Stimmt es, dass …?
„Hinweis zum Anschluss: Wer früher Güterwagen über den Bodensee schicken wollte, buchte kein Gleis, sondern ein Schiff.“
Stimmt es, dass über den Bodensee eine Eisenbahnfähre fuhr?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand – und die Antwort führt mitten auf den See.
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Kurz gesagt
Ja, das stimmt: Über den Bodensee fuhren echte Eisenbahnfähren, sogenannte Trajekte. Die Linie Romanshorn–Friedrichshafen trug von 1869 bis 1976 ganze Güterwagen über den See, lange bevor eine Umfahrung schneller war.
Eine Fähre, die keine Autos, sondern ganze Eisenbahnwagen über das Wasser trägt, klingt nach einer kühnen Idee.
Am Bodensee war genau das über ein Jahrhundert lang Alltag.
Die Geschichte dieser Schiffe erzählt viel über die Zeit vor den großen Umfahrungsstrecken.

Die Fakten in Zahlen
1869
Eröffnung
Trajekt Romanshorn–Friedrichshafen
1976
Einstellung
Ende des Eisenbahn-Trajekts
663.232
Güterwagen
über die ganze Betriebszeit transportiert
10–18
Wagen je Schiff
je nach Schiffstyp
Quelle: Wikipedia („Bodensee-Trajekte“); Zahlen für die Linie Romanshorn–Friedrichshafen 1869 bis 1976.
Als ganze Güterwagen über den See schwammen
Ein Trajekt ist eine Fähre, die Eisenbahnwagen auf Gleisen an Bord nimmt und über das Wasser bringt.
Am Bodensee verband dieser Verkehr die Bahnnetze der Anrainer ohne lange Umwege um den See.
Die Wagen rollten am Ufer direkt von den Schienen auf das Schiff.
Am anderen Ufer rollten sie ebenso direkt wieder auf die Landgleise.
So blieb die Ladung im selben Wagen, ohne dass man Güter mühsam umladen musste.

Die Linie Romanshorn–Friedrichshafen
Die bekannteste Verbindung lief zwischen Romanshorn am Südufer und Friedrichshafen am Nordufer.
Sie wurde am 22. Februar 1869 gemeinsam von der württembergischen Staatsbahn und einer Schweizer Bahngesellschaft eröffnet.
Schon im ersten Betriebsjahr brachte sie rund zwölftausend Güterwagen über den See.
Damit war sie weit mehr als eine Kuriosität, sie war ein wichtiger Güterweg.
Vor allem Getreide zählte in jener Zeit zu den großen Frachten.
Gut zu wissen
Das Wort Trajekt kommt vom lateinischen Begriff für Hinüberbringen und meint eine Eisenbahnfähre.
Man darf es nicht mit den bekannten Ausflugs- und Personendampfern des Bodensees verwechseln.
Ein ganzes Netz von Fährlinien
Romanshorn–Friedrichshafen war nicht die einzige Trajektlinie auf dem Bodensee.
Auch zwischen Lindau und Romanshorn verkehrte seit 1869 ein Trajekt.
Weitere Linien verbanden zeitweise Lindau, Konstanz, Bregenz und Friedrichshafen miteinander.
Die meisten dieser Verbindungen wurden schon vor oder zwischen den Weltkriegen wieder aufgegeben.
Am längsten hielt sich die Linie zwischen Romanshorn und Friedrichshafen.
Wie ein Trajektschiff beladen wurde
Auf dem Deck der Schiffe lagen Gleise, die zu den Landgleisen passten.
Je nach Bauart nahm ein Schiff etwa zehn bis achtzehn Wagen auf.
Eine bewegliche Brücke am Ufer glich die wechselnden Wasserstände aus.
Beim Beladen musste die Last sorgfältig verteilt werden, damit das Schiff nicht in Schieflage geriet.
Das Rangieren an Bord verlangte viel Erfahrung von der Mannschaft.
Kriege, Pausen und ein Neuanfang
Der Trajektverkehr ruhte während des Ersten und des Zweiten Weltkriegs.
Erst am 15. Mai 1949 wurde die Linie Romanshorn–Friedrichshafen wieder aufgenommen.
In den Nachkriegsjahren war der kurze Weg über den See noch einmal gefragt.
Doch die Straßen und die Umfahrungsstrecken wurden rasch besser ausgebaut.
Damit verlor das langsame Schiff nach und nach seinen Vorteil.
Das Ende im Jahr 1976
Am 29. Mai 1976 stellte die Bahn den Eisenbahn-Trajektverkehr über den Bodensee ein.
Über die gesamte Betriebszeit hatte die Linie mehr als sechshundertsechzigtausend Güterwagen befördert.
Der Umweg über das Land per Schiene war inzwischen schneller und günstiger.
Ein Güterwagen auf dem Wasser passte nicht mehr in eine Zeit der durchgehenden Strecken.
Die Trajektschiffe verschwanden, ihr Bild blieb aber im Gedächtnis der Region.
Was heute noch an die Trajekte erinnert
Zwischen Friedrichshafen und Romanshorn verkehrt bis heute eine Fähre.
Sie trägt allerdings Autos und Menschen, nicht mehr Eisenbahnwagen.
Alte Hafenanlagen und Fotografien erinnern an die Zeit der Güterwagen auf dem See.
In Museen am Bodensee ist die Geschichte der Trajekte gut dokumentiert.
Der kurze Blick aufs Wasser lässt die alte Idee bis heute erstaunlich lebendig wirken.
Das Fazit
Die Behauptung stimmt.
Über den Bodensee fuhren echte Eisenbahnfähren, die Güterwagen auf Gleisen transportierten.
Die Linie Romanshorn–Friedrichshafen war von 1869 bis 1976 in Betrieb.
Erst als die Umfahrung über Land schneller wurde, verschwand das Trajekt.
Wer heute über den See schaut, blickt auf eine vergessene Güterstraße aus Wasser.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
