Zahlen, bitte!
„Auf rund 77.900 Kilometern durchziehen die Gleise Kanada, fast vollständig ohne Fahrdraht.“
Wie lang ist das Schienennetz Kanadas?
→ Ein Netz in Zahlen.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Zahlen, bitte!
Kurz gesagt
Das kanadische Schienennetz umfasst rund 77.900 Kilometer und gehört zu den größten der Welt. Nur 129 Kilometer davon sind elektrifiziert.
Das Schienennetz Kanadas gehört zu den größten der ganzen Welt.
Wer nach seiner Länge fragt, findet in der deutschsprachigen Wikipedia klare Zahlen.
Geprägt ist es vor allem vom Güterverkehr über riesige Entfernungen.

Die wichtigsten Zahlen
ca. 77.900 km
Länge des Netzes
Stand 2014
129 km
davon elektrifiziert
ein winziger Anteil
1881–1885
Bau der transkontinentalen Strecke
Montréal bis Vancouver
Das Schienennetz Kanadas umfasste 2014 rund 77.900 Kilometer und zählt zu den größten der Welt.
Die kurze Antwort
Nach den in der deutschsprachigen Wikipedia zusammengetragenen Zahlen umfasste das kanadische Schienennetz im Jahr 2014 rund 77.900 Kilometer.
Damit gehört es zu den größten Schienennetzen der Welt.
Auffällig ist, dass nur 129 Kilometer davon elektrifiziert sind.
Fast das gesamte Netz wird also mit Dieselloks betrieben.

Unter den größten der Welt
In einer Rangliste der Länder nach Netzlänge zählt Kanada zu den vier größten.
Nur wenige Staaten besitzen ein längeres Schienennetz.
Zu ihnen gehören große Flächenländer wie die USA.
Für ein einzelnes Land ist ein solches Netz gewaltig.
Gut zu wissen
Dass nur 129 von rund 77.900 Kilometern elektrifiziert sind, zeigt, wie stark Kanadas Bahn auf dieselbetriebenen Güterverkehr ausgerichtet ist.
Die zwischen 1881 und 1885 gebaute transkontinentale Strecke der Canadian Pacific war entscheidend für die Besiedlung des kanadischen Westens.
Fast ohne Fahrdraht
Mit nur 129 elektrifizierten Kilometern ist der Anteil verschwindend gering.
Das unterscheidet Kanada stark von europäischen Netzen.
Dort fährt ein großer Teil der Züge elektrisch.
In Kanada dominieren dagegen schwere Diesellokomotiven.
Zwei große Gesellschaften
Das Netz wird vor allem von zwei großen Bahngesellschaften geprägt.
Das sind die Canadian National und die Canadian Pacific.
Beide gehören zur obersten Kategorie der nordamerikanischen Eisenbahnen.
Sie betreiben weite Teile des Güterverkehrs.
Die Canadian National
Die Canadian National ist die größte Bahngesellschaft des Landes.
Ihr Netz umfasst rund 32.180 Kilometer.
Als einzige Gesellschaft reicht es von Nova Scotia bis British Columbia.
Damit verbindet sie die Atlantik- mit der Pazifikküste.
Die Canadian Pacific
Die Canadian Pacific betreibt ein fast 22.300 Kilometer langes, normalspuriges Netz.
Dieses erstreckt sich über Kanada und die USA.
Sie ist neben der Canadian National die zweite große Gesellschaft.
Ihr Sitz liegt in der Stadt Calgary.
Die transkontinentale Strecke
Die Hauptstrecke der Canadian Pacific wurde zwischen 1881 und 1885 gebaut.
Sie verbindet Montréal im Osten mit Vancouver im Westen.
Damit reicht sie vom Nordatlantik bis zum Pazifik.
Sie war eine der großen Eisenbahnleistungen des 19. Jahrhunderts.
Ein Versprechen an British Columbia
Der Bau der Strecke erfüllte ein politisches Versprechen.
British Columbia war 1871 der kanadischen Konföderation beigetreten.
Als Bedingung hatte die Provinz eine Verkehrsverbindung in den Osten gefordert.
Die Eisenbahn band den Westen fest an das übrige Land.
Die Besiedlung der Prärie
Die neue Strecke trug wesentlich zur Besiedlung der Prärieprovinzen bei.
Dazu gehören Alberta, Manitoba und Saskatchewan.
Entlang der Gleise entstanden neue Städte und Farmen.
Die Eisenbahn öffnete das weite Landesinnere.
Vor allem Güterverkehr
Heute betreibt die Canadian Pacific ausschließlich Güterverkehr.
Den Personenverkehr übernahm 1978 die Gesellschaft VIA Rail.
Güterzüge transportieren Rohstoffe und Waren über riesige Entfernungen.
Das lange Netz eignet sich gut für schwere Lasten.
Was 77.900 Kilometer bedeuten
Ein Netz dieser Länge durchzieht einen der größten Staaten der Erde.
Es reicht von der Ostküste bis an den Pazifik.
Viele Strecken führen durch dünn besiedelte Weiten.
Ohne die Eisenbahn wären solche Entfernungen kaum zu bewältigen.
Was die Länge für Fahrgäste bedeutet
Für Reisende sind vor allem die langen Fernstrecken von VIA Rail interessant.
Eine Fahrt von Küste zu Küste dauert mehrere Tage.
Im Alltag überwiegt jedoch der Güterverkehr auf der Schiene.
So verbindet das riesige Netz Wirtschaft und große Reisen.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
