Zahlen, bitte!
„Nächster Halt: Gurten Kulm, bitte an die Aussicht denken, der Rest ist nur ein Kilometer Seil.“
Wie lang ist die Gurtenbahn in Bern?
→ Eine Bergfahrt in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Gurtenbahn in Bern ist heute 1059 Meter lang und bringt ihre Fahrgäste auf den Hausberg Gurten. Dabei überwindet sie einen Höhenunterschied von rund 267 Metern.
Von der Berner Innenstadt braucht man nur wenige Minuten bis zur Talstation am Fuß des Gurten.
Dort wartet eine kleine Standseilbahn, die seit dem späten 19. Jahrhundert auf den Hausberg der Stadt fährt.
Die naheliegende Frage lautet: Wie lang ist diese Strecke eigentlich?

Die wichtigsten Zahlen
1059 m
Fahrlänge der heutigen Bahn
seit der Erneuerung 1999
266,9 m
Höhenunterschied
von 572,6 auf 839,5 m ü. M.
34,3 %
größte Steigung
Meterspur mit 1000 mm
1899
Bau abgeschlossen
im Juli, vor über 120 Jahren
Alle Werte nach der deutschsprachigen Wikipedia zur Gurtenbahn; die frühere Bahn von 1966 bis 1999 war mit 1160,6 Metern etwas länger.
Ein Kilometer Seil auf den Gurten
Die Gurtenbahn ist heute 1059 Meter lang, gemessen als Fahrlänge entlang der Schienen.
Das ist etwa die Strecke, die ein zügiger Spaziergänger in gut zehn Minuten zu Fuß zurücklegt.
Die Bahn schafft denselben Weg deutlich schneller und dabei stetig bergauf.
Ihr Ziel ist der Gurten, der Hausberg der Stadt Bern.
Für viele Familien ist die kurze Fahrt der eigentliche Beginn des Ausflugs.

Von der Talstation zur Bergstation
Die Talstation liegt auf 572,6 Metern über Meer am Südrand von Bern.
Die Bergstation erreicht 839,5 Meter über Meer, nahe dem Gipfelplateau.
Zwischen beiden Punkten liegt ein Höhenunterschied von 266,9 Metern.
Diese Zahl beschreibt, wie viel die Bahn auf ihrem kurzen Weg tatsächlich ansteigt.
Gemessen an der Länge ist das ein kräftiger, aber für eine Standseilbahn typischer Anstieg.
Gut zu wissen
Eine Standseilbahn zieht ihre beiden Wagen an einem gemeinsamen Seil den Berg hinauf und hinunter.
Während ein Wagen nach oben fährt, rollt der andere nach unten und wirkt als Gegengewicht.
So spart die Technik Energie und kommt mit einem vergleichsweise kleinen Antrieb aus.
Wie steil die Strecke ansteigt
Die Steigung der Gurtenbahn liegt zwischen rund 22 und gut 34 Prozent.
An der steilsten Stelle gewinnt die Strecke auf 100 Metern also gut 34 Meter an Höhe.
Ein normaler Zug auf Rädern käme an solchen Rampen längst ins Rutschen.
Eine Standseilbahn hält dagegen, weil ein Seil die Wagen sicher führt.
Deshalb sind Standseilbahnen die klassische Lösung für steile Hausberge.
Schmaler als die große Eisenbahn
Die Gurtenbahn fährt auf Meterspur, also auf Schienen mit 1000 Millimetern Abstand.
Die normale Eisenbahn in Deutschland und der Schweiz nutzt dagegen 1435 Millimeter.
Die schmale Spur spart Platz und passt besser an einen engen Berghang.
Für die kurze, steile Strecke reicht sie vollkommen aus.
Jeder Wagen fasst heute bis zu 120 Fahrgäste.
So funktioniert eine Standseilbahn
Eine Standseilbahn hat zwei Wagen, die an einem gemeinsamen Seil hängen.
Fährt der eine Wagen nach oben, rollt der andere gleichzeitig nach unten.
Der absteigende Wagen wirkt dabei als Gegengewicht und hilft dem aufsteigenden.
Ein Antrieb in der Bergstation bewegt das Seil über eine große Scheibe.
Dieses einfache Prinzip arbeitet seit über hundert Jahren zuverlässig.
Der Bau im Jahr 1899
Der Bau der ersten Gurtenbahn war im Juli 1899 abgeschlossen.
Zunächst konnte die Bahn jedoch nicht fahren, weil vor Ort die elektrische Energie fehlte.
Erst mit der nötigen Stromversorgung konnte der Betrieb beginnen.
Die Bahn gehört damit zu den älteren Bergbahnen der Schweiz.
Seit mehr als hundert Jahren bringt sie Ausflügler auf den Gurten.
Die neue Bahn seit 1999
Im Jahr 1999 wurde die Gurtenbahn vollständig erneuert.
Seitdem misst die Fahrstrecke 1059 Meter.
Die Bergstation liegt heute auf 839,5 Metern über Meer.
Die modernen Wagen fassen je bis zu 120 Personen.
Die Technik wurde erneuert, das Grundprinzip der Standseilbahn blieb gleich.
Warum die Strecke heute kürzer ist
Die Bahn der Jahre 1966 bis 1999 war mit 1160,6 Metern etwas länger.
Ihr Höhenunterschied betrug damals 260,5 Meter.
Mit der Erneuerung 1999 verkürzte sich die Fahrstrecke auf 1059 Meter.
Gleichzeitig stieg der überwundene Höhenunterschied leicht auf 266,9 Meter.
Die neue Linienführung ist also etwas kürzer, aber einen Tick steiler.
Was 267 Höhenmeter bedeuten
Ein Höhenunterschied von 266,9 Metern entspricht etwa einem Hochhaus mit rund 90 Stockwerken.
Zu Fuß wäre dieser Anstieg ein ordentlicher Aufstieg über steile Wege.
Die Bahn nimmt den Fahrgästen diese Höhenmeter in wenigen Minuten ab.
Oben öffnet sich dann der weite Blick über Bern und das Mittelland.
Bei klarem Wetter reicht die Sicht bis zu den Alpen.
Die kleine Schwester am Marzili
Bern besitzt noch eine zweite, viel kürzere Standseilbahn.
Die Marzilibahn verbindet die Altstadt mit dem Aareufer im Marzili.
Sie zählt zu den kürzesten öffentlichen Standseilbahnen des Landes.
Gegen ihre sehr kurze Strecke wirkt die Gurtenbahn mit über einem Kilometer geradezu lang.
Beide Bahnen zeigen, wie unterschiedlich dieselbe Technik eingesetzt wird.
Der Gurten als Ausflugsberg
Der Gurten ist der Hausberg der Stadt Bern.
Oben gibt es Wiesen, Wanderwege und einen Spielplatz für Kinder.
Im Sommer finden auf dem Berg regelmäßig Veranstaltungen statt.
Die Standseilbahn ist für viele Gäste der bequemste Weg nach oben.
Wer möchte, kann den Berg aber auch zu Fuß erwandern.
Ein Land voller Standseilbahnen
Die Schweiz ist bekannt für ihre vielen Standseilbahnen.
Fast jeder größere Aussichtsberg hat seine eigene Bergbahn.
Die Gurtenbahn reiht sich in diese lange Tradition ein.
Viele dieser Bahnen stammen wie sie aus dem späten 19. Jahrhundert.
Sie prägen bis heute das Bild der Schweizer Ausflugsberge.
1059 Meter im Vergleich
Mit 1059 Metern liegt die Gurtenbahn im Mittelfeld der Schweizer Standseilbahnen.
Die Standseilbahn von Cossonay misst etwa 1228 Meter.
Die Biel-Magglingen-Bahn kommt sogar auf 1693 Meter.
Die Standseilbahn zum Ritom-See im Tessin ist mit 1369 Metern ebenfalls länger.
Die Gurtenbahn überzeugt dafür mit ihrer Nähe zur Stadt und der schnellen Fahrt auf den Hausberg.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
