Stimmt es, dass …?
„Bitte einsteigen zu einer langen Reise: Rovos Rail verbindet im südlichen Afrika ganze Länder zu einer einzigen Zugfahrt.“
Stimmt es, dass Rovos Rail eine der längsten Luxuszugreisen Afrikas anbietet?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Rovos Rail betreibt Luxuszüge auf dem Schienennetz des südlichen Afrikas und fährt dabei einige der längsten Luxusrouten des Kontinents. Die Behauptung stimmt.
Manche Zugfahrten dauern ein paar Minuten, andere ein paar Stunden.
Rovos Rail stellt dem eine Reise entgegen, die sich über viele Tage und tausende Kilometer zieht.
Diese Folge prüft, ob der Zug wirklich zu den längsten Luxuszugreisen Afrikas zählt.

Die Fakten in Zahlen
1989
Gründung
durch Rohan Vos in Pretoria
4800 km
Fahrt 2019
Daressalam bis Lobito, Ozean zu Ozean
1067 mm
Kapspur
Spurweite des Streckennetzes
Die Angaben stammen aus dem deutschsprachigen Wikipedia-Artikel zu Rovos Rail.
Worum es in dem Mythos geht
Die Behauptung lautet, dass Rovos Rail eine der längsten Luxuszugreisen Afrikas anbietet.
Gemeint ist damit keine kurze Fahrt, sondern eine mehrtägige Reise über große Entfernungen.
Ein Luxuszug unterscheidet sich von einem gewöhnlichen Fernzug vor allem durch Tempo, Ausstattung und das Reiseerlebnis.
Für den Check zählt deshalb beides: die reine Länge der Strecke und der Anspruch als Luxusreise.

Was Rovos Rail eigentlich ist
Rovos Rail ist die Eisenbahnsparte des südafrikanischen Unternehmens Rovos Rail Tours.
Der Betrieb nutzt das Kapspur-Netz des südlichen Afrikas, also Gleise mit einer Spurweite von 1067 Millimetern.
Der Unternehmenssitz liegt in Pretoria, eine weitere Niederlassung befindet sich in Kapstadt.
Als Heimatbahnhof dient das ehemalige Bahnbetriebswerk Capital Park im Norden von Pretoria.
Seit 2016 gehört auch der Shongololo-Express zum Angebot von Rovos Rail.
Gut zu wissen
Kapspur bezeichnet die Spurweite von 1067 Millimetern, die im südlichen Afrika weit verbreitet ist.
Der Name Rovos ist aus dem Namen des Gründers Rohan Vos gebildet.
Wie der Zug entstand
Hinter Rovos Rail steht der Unternehmer Rohan Vos.
Im Jahr 1986 erhielt er eine Betriebsgenehmigung für das staatliche südafrikanische Schienennetz.
Gegründet wurde das Unternehmen dann 1989, der Name ist ein Kofferwort aus dem Namen des Gründers.
Aus einer privaten Sammlung alter Wagen wurde so nach und nach ein regelmäßiger Luxuszugbetrieb.
Die Strecken im südlichen Afrika
Rovos Rail fährt nach einem Jahresfahrplan mehrere feste Routen.
Dazu gehören Pretoria nach Kapstadt, Pretoria nach Durban und Kapstadt nach George.
Hinzu kommen längere Fahrten wie Pretoria zu den Victoriafällen und Pretoria nach Swakopmund in Namibia.
Die Victoriafälle in Simbabwe werden seit 1994 angefahren, Swakopmund in Namibia seit 1998.
Schon seit 1993 steht außerdem mindestens einmal im Jahr Daressalam in Tansania auf dem Plan.
Von einem Ozean zum anderen
Die lange Fahrt von Kapstadt bis nach Daressalam trägt den Namen Pride of Africa.
Im Juli 2019 ging Rovos Rail sogar noch einen Schritt weiter.
Der Zug bediente die rund 4800 Kilometer lange Strecke von Daressalam in Tansania bis Lobito in Angola.
Damit war er der erste Touristenzug, der Afrika vom Indischen bis zum Atlantischen Ozean durchquerte.
Eine solche Reise verbindet mehrere Länder zu einer einzigen, viele Tage dauernden Zugfahrt.
Was den Zug zum Luxuszug macht
Rovos Rail gilt als einer der aufwendigsten Luxuszüge der Welt.
Der Reiz liegt weniger im schnellen Ankommen als im langsamen Reisen durch weite Landschaften.
Die Fahrten sind bewusst mehrtägig angelegt, mit Halten an Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke.
Der Zug selbst wird so zum Ziel und nicht nur zum Verkehrsmittel.
Also eine der längsten Luxusreisen?
Für eine Einordnung hilft der Vergleich mit anderen berühmten Zügen.
Fahrten wie der Ghan in Australien oder der kanadische The Canadian gelten als sehr lange Reisen.
Die 4800 Kilometer von Ozean zu Ozean liegen in genau dieser Größenordnung.
Für den afrikanischen Kontinent ist eine durchgehende Luxusfahrt dieser Länge bislang einzigartig.
Wo der Mythos genau hinschauen muss
Nicht jede Rovos-Fahrt ist gleich lang, viele Routen dauern nur wenige Tage.
Die sehr lange Durchquerung von Ozean zu Ozean war ein besonderes Ereignis und kein tägliches Angebot.
Auf einem Abschnitt nördlich der Victoriafälle wurde früher sogar ein historisches Flugzeug statt der Bahn genutzt.
Der Kern der Behauptung bleibt von diesen Feinheiten aber unberührt.
Das Fazit
Rovos Rail betreibt Luxuszüge im südlichen Afrika und bietet mit Strecken wie Kapstadt nach Daressalam und der Fahrt von Ozean zu Ozean einige der längsten Luxuszugreisen des Kontinents.
Die Behauptung stimmt.
Wer Zeit mitbringt, erlebt hier Eisenbahn als Reise durch ganze Länder.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
