerbahn ist eine der bekanntesten Schmalspurbahnen Österreichs.
Sie führt von St. Pölten tief in die niederösterreichischen Alpen hinein zum Wallfahrtsort Mariazell.
Wie lang diese kleine Bergbahn genau ist, verrät ein Blick auf ihre Streckendaten.

Die wichtigsten Zahlen
91,3 km
Streckenlänge
St. Pölten–Gußwerk
891,6 m
höchster Punkt am Gösingtunnel
Scheitel der Bergstrecke
760 mm
Spurweite
bosnische Schmalspur
Die gesamte Strecke misst 91,3 Kilometer, ihr höchster Punkt liegt am Gösingtunnel auf 891,6 Metern.
Gut 91 Kilometer in die Berge
Nach den offiziellen Streckendaten ist die Mariazellerbahn 91,3 Kilometer lang.
Sie verbindet die niederösterreichische Landeshauptstadt St. Pölten mit dem steirischen Wallfahrtsort Mariazell.
Ursprünglich führte die Strecke sogar noch weiter bis nach Gußwerk.
Heute enden die Personenzüge im Wallfahrtsort Mariazell.
Damit gehört sie zu den längsten Schmalspurbahnen Österreichs.

Schmale Spur und seltener Strom
Die Mariazellerbahn fährt auf der bosnischen Schmalspur von 760 Millimetern.
Ihr Stromsystem ist eine echte Rarität in Europa.
Sie wird mit Wechselstrom von 6500 Volt und einer Frequenz von nur 25 Hertz betrieben.
Sowohl diese Spannung als auch die Frequenz sind sehr ungewöhnlich.
So fährt die Bahn technisch gesehen in ihrer eigenen kleinen Welt.
Gut zu wissen
Mit nur 25 Hertz und 6500 Volt besitzt die Mariazellerbahn ein außergewöhnliches Stromsystem, das sich deutlich vom Netz der großen Bahn unterscheidet.
Die modernen Himmelstreppe-Triebzüge stammen vom Schweizer Hersteller Stadler und haben seit 2013 die alten Fahrzeuge im Planbetrieb ersetzt.
Warum es nach Mariazell ging
Mariazell war im 19. Jahrhundert einer der meistbesuchten Wallfahrtsorte der Monarchie.
Über eine Bahn dorthin wurde schon seit Eröffnung der Westbahn 1858 nachgedacht.
Viele Varianten als Verlängerung bestehender Strecken wurden geprüft.
Wegen des schwierigen Geländes entschied man sich für eine Schmalspurbahn.
Die enge Spur von 760 Millimetern war dabei auch militärisch vorgegeben.
Konzession und Bau
Grundlage war das Niederösterreichische Landeseisenbahngesetz von 1895.
Im Juli 1896 wurde die Konzession für die erste Teilstrecke erteilt.
Am 21. November 1896 begann das Landeseisenbahnamt mit dem Bau.
Die Planung lag in den Händen des Ingenieurs Josef Fogowitz.
Aus dem Landeseisenbahnamt gingen später die Niederösterreichischen Landesbahnen hervor.
Erste Fahrten und volle Strecke
Schon im Juni 1898 erreichte ein erster Probezug Kirchberg an der Pielach.
Nach und nach wuchs die Strecke weiter in Richtung Berge.
Die volle Linie bis nach Mariazell wurde im Jahr 1907 eröffnet.
Damit war der Wallfahrtsort endlich mit der Bahn erreichbar.
Dampflokomotiven zogen die Züge in den ersten Jahren über die Berge.
Früh unter Strom
Schon 1911 wurde die Mariazellerbahn elektrifiziert.
Damit gehörte sie zu den ersten elektrisch betriebenen Gebirgsbahnen überhaupt.
Der elektrische Betrieb löste die Dampfloks auf der anspruchsvollen Strecke ab.
Gerade in den steilen Abschnitten war das ein großer Vorteil.
Das damals gewählte Stromsystem ist bis heute in Betrieb.
Durch das Pielachtal
Von St. Pölten folgt die Bahn zunächst dem Tal der Pielach.
Nach elf Kilometern erreicht sie Ober-Grafendorf, den größten Bahnhof der Strecke.
Hier zweigte früher die nicht elektrifizierte Nebenstrecke „Krumpe“ ab.
In Loich endete einst der Güterverkehr, weil die folgenden Tunnel sehr eng sind.
Danach verengt sich das Tal zusehends zwischen Fluss und Bahntrasse.
Die Bergstrecke und ihr Scheitel
Hinter Laubenbachmühle beginnt der als Bergstrecke bezeichnete Abschnitt.
In einer lang gezogenen doppelten Kehre gewinnt die Bahn rasch an Höhe.
Im Gösingtunnel liegt mit 891,6 Metern der höchste Punkt der ganzen Strecke.
Die größte Steigung beträgt hier 28 Promille, allerdings nur auf ganz kurzen Stücken.
Im Schnitt klettert die Bergstrecke mit rund 23 Promille bergauf.
Der Blick auf den Ötscher
Nach dem Scheiteltunnel wechselt die Strecke ins Erlauftal.
Beim Bahnhof Gösing liegt die Bahn rund 350 Meter über dem Ort Erlaufboden.
Hier zeigt sich den Fahrgästen erstmals der 1893 Meter hohe Ötscher.
Dieses Panorama lockte schon zur Eröffnung die ersten Ausflügler an.
Gegenüber dem Bahnhof entstand dafür 1922 das Alpenhotel Gösing.
Die Himmelstreppe
Seit 2013 fahren auf der Strecke moderne Triebzüge mit dem Namen Himmelstreppe.
Insgesamt neun dieser Garnituren wurden beim Schweizer Hersteller Stadler bestellt.
Sie sind für eine Höchstgeschwindigkeit von 90 Stundenkilometern ausgelegt.
Die dreiteiligen Züge sind stark genug, um zusätzliche Wagen die Berge hinaufzuziehen.
Nur noch selten sind alte Elektro- oder Dampflokomotiven zu Nostalgiefahrten unterwegs.
Wer die Bahn heute führt
Seit Dezember 2010 gehört die Mariazellerbahn der NÖVOG.
Seit 2019 wird sie unter der Dachmarke Niederösterreich Bahnen betrieben.
Sie ist Teil des Verkehrsverbundes Ost-Region.
Der südliche Abschnitt zwischen Mitterbach und Mariazell gehört zum steirischen Verkehrsverbund.
Im August 2015 wurde die Strecke in Mariazell noch um eine neue Haltestelle verlängert.
Was die Zahl 91 erzählt
Gut 91 Kilometer sind für eine Schmalspurbahn eine beachtliche Länge.
Auf diesem Weg steigt die Bahn vom Flachland bis fast auf 900 Meter Höhe.
Sie durchquert dabei enge Täler, lange Tunnel und weite Kehren.
So wird aus der kurzen Spurweite eine große Reise durch die Berge.
Gerade dieser Gegensatz macht die Mariazellerbahn so besonders.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
Warum sich der Blick aufs Detail lohnt
Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.
Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.
Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.
Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.
Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.
Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.
