Stimmt es, dass Mexikos erste große Bahnlinie Veracruz mit der Hauptstadt verband?

Stimmt es, dass …?

„Nächster Halt irgendwo über 2000 Meter, bitte festhalten, es geht steil bergauf.“

Stimmt es, dass Mexikos erste große Bahnlinie Veracruz mit der Hauptstadt verband?

→ Mexikos erste große Bahn kletterte vom Meer bis ins Hochland.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Stimmt es, dass …?

Kurz gesagt

Ja, das stimmt. Mexikos erste große Eisenbahnlinie wurde am 1. Januar 1873 eingeweiht und verband den Hafen Veracruz über rund 680 Kilometer mit der Hauptstadt.

Mexiko ist ein Land der Gegensätze, von heißer Küste bis zu kühlen Hochebenen.

Genau zwischen diesen Welten sollte die erste große Bahn verkehren.

Ihr Weg führte vom Meer hinauf in die Berge.

Historische Eisenbahn in Mexiko auf dem Weg ins Hochland
Foto: Es778, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

1. Januar 1873

Einweihung

durch Präsident Lerdo de Tejada

rund 680 km

Länge

Veracruz bis Mexiko-Stadt

über 2000 m

Höhe am Ziel

die Hauptstadt liegt im Hochland

Quelle: englischsprachige Wikipedia „Mexican Railway“.

Worum es bei dem Mythos geht

Die Behauptung lautet, Mexikos erste große Bahnlinie habe Veracruz mit der Hauptstadt verbunden.

Veracruz liegt am Golf von Mexiko, direkt am warmen Meer.

Mexiko-Stadt dagegen liegt hoch in den Bergen.

Eine Bahn zwischen beiden musste also einen weiten Höhenunterschied überwinden.

Alte Lokomotive des Ferrocarril Mexicano
Foto: Russ Bowling, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Eine Bahn vom Meer ins Hochland

Die durchgehende Strecke wurde am 1. Januar 1873 eingeweiht.

Eingeweiht hat sie der damalige Präsident Sebastián Lerdo de Tejada.

Von Veracruz bis Mexiko-Stadt waren es rund 680 Kilometer.

Sie gilt als Mexikos erste große durchgehende Eisenbahnlinie.

Kürzere Bahnstücke hatte es im Land zwar schon vorher gegeben, doch dies war die erste große Fernverbindung.

Gut zu wissen

Die Strecke überwindet auf ihrem Weg von der Küste bis in die Hauptstadt einen Höhenunterschied von mehr als 2000 Metern.

Begonnen wurde das Projekt 1864 als „Imperial Mexican Railway“; nach dem Ende des mexikanischen Kaiserreichs wurde die Gesellschaft 1867 umbenannt.

Lange Bauzeit, wechselnder Name

Das Projekt begann 1864 unter dem Namen Imperial Mexican Railway in London.

Damals herrschte in Mexiko ein kurzlebiges Kaiserreich.

Nach dessen Ende wurde die Gesellschaft 1867 umbenannt.

Der Bau zog sich über viele Jahre hin, bis die Strecke 1873 fertig war.

Der steile Weg über die Berge

Das Schwierigste war der Aufstieg von der Küste ins Hochland.

Die Bahn musste die Sierra Madre Oriental überwinden.

Auf dem Weg lagen tiefe Schluchten und steile Hänge.

Brücken und enge Kurven machten die Strecke zu einer Meisterleistung ihrer Zeit.

Normalspur quer durchs Land

Die Strecke war in der Normalspur von 1435 Millimetern angelegt.

Das erleichterte später die Verbindung mit anderen Bahnen.

Als Hauptstrecke trug sie einen großen Teil des mexikanischen Fernverkehrs.

Güter und Reisende nutzten sie gleichermaßen.

Warum Veracruz und die Hauptstadt

Veracruz war seit langem Mexikos wichtigster Hafen.

Über ihn kamen Waren aus Übersee ins Land und mexikanische Güter hinaus.

Die Hauptstadt im Hochland brauchte eine schnelle Verbindung zu diesem Tor zur Welt.

Eine Bahn zwischen beiden war deshalb von großem Wert.

So verband die erste große Linie das Meer mit dem Herzen des Landes.

Vom Kaiserreich zur Republik

Der Namenswechsel der Bahn spiegelt Mexikos bewegte Geschichte.

In den 1860er Jahren stritten Kaiserreich und Republik um die Macht.

Die Republik setzte sich durch, die Bahn aber wurde weitergebaut.

So überdauerte das Projekt den politischen Umbruch.

Was aus der Bahn wurde

Jahrzehnte lang war die Strecke eine der wichtigsten des Landes.

1946 übernahm der Staat die Kontrolle über die Gesellschaft.

1959 ging sie in den nationalen Eisenbahnen Mexikos auf.

Ein Personenzug mit dem Namen „El Jarocho“ fuhr noch bis 1999.

Das Fazit

Die Antwort lautet klar: Das stimmt.

Mexikos erste große Bahnlinie wurde am 1. Januar 1873 eingeweiht.

Sie verband den Hafen Veracruz über rund 680 Kilometer mit der Hauptstadt.

Dabei stieg sie vom Meer bis in das über 2000 Meter hohe Hochland.

Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet

Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.

Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.

Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.

Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.

Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.

So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.

Warum sich der Blick aufs Detail lohnt

Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.

Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.

Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.

Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.

Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.

Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.

Berühmte Brücken und Schluchten

Der Aufstieg ins Hochland führte durch wildes, zerklüftetes Gelände.

Besonders bekannt wurde eine Brücke über die tiefe Schlucht von Metlac.

Künstler hielten die kühne Bahn in zahlreichen Bildern fest.

Für Reisende war die Fahrt ein Erlebnis zwischen Abgrund und weiter Aussicht.

So wurde die Strecke selbst zu einer Sehenswürdigkeit.

Häufige Fragen

Wann wurde Mexikos erste große Bahnlinie eröffnet?
Die durchgehende Strecke von Veracruz nach Mexiko-Stadt wurde am 1. Januar 1873 eingeweiht, durch Präsident Sebastián Lerdo de Tejada.
Wie lang war die Strecke?
Rund 680 Kilometer, in Normalspur. Sie verband den Hafen Veracruz mit der Hauptstadt.
Was war am Weg so schwierig?
Die Bahn musste von der Küste über die Sierra Madre Oriental ins über 2000 Meter hohe Hochland steigen.
Warum gerade diese Verbindung?
Veracruz war Mexikos wichtigster Hafen. Die Hauptstadt brauchte eine schnelle Verbindung zum Meer für Handel und Reisen.
Gibt es die Bahn heute noch?
Die Gesellschaft wurde 1946 verstaatlicht und 1959 mit den nationalen Bahnen vereinigt. Ein Personenzug namens „El Jarocho“ fuhr bis 1999.

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →