Zahlen, bitte!
„Bitte beachten Sie: Dieses U-Bahn-Netz wuchs in zehn Jahren von 48 auf über 560 Kilometer.“
Wie lang ist das Netz der Metro Hangzhou?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Das Netz der Metro Hangzhou war Ende 2022 rund 566 Kilometer lang. Es verteilte sich auf 13 Linien mit 270 Stationen und wuchs damit in nur zehn Jahren zu einem der größten U-Bahn-Systeme der Welt.
Hangzhou ist die Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Zhejiang und liegt südwestlich der Riesenstadt Shanghai.
Die erste U-Bahn-Linie der Stadt ging erst Ende 2012 in Betrieb, viele Jahrzehnte nach den ersten Metros in Europa.
Danach aber wuchs das Netz in einem Tempo, das in Deutschland kaum vorstellbar ist, und genau darum geht es in diesen Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
566 km
Netzlänge Ende 2022
13 Linien
270
Stationen
Stand Ende 2022
24.11.2012
erste Linie eröffnet
48 km, 31 Stationen
In nur zehn Jahren wuchs das Netz von einer einzigen 48 Kilometer langen Linie auf 566 Kilometer.
Die wichtigste Zahl
Ende 2022 betrieb die Metro Hangzhou nach Angaben der deutschsprachigen Wikipedia 13 Linien mit einer Gesamtlänge von 566 Kilometern und 270 Stationen.
Damit zählt das Netz zu den größten U-Bahn-Systemen der Welt, obwohl es erst wenige Jahre zuvor überhaupt eröffnet worden war.
Zum Vergleich kommt das gesamte Berliner U-Bahn-Netz auf gut 155 Kilometer und das Münchner auf rund 103 Kilometer.
Hangzhou hat also in gut einem Jahrzehnt ein Vielfaches dessen gebaut, was in deutschen Großstädten über ein ganzes Jahrhundert entstanden ist.

Der späte Start im Jahr 2012
Die erste Linie der Metro Hangzhou wurde am 24. November 2012 eröffnet und war zu diesem Zeitpunkt 48 Kilometer lang mit 31 Stationen.
Mit dieser Eröffnung wurde Hangzhou zur siebzehnten chinesischen Stadt, die über eine eigene U-Bahn verfügte.
Bemerkenswert ist, dass diese erste Linie das längste jemals in China eröffnete erste Teilstück eines neuen U-Bahn-Systems war.
Während andere Städte klein anfingen, startete Hangzhou gleich mit einer vollwertigen Durchmesserlinie quer durch die Stadt.
Gut zu wissen
Die hier genannten Zahlen geben den Stand von Ende 2022 wieder; chinesische U-Bahn-Netze wachsen oft von Jahr zu Jahr weiter.
Die Länge eines Netzes wird üblicherweise als Streckenlänge gemessen und nicht als Summe aller Gleise, die wegen der parallelen Richtungsgleise deutlich größer wäre.
Vom ersten Spatenstich bis zur Eröffnung
Der Bau des Netzes begann bereits im März 2007, also mehr als fünf Jahre vor der Eröffnung der ersten Linie.
Geplant wurde das Netz ab dem Jahr 2005 in drei großen Phasen, die nach und nach umgesetzt werden sollten.
In der ersten Phase entstanden die Linien 1 und 2 sowie ein Teil der Linie 4, die das Grundgerüst des heutigen Netzes bilden.
Der lange Vorlauf zeigt, dass auch ein schnelles chinesisches Netz Jahre der Planung und des Tunnelbaus benötigt.
Zehn Jahre, ein Riesennetz
Zwischen 2012 und 2022 wuchs das Netz von einer einzigen Linie auf dreizehn Linien an.
Aus 48 Kilometern wurden 566 Kilometer, was fast dem Zwölffachen der ursprünglichen Länge entspricht.
Allein im April 2020 gingen weitere Teile der Linie 5 und die komplett neue Linie 16 in Betrieb.
Dieses Wachstumstempo ist selbst für chinesische Verhältnisse bemerkenswert und hat kaum ein Vorbild in Europa.
Die Linie 1 im Detail
Die Linie 1 ist heute 53,62 Kilometer lang und bedient insgesamt 34 Stationen.
Davon verlaufen 47,01 Kilometer im Untergrund, 6,14 Kilometer auf einer Hochbahntrasse und 0,47 Kilometer ebenerdig auf Straßenniveau.
Früher teilte sie sich in einen Nordast nach Linping und einen Ostast zur Endstation Xiashajiangbin.
Mit dem Bau der Linie 9 wurde der Nordast abgegeben, sodass heute alle Züge den nach Osten verlängerten Ast bedienen.
Wie die Linie 1 betrieben wird
Die am 24. November 2012 eröffnete Linie 1 wird für die nächsten 25 Jahre von einer öffentlich-privaten Partnerschaft betrieben.
Auf ihr fahren 48 Sechswagenzüge des Typs B, die der Hersteller CSR Nanjing Puzhen geliefert hat.
Tagsüber verkehren die Züge im Zehnminutentakt durch die Innenstadt und die weiten Vororte.
Für die Linie wurde ein jährliches Aufkommen von rund 78 Millionen Fahrgästen erwartet.
Die Linie 2 und der Qiantang-Fluss
Die Linie 2 ist im Endausbau etwa 49 Kilometer lang und verbindet den Westen der Stadt mit dem Osten.
Dabei unterquert sie den großen Qiantang-Fluss, der sich durch die Region zieht.
In der Innenstadt bestehen an den Stationen Fengqi Road und Qianjiang Road bequeme Umsteigemöglichkeiten zu den Linien 1 und 4.
Der Bau der Linie wurde in zwei Phasen unterteilt, deren erste seit 2011 einen rund 34 Kilometer langen Abschnitt mit 26 Stationen umfasste.
Ein Schub durch die Asienspiele
Für die Asienspiele 2022, die in Hangzhou ausgetragen wurden, beschleunigte die Stadt den Ausbau ihrer U-Bahn noch einmal deutlich.
Große Sportereignisse sind in China oft ein Anlass, lange geplante Nahverkehrsprojekte schneller fertigzustellen.
So half das Netz mit, die vielen Besucher der Spiele zuverlässig zu den Wettkampfstätten zu bringen.
Nach den Spielen blieb der Stadt ein dauerhaft erweitertes und dichteres U-Bahn-Netz erhalten.
Wo Hangzhou liegt
Hangzhou ist die Hauptstadt der Provinz Zhejiang und eine der großen Wirtschaftsmetropolen im Osten Chinas.
Die Stadt ist weit über China hinaus für ihren Westsee berühmt, ein beliebtes Ausflugsziel mit vielen Gärten.
In einer so großen und dicht besiedelten Stadt ist ein leistungsfähiges U-Bahn-Netz beinahe eine Notwendigkeit.
Die Metro verbindet das Zentrum mit den weit ausgreifenden Vororten und dem umliegenden Land.
Der Vergleich mit Deutschland
Das größte deutsche U-Bahn-Netz ist das in Berlin mit 155,4 Kilometern Länge und 175 Bahnhöfen.
Die Münchner U-Bahn kommt auf 103,1 Kilometer und 100 Stationen.
Mit 566 Kilometern ist das Hangzhouer Netz also mehr als dreimal so lang wie das Berliner und mehr als fünfmal so lang wie das Münchner.
Berlin baut seit 1902 an seiner U-Bahn, Hangzhou erst seit 2012 – und hat die deutschen Netze dennoch weit überholt.
Der Vergleich innerhalb Chinas
Innerhalb Chinas steht Hangzhou dennoch nicht an der Spitze, denn mehrere Städte besitzen noch größere Netze.
Die Shanghai Metro erreichte Ende 2025 rund 920 Kilometer und wechselt sich mit Peking als längstes U-Bahn-Netz der Welt ab.
Hangzhou liegt mit seinen 566 Kilometern in der oberen Gruppe der chinesischen Großstadtnetze.
Die Stadt Wuhan etwa betreibt ein Netz von mehr als 550 Kilometern und liegt damit ganz nah bei Hangzhou.
Warum chinesische Netze so schnell wachsen
Chinesische Städte planen ihre U-Bahnen meist in mehreren Phasen und bauen oft mehrere Linien gleichzeitig.
Auch in Hangzhou wurde das Netz von Anfang an in drei Phasen gedacht, die Schritt für Schritt umgesetzt wurden.
Dadurch lassen sich in wenigen Jahren mehrere hundert Kilometer Strecke eröffnen.
Dass eine Linie in China gleich als lange Durchmesserlinie startet, ist Teil dieser Strategie.
Der Anschluss an den Flughafen
Der Ostast der Linie 1 wurde bis zum Flughafen Hangzhou Xiaoshan International verlängert.
Damit erreichen Fahrgäste den internationalen Flughafen der Stadt direkt mit der U-Bahn.
Ein solcher Flughafenanschluss gehört in großen chinesischen Städten mittlerweile beinahe zum Standard.
Für Reisende ist die Metro damit oft eine besonders günstige Verbindung zum Flieger.
Was die Zahl 566 bedeutet
Ein Netz von 566 Kilometern ist länger als manche nationale Fernstrecke in Europa.
Würde man alle Linien gedanklich aneinanderlegen, reichten sie weit über die Grenzen der Stadt hinaus.
Für die Fahrgäste zählt am Ende aber weniger die Gesamtlänge als die Zahl der Ziele, die sie ohne Umweg erreichen.
Die Metro Hangzhou zeigt beispielhaft, wie schnell aus einer einzigen Linie ein dichtes Netz werden kann.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
Warum sich der Blick aufs Detail lohnt
Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.
Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.
Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.
Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.
Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.
Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.
