Zahlen, bitte!
„Auf allen Gleisen bereit zur Abfahrt: der fahrerlose Zug der Doha Metro, 76 Kilometer quer durch die Wüstenmetropole.“
Wie lang ist das Netz der Doha Metro?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Doha Metro verbindet Katars Hauptstadt auf rund 76 Kilometern mit drei Linien und 37 Stationen. Sie ging 2019 in Betrieb, fährt vollständig fahrerlos und erreicht bis zu 100 Kilometer pro Stunde.
Die Doha Metro ist eines der jüngsten großen U-Bahn-Netze der Welt und fährt ohne Fahrer im Zug.
Sie verbindet die Hauptstadt des Wüstenstaates Katar seit dem Jahr 2019 auf drei Linien.
Die kurze Antwort auf die Titelfrage lautet: Das Netz misst rund 76 Kilometer.

Die wichtigsten Zahlen
76 km
Länge des Netzes
drei Linien
37
Stationen
ein zentraler Umstieg
100 km/h
Höchstgeschwindigkeit
ganz ohne Fahrer
2019
Start des Betriebs
erste Linie im Mai
Die drei Linien treffen sich an der zentralen Station Msheireb mitten in Doha.
Drei Linien durch die Wüstenmetropole
Das Netz der Doha Metro besteht aus drei Linien, die nach Farben benannt sind.
Die Rote Linie folgt der Küste von Norden nach Süden und heißt deshalb auch Coastal Line.
Die Grüne Linie führt in den Westen zur Bildungsstadt Education City, die Goldene Linie quert die Stadt in Ost-West-Richtung.
Zusammen ergeben die drei Linien eine Streckenlänge von rund 76 Kilometern.

Woher die 76 Kilometer kommen
Die 76 Kilometer verteilen sich auf Tunnelabschnitte, aufgeständerte Strecken und ebenerdige Gleise.
Der größte Teil im dicht bebauten Zentrum verläuft unter der Erde.
An den Rändern der Stadt kommt die Bahn an die Oberfläche und spart so Baukosten.
Entlang der Strecken liegen insgesamt 37 Stationen.
Gut zu wissen
Die Doha Metro ist nicht zu verwechseln mit der Stadtbahn Lusail, die als eigenes System den Norden des Großraums erschließt und als Zubringer dient.
Die genannten Zahlen beziehen sich auf den Stand nach der Eröffnung aller drei Linien; weitere Ausbaustufen sind langfristig geplant.
Ein Netz, das 2019 ans Netz ging
Die erste Teilstrecke der Roten Linie nahm am 8. Mai 2019 den Betrieb auf.
Die Grüne und die Goldene Linie folgten noch im selben Jahr.
Damit ist die Doha Metro ein sehr junges System, verglichen mit den über hundert Jahre alten U-Bahnen in London oder Berlin.
In nur wenigen Jahren entstand so ein komplett neues Nahverkehrsnetz.
Fahrerlos mit bis zu 100 km/h
Die Züge der Doha Metro fahren vollautomatisch, ohne Fahrerin oder Fahrer an Bord.
Sie erreichen bis zu 100 Kilometer pro Stunde und gehören damit zu den schnellsten fahrerlosen Metros der Welt.
Zur Sicherheit trennen an jeder Station Bahnsteigtüren den Bahnsteig vom Gleis.
Diese Türen öffnen sich erst, wenn der Zug vollständig hält.
Der zentrale Umstieg Msheireb
Alle drei Linien treffen sich an einer einzigen Station im Herzen der Stadt.
Diese Station heißt Msheireb und liegt im neu gebauten Viertel Msheireb Downtown Doha.
Von hier aus erreichen Fahrgäste mit einem Umstieg jede der drei Linien.
Ein solcher zentraler Knoten hält das junge Netz übersichtlich.
21 Bohrmaschinen gleichzeitig
Für die Tunnel setzte der Bauherr 21 Tunnelbohrmaschinen der deutschen Firma Herrenknecht gleichzeitig ein.
Sie gruben die Röhren rund 20 Meter unter der Stadt.
Für den gleichzeitigen Einsatz so vieler Maschinen in einem einzigen Projekt gab es einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.
Der Tunnelbau brachte Katar außerdem einen internationalen Tunnelbau-Preis ein.
Wer die Metro betreibt
Eigentümerin des Systems ist die staatliche Eisenbahngesellschaft Qatar Rail.
Betrieb und Wartung liegen für 20 Jahre bei einem Konsortium namens RKH Qitarat.
An diesem Konsortium ist die katarische Hamad Group mit 51 Prozent beteiligt.
Die restlichen 49 Prozent halten die französischen Verkehrskonzerne Keolis und RATP Dev.
Gold Club, Familie und Standard
In den Zügen gibt es drei verschiedene Bereiche für die Fahrgäste.
Die erste Klasse heißt Gold Club und ist nur mit einem besonderen Fahrschein zugänglich.
Ein eigener Bereich namens Family ist für Familien und allein reisende Frauen reserviert.
Ein Standard-Fahrschein kostet nach Angaben des Betreibers 2 Katar-Riyal, ein Gold-Club-Fahrschein 10 Katar-Riyal.
Gebaut für ein großes Turnier
Die Metro war rechtzeitig vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar einsatzbereit.
Während des Turniers brachte sie viele Besucher zu den Stadien im Großraum Doha.
Ein leistungsfähiger Nahverkehr galt als wichtiger Baustein für das Großereignis.
Nach dem Turnier blieb das Netz als dauerhaftes Verkehrsmittel für die Stadt.
Teil eines größeren Bahnplans
Die Doha Metro ist nur ein Baustein im größeren Schienenplan für Katar.
Als Zubringer dient die Stadtbahn Lusail, die das nördliche Neubaugebiet erschließt.
Langfristig soll das Land über Fernstrecken an seine Nachbarn am Persischen Golf angebunden werden.
So verbindet sich der städtische Nahverkehr mit größeren Plänen für das ganze Land.
Wie sich Doha neben Dubai einreiht
Das Vorbild für Doha stand im Nachbarland, in der Metro Dubai.
Die Metro Dubai fährt bereits seit 2009 und ebenfalls ohne Fahrer.
Die Golfstaaten setzen beim Nahverkehr auffällig oft auf vollautomatische Systeme.
Doha reiht sich damit in eine ganze Reihe junger, fahrerloser Metros der Region ein.
76 Kilometer im Vergleich
76 Kilometer sind für ein erst wenige Jahre altes Netz eine beachtliche Länge.
Die ursprüngliche Machbarkeitsstudie hatte rund 85 Kilometer Metro-Strecken ins Auge gefasst.
Das gebaute Netz liegt also nah an diesem frühen Zielwert.
Gemessen an etablierten europäischen U-Bahnen ist Doha ein mittelgroßes, aber sehr modernes System.
Von der Idee zum Betrieb
Am Anfang stand eine Machbarkeitsstudie des katarischen Verkehrsministeriums.
Angeregt wurde sie durch die wachsende Einwohnerzahl im Großraum Doha und durch die Metro im benachbarten Dubai.
Ab 2011 schrieb das Ministerium die erste Ausbaustufe aus, 2013 und 2014 gingen die großen Bauaufträge an internationale Konsortien.
Nur wenige Jahre später rollten die ersten Züge.
Was die Zahl im Alltag bedeutet
Für Fahrgäste heißt ein 76 Kilometer langes Netz vor allem schnelle Wege quer durch eine weitläufige Stadt.
Wo früher lange Autofahrten nötig waren, verbindet die Bahn heute Flughafen, Zentrum und Vororte.
Weil die Züge ohne Fahrer dicht hintereinander fahren können, sind kurze Takte möglich.
Die 76 Kilometer sind damit weniger eine reine Rekordzahl als ein Versprechen auf kurze Reisezeiten.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Warum sich der Blick aufs Detail lohnt
Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.
Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.
Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.
Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.
Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.
Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.
