Zahlen, bitte!
„Einst Endstation Schoberboden auf 2236 Metern, heute nur noch Erinnerung.“
Wie hoch hinauf fuhr die Reißeckbahn in Kärnten?
→ Eine Hochgebirgsbahn in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Reißeckbahn in Kärnten führte bis auf 2236 Meter Höhe hinauf. Dabei überwand die Hochgebirgsbahn einen Höhenunterschied von 1517 Metern.
Hoch über dem Kärntner Mölltal liegt die Reißeckgruppe.
Jahrzehntelang führte dorthin eine außergewöhnliche Bergbahn.
Die naheliegende Frage lautet: Wie hoch hinauf fuhr diese Bahn eigentlich?

Die wichtigsten Zahlen
2236 m
höchste Station
der Schoberboden im Hochgebirge
1517 m
Höhenunterschied
vom Mölltal bis nach oben
~3500 m
Gesamtlänge
in drei Abschnitten
bis 2016
in Betrieb
seitdem stillgelegt
Alle Werte nach der deutschsprachigen Wikipedia zur Reißeckbahn.
Hinauf auf 2236 Meter
Die Reißeckbahn führte bis auf eine Höhe von 2236 Metern hinauf.
Ihre höchste Station war der Schoberboden im Hochgebirge.
Damit erreichte die Bahn Höhen, die nur wenige Bahnen schaffen.
Sie lag mitten in der Reißeckgruppe in Kärnten.
Für Besucher war die Fahrt ein Erlebnis weit oberhalb der Baumgrenze.

Vom Mölltal ins Hochgebirge
Die Talstation lag in Kolbnitz im Mölltal auf 719 Metern.
Von dort ging es steil hinauf in die Berge.
Oben öffnete sich eine karge, hochalpine Landschaft.
Zwischen Tal und Gipfelstation lagen gewaltige Höhenunterschiede.
Die Bahn verband so zwei völlig verschiedene Welten.
Gut zu wissen
Die Reißeckbahn ist heute nicht mehr in Betrieb.
Die Höhenbahn wurde 2014 eingestellt, die Standseilbahn blieb ab 2016 stehen.
Dieser Beitrag beschreibt die Bahn daher in der Vergangenheitsform.
1517 Höhenmeter
Insgesamt überwand die Bahn einen Höhenunterschied von 1517 Metern.
Das ist ein enormer Wert für eine Bergbahn.
Viele Standseilbahnen schaffen nur wenige hundert Meter.
Die Reißeckbahn stieg um mehr als das Doppelte höher.
Dieser Aufstieg machte sie zu einer echten Hochgebirgsbahn.
Drei Abschnitte, rund 3500 Meter
Die Strecke war in drei Abschnitte geteilt.
Zusammen kamen diese auf eine Länge von rund 3500 Metern.
Die Bahn fuhr auf einer Spurweite von 1000 Millimetern.
Jeder Abschnitt überwand einen Teil des steilen Hangs.
So arbeitete sich die Bahn Stück für Stück nach oben.
Steil mit bis zu 82 Prozent
Die Neigung der Strecke lag zwischen 25 und 82 Prozent.
An der steilsten Stelle ging es also fast senkrecht hinauf.
Solche Steigungen sind nur mit Seiltechnik zu bewältigen.
Ein Zugseil hielt die Wagen sicher am Hang.
Ohne diese Technik wäre der Aufstieg unmöglich gewesen.
Standseilbahn und Höhenbahn
Die Reißeckbahn bestand aus zwei Teilen.
Der untere Teil war die Reißeck-Standseilbahn.
Sie führte vom Mölltal bis zum Schoberboden auf 2236 Metern.
Dort begann die Reißeck-Höhenbahn, eine Schmalspurbahn.
Erst beide Teile zusammen ergaben den vollen Weg nach oben.
Die Höhenbahn bis 2250 Meter
Die Reißeck-Höhenbahn setzte am Schoberboden an.
Sie brachte die Fahrgäste bis zum Berghotel Reißeck.
Dieses lag auf einer Höhe von 2250 Metern.
Weiterführende Werksstrecken reichten sogar bis etwa 2400 Meter.
Damit gehörte die Anlage zu den höchsten ihrer Art.
Gebaut für ein Kraftwerk
Ursprünglich entstand die Bahn für den Bau eines Kraftwerks.
Sie diente dem Transport von Material zu den Staumauern.
Das Kraftwerk gehörte zur Gruppe Reißeck-Kreuzeck.
Deshalb verlief die Bahn direkt neben den Druckwasserrohren.
Energiegewinnung war von Anfang an ihr eigentlicher Zweck.
Vom Werk zum Ausflugsziel
Nach verschiedenen Um- und Zubauten diente die Bahn vor allem dem Personenverkehr.
Immer mehr Ausflügler fuhren zum Berghotel hinauf.
Bis in die 1990er-Jahre gab es oben sogar ein kleines Skigebiet.
Die Hochgebirgswelt wurde so für viele Menschen erreichbar.
Aus der Werksbahn war ein Ausflugsziel geworden.
Das Ende der Höhenbahn 2014
2014 wurde der Betrieb der Reißeck-Höhenbahn eingestellt.
Ihre Trasse musste einem Straßenbau weichen.
Damit verschwand der obere Teil der Verbindung.
Für den Personenverkehr war das ein schwerer Einschnitt.
Die große Höhenbahn gehörte fortan der Vergangenheit an.
Seit 2016 außer Betrieb
Ab 2016 blieb auch die Reißeck-Standseilbahn außer Betrieb.
Grund waren Bauarbeiten am Schoberboden.
Zu dieser Zeit wurde die Kraftwerksanlage erweitert und modernisiert.
Das Projekt trug den Namen Reißeck II.
Seitdem fährt die einst so hohe Bahn nicht mehr.
Die Kreuzeckbahn fährt weiter
Auf der gegenüberliegenden Talseite steigt eine weitere Standseilbahn empor.
Das ist die Kreuzeckbahn, die noch aktiv ist.
Sie gehört zum selben Kraftwerksgebiet.
So blieb wenigstens eine der Bergbahnen erhalten.
Die Region trägt damit bis heute Spuren ihrer Bahngeschichte.
2236 Meter im Vergleich
Mit 2236 Metern führte die Reißeckbahn außergewöhnlich hoch hinauf.
Die meisten Standseilbahnen enden schon weit darunter.
Die Gurtenbahn in Bern etwa erreicht nur 839 Meter über Meer.
Die Reißeckbahn stieg fast dreimal so hoch.
Sie zählte damit zu den hochgelegenen Bahnen der Alpen.
Warum Verlässlichkeit so wichtig ist
Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.
Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.
Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.
Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.
Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.
Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
