Stimmt es, dass Züge in Europa und Amerika unterschiedlich gekuppelt werden?

Stimmt es, dass …?

„Achtung am Gleis: Hier werden die Wagen von Hand gekuppelt, anderswo rasten sie von allein ein.“

Stimmt es, dass Züge in Europa und Amerika unterschiedlich gekuppelt werden?

→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.

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Kurz gesagt

Europa und Nordamerika verbinden ihre Eisenbahnwagen auf ganz verschiedene Weise. Der Mythos stimmt, denn in Europa dient meist eine Schraubenkupplung von Hand, in Nordamerika eine automatische Klauenkupplung.

Damit ein Zug fährt, müssen seine Wagen fest miteinander verbunden sein.

Dafür gibt es die Kupplung zwischen den Fahrzeugen.

Doch nicht überall auf der Welt sieht diese Verbindung gleich aus.

Japanese railway coupler conversion
Foto: Unknown authorUnknown author, Public domain, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

1873

Patent

Janney-Kupplung in den USA

1893

Pflicht

für die US-Eisenbahnen

2 Systeme

im Vergleich

Europa und Nordamerika

Die europäische Schraubenkupplung wird von Hand verbunden, die amerikanische Klaue rastet von selbst ein.

Zwei Welten am Haken

Wer genau hinsieht, entdeckt zwischen zwei Wagen ein wichtiges Bauteil.

Es ist die Kupplung, die den Zug zusammenhält.

In Europa sieht sie ganz anders aus als in Nordamerika.

Der Unterschied reicht bis in die Anfänge der Eisenbahn zurück.

Henschel steam locomotive in Sofia Central Railway Station 2012 PD 44
Foto: Bin im Garten, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Schraubenkupplung in Europa

In Europa ist bei den meisten Zügen die Schraubenkupplung im Einsatz.

Sie wird auch UIC-Kupplung oder UIC-Standard-Kupplung genannt.

Diese Kupplung kann nur Zugkräfte übertragen.

Für die Druckkräfte sorgen zusätzlich die Puffer an den Wagenenden.

Gut zu wissen

Die automatische Kupplung wird nicht nur in Nordamerika, sondern zum Beispiel auch im südlichen Afrika flächendeckend eingesetzt.

Die Janney-Kupplung wurde im Lauf der Jahrzehnte immer größer, um höhere Zugkräfte zu übertragen, folgt aber bis heute ihrer ursprünglichen Form.

Handarbeit zwischen den Puffern

Die Schraubenkupplung muss von Hand verbunden und wieder gelöst werden.

Dazu hängt ein Arbeiter einen schweren Bügel in einen Haken des Nachbarwagens.

Mit einer Spindel wird die Verbindung anschließend fest angezogen.

Diese Arbeit findet in dem engen Raum zwischen den Puffern statt.

Die automatische Kupplung in Amerika

In Nordamerika wird ganz anders gekuppelt.

Dort ist eine automatische Kupplung im Einsatz, die Janney-Kupplung.

Sie sieht aus wie eine große Klaue oder Hand.

Fahren zwei Wagen zusammen, rasten die Klauen von selbst ineinander ein.

Eine Idee von Eli Janney

Erfunden hat diese Kupplung der US-Amerikaner Eli Hamilton Janney.

Er konstruierte sie im Jahr 1868.

Im Jahr 1873 ließ er seine Erfindung patentieren.

Ab 1877 kam die Kupplung bei den Eisenbahnen in den USA zum Einsatz.

Vom Patent zur Pflicht

Nach und nach setzte sich die Janney-Kupplung durch.

Im Jahr 1888 wurde sie mit einer kleinen Änderung zur Standardkupplung der US-Eisenbahnen.

Ab dem Jahr 1893 waren alle amerikanischen Bahngesellschaften zu ihrem Einsatz verpflichtet.

Damit endete die gefährliche Handarbeit beim Kuppeln in Amerika früh.

Warum die Klaue lange Züge erlaubt

Die automatische Kupplung ist besonders belastbar.

Sie überträgt sehr hohe Zugkräfte zwischen den Wagen.

Deshalb lassen sich damit kilometerlange und schwere Züge bilden.

Solche langen Güterzüge sind in Nordamerika bis heute üblich.

Zwei Lösungen für dasselbe Ziel

Beide Systeme erfüllen dieselbe Aufgabe auf ihre Weise.

Die europäische Schraubenkupplung ist einfach, aber sie kostet Handarbeit.

Die amerikanische Klaue kuppelt von selbst, ist dafür größer und schwerer.

So hat jeder Erdteil im Lauf der Zeit seine eigene Lösung gefunden.

Das Fazit

Der Mythos von den unterschiedlichen Kupplungen stimmt.

In Europa werden die Wagen meist mit einer Schraubenkupplung von Hand verbunden.

In Nordamerika übernimmt eine automatische Klauenkupplung diese Arbeit.

Beide Systeme halten die Züge sicher zusammen, nur eben auf verschiedene Art.

Die Bahn und der Klimaschutz

Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.

Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.

Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.

Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.

Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.

Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.

Warum die Bahn für das ganze Land zählt

Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.

Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.

Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.

Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.

Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.

So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.

Die Bahn als Teil des Alltags

Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.

Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.

Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.

Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.

So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.

Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.

Häufige Fragen

Werden Züge in Europa und Amerika wirklich unterschiedlich gekuppelt?
Ja, in Europa dient meist eine Schraubenkupplung von Hand, in Nordamerika eine automatische Klauenkupplung.
Wie funktioniert die europäische Schraubenkupplung?
Ein Bügel wird von Hand in einen Haken gehängt und mit einer Spindel festgezogen, die Puffer fangen die Druckkräfte auf.
Wer erfand die amerikanische Kupplung?
Der US-Amerikaner Eli Hamilton Janney, der sie 1868 konstruierte und 1873 patentieren ließ.
Seit wann ist sie in den USA vorgeschrieben?
Ab dem Jahr 1893 mussten alle amerikanischen Bahngesellschaften die Janney-Kupplung verwenden.
Warum nutzt Amerika die automatische Kupplung?
Sie ist sehr belastbar und erlaubt dadurch kilometerlange und schwere Güterzüge.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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