Zahlen, bitte!
„Bitte einsteigen: fast fünf Kilometer durch den Berg hinauf zum Gletscher.“
Wie lang ist die längste Standseilbahn der Welt?
→ Eine Bahn in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die längste Standseilbahn der Welt ist der Gletscherexpress am Mölltaler Gletscher mit rund 4827 Metern schräger Länge. Sie fährt fast vollständig durch einen Tunnel hinauf zum Gletscher.
Standseilbahnen ziehen auf Schienen steile Hänge hinauf, gezogen von einem Stahlseil.
Meist sind sie kurz und überwinden auf wenigen Hundert Metern große Höhen.
Eine Bahn in den österreichischen Alpen sprengt diesen Rahmen jedoch deutlich.

Die wichtigsten Zahlen
4827 m
schräge Länge
längste der Welt
1012 m
Höhenunterschied
Innerfragant – Stübele
1997
Inbetriebnahme
am Mölltaler Gletscher
Auf 4827 Metern fährt der Gletscherexpress durch den Berg bis hinauf zum Gletscher.
Fast fünf Kilometer im Berg
Die längste Standseilbahn der Welt ist der Gletscherexpress am Mölltaler Gletscher in Österreich.
Ihre schräge Länge beträgt rund 4827 Meter.
Damit ist sie fast fünf Kilometer lang und übertrifft jede andere Standseilbahn.
Den größten Teil dieser Strecke legt sie in einem Tunnel zurück.

Was eine Standseilbahn ausmacht
Eine Standseilbahn fährt auf festen Schienen einen Hang hinauf und hinab.
Ein Stahlseil zieht die Wagen, nicht ein eigener Motor im Fahrzeug.
Meist hängen zwei Wagen am selben Seil und gleichen sich wie ein Gegengewicht aus.
Während der eine nach oben fährt, rollt der andere nach unten.
Gut zu wissen
Die Länge von 4827 Metern bezeichnet die schräge Streckenlänge nach Angaben der deutschsprachigen Wikipedia.
Gemessen in der Waagerechten sind es rund 4718 Meter; der Höhenunterschied beträgt etwa 1012 Meter.
Eine Bahn im Tunnel
Der Gletscherexpress ist eine sogenannte Stollenbahn.
Das heißt, die Strecke verläuft fast vollständig in einem Tunnel durch den Berg.
Dadurch stören weder Schnee noch Lawinen den Betrieb.
Auch im tiefsten Winter bleibt der Weg nach oben verlässlich frei.
Von Innerfragant zum Gletscher
Die Talstation liegt in Innerfragant auf rund 1223 Metern Höhe.
Die Bergstation Stübele erreicht etwa 2235 Meter.
Zwischen beiden liegen gut 1012 Höhenmeter.
Von dort geht es weiter in das Skigebiet am Mölltaler Gletscher.
In unter acht Minuten nach oben
Für die fast fünf Kilometer braucht die Bahn nur etwa 7,6 Minuten.
Zwei große Wagen fassen je 236 Personen.
So gelangen viele Wintersportler rasch und wettergeschützt nach oben.
Die Fahrt durch den dunklen Stollen ist dabei ein eigenes Erlebnis.
Ein doppelter Rekord
Der Gletscherexpress hält gleich zwei Rekorde.
Er ist die längste Standseilbahn der Welt und zugleich die längste Stollenbahn.
Beide Titel verdankt er seiner ungewöhnlichen Länge von 4827 Metern.
Eröffnet wurde die Bahn am 26. September 1997.
Nicht zu verwechseln mit der steilsten
Die längste Standseilbahn ist nicht dieselbe wie die steilste.
Als steilste ihrer Bauart mit zwei Wagen gilt die Standseilbahn Schwyz–Stoos in der Schweiz.
Sie erreicht eine Steigung von bis zu 110 Prozent.
Länge und Steilheit sind also zwei ganz verschiedene Bestleistungen.
Der Unterschied zur Seilbahn
Eine Standseilbahn fährt auf Schienen am Boden, eine Seilbahn schwebt in der Luft.
Bei der Seilbahn hängen die Kabinen an einem Tragseil zwischen Masten.
Die Standseilbahn dagegen bleibt immer in Kontakt mit der Schiene.
Gerade im Tunnel ist die schienengebundene Bauart im Vorteil.
Warum man im Berg baut
Einen Tunnel in den Fels zu treiben, ist teuer und aufwendig.
Dafür ist die Bahn vor Wind, Schnee und Steinschlag geschützt.
In einem Gletscherskigebiet mit viel Schnee ist das ein großer Vorteil.
Die Bahn kann so fast das ganze Jahr zuverlässig fahren.
Standseilbahnen rund um die Welt
Standseilbahnen gibt es seit dem 19. Jahrhundert in vielen Gebirgs- und Kurorten.
Oft verbinden sie eine Stadt mit einem Aussichtsberg.
Die meisten sind nur wenige Hundert Meter lang.
Der Gletscherexpress ragt mit seinen fast fünf Kilometern weit aus dieser Reihe heraus.
Was die Länge bedeutet
Eine so lange Standseilbahn ersetzt mehrere kürzere Lifte in einem einzigen Zug.
Sie bringt die Fahrgäste in einem Rutsch über mehr als tausend Höhenmeter.
Das spart Zeit und schützt die Technik vor dem rauen Bergwetter.
So zeigt der Gletscherexpress, wie weit sich eine Bahn in den Berg hineinbauen lässt.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
