Stimmt es, dass Lincolns Trauerzug tausende Kilometer zurücklegte?

Stimmt es, dass …?

„Langsame Fahrt in Trauer: 1865 brachte ein Zug den toten Präsidenten quer durch das Land.“

Stimmt es, dass Lincolns Trauerzug tausende Kilometer zurücklegte?

→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.

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Kurz gesagt

Lincolns Trauerzug legte 1865 rund 2.662 Kilometer von Washington bis in seine Heimatstadt Springfield zurück. Der Mythos stimmt, denn das waren weit mehr als nur tausend Kilometer, und Millionen Menschen nahmen am Gleis Abschied.

Im Frühjahr 1865 trauerte ein ganzes Land um seinen Präsidenten.

Abraham Lincoln war wenige Tage zuvor ums Leben gekommen.

Ein besonderer Zug brachte seinen Sarg quer durch die USA.

Lincoln Funeral Train replica
Foto: Smallbones, CC0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

1865

die Reise

im Frühjahr

≈ 2.662 km

Strecke

rund 1.654 Meilen

Washington–Springfield

Route

durch sieben Bundesstaaten

~ 13 Tage

Dauer

21. April bis 3. Mai

≈ 7 Mio.

Menschen am Gleis

rund ein Drittel des Nordens

max. 20 mph

Tempo

bewusst langsam, etwa 32 km/h

Quellen: englischsprachige Wikipedia „Funeral of Abraham Lincoln“. Angaben gerundet.

Ein Land in Trauer

Im April 1865 war der Bürgerkrieg gerade zu Ende gegangen.

Da kam die Nachricht vom Tod des Präsidenten.

Abraham Lincoln war ermordet worden.

Das ganze Land war erschüttert.

Viele Menschen wollten persönlich Abschied nehmen.

Dafür wurde ein besonderer Weg gewählt.

Lincoln Funeral train replica cab
Foto: Smallbones, CC0, via Wikimedia Commons

Ein Zug für den letzten Weg

Lincolns Sarg wurde auf einen Zug gebracht.

Dieser Zug ging als Trauerzug in die Geschichte ein.

Er sollte den Präsidenten in seine Heimat bringen.

Unterwegs konnten die Menschen von ihm Abschied nehmen.

So wurde die Eisenbahn zum Ort der nationalen Trauer.

Der Zug trug die Trauer eines ganzen Volkes.

Gut zu wissen

Der Trauerzug hielt auf seinem Weg in mehreren großen Städten, wo jeweils feierliche Aufbahrungen und Trauerzüge stattfanden.

Lincoln wurde am 4. Mai 1865 auf dem Friedhof Oak Ridge in Springfield beigesetzt, einen Tag nach der Ankunft des Zuges.

Von Washington nach Springfield

Die Reise begann in der Hauptstadt Washington.

Ihr Ziel war die Stadt Springfield im Bundesstaat Illinois.

Dort hatte Lincoln vor seiner Präsidentschaft gelebt.

Zwischen beiden Orten lag ein weiter Weg.

Der Zug führte quer durch sieben Bundesstaaten.

Er durchquerte damit einen großen Teil des Landes.

Tausende Kilometer über die Schiene

Die Strecke war rund 1.654 Meilen lang.

Das sind etwa 2.662 Kilometer.

Damit legte der Zug weit mehr als tausend Kilometer zurück.

Es war eine der längsten Trauerfahrten der Geschichte.

Über Tage rollte der Zug durch Städte und Felder.

Die ganze Nation blickte auf diese Reise.

Fast zwei Wochen unterwegs

Der Zug verließ Washington am 21. April 1865.

In Springfield kam er am 3. Mai 1865 an.

Die Fahrt dauerte also rund dreizehn Tage.

Einen Tag später wurde Lincoln beigesetzt.

So lange war das Land im Bann dieser Reise.

Tag für Tag verfolgten die Menschen ihren Verlauf.

Von Stadt zu Stadt

Der Zug hielt in vielen großen Städten.

Dazu gehörten Baltimore, Philadelphia und New York.

Auch Chicago lag auf der langen Strecke.

In diesen Städten gab es Trauerfeiern.

Insgesamt kam der Zug an hunderten Orten vorbei.

Überall säumten Menschen die Gleise.

Millionen nahmen Abschied

Entlang der Strecke standen unzählige Menschen.

Schätzungen sprechen von rund sieben Millionen am Gleis.

Das war etwa ein Drittel der Bevölkerung des Nordens.

Noch mehr Menschen nahmen an Trauerfeiern teil.

Selten hatte ein Land so gemeinsam getrauert.

Die Eisenbahn machte diese Anteilnahme erst möglich.

Bewusst langsam

Der Trauerzug fuhr absichtlich sehr langsam.

Sein Tempo lag bei höchstens 20 Meilen pro Stunde.

Das sind etwa 32 Kilometer pro Stunde.

So konnten die Menschen den Zug gut sehen.

Jeder sollte Gelegenheit zum Abschied bekommen.

Die langsame Fahrt war Teil der Würdigung.

Auf den Spuren von 1861

Lincoln war 1861 als neuer Präsident nach Washington gereist.

Damals hatte er einen langen Weg mit dem Zug zurückgelegt.

Der Trauerzug folgte 1865 weitgehend derselben Route.

Nur fuhr er diesmal in umgekehrter Richtung.

So kehrte Lincoln den Weg seines Aufstiegs zurück.

Am Ende stand seine Heimatstadt Springfield.

Das Fazit

Der Mythos stimmt.

Lincolns Trauerzug legte 1865 rund 2.662 Kilometer zurück.

Er fuhr von Washington bis in die Heimatstadt Springfield.

Das waren weit mehr als nur tausend Kilometer.

Millionen Menschen nahmen entlang der Gleise Abschied.

Die Eisenbahn wurde so zum Schauplatz nationaler Trauer.

Von der Dampflok bis heute

Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.

Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.

Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.

Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.

Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.

Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.

Zwischen Technik und Menschen

Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.

Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.

Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.

Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.

Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.

Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.

Häufige Fragen

Wie weit fuhr Lincolns Trauerzug?
Der Zug legte rund 1.654 Meilen zurück, also etwa 2.662 Kilometer, von Washington bis nach Springfield.
Wie lange war der Zug unterwegs?
Er verließ Washington am 21. April 1865 und erreichte Springfield am 3. Mai 1865, war also rund dreizehn Tage unterwegs.
Warum fuhr der Zug so langsam?
Mit höchstens 20 Meilen pro Stunde fuhr er bewusst langsam, damit möglichst viele Menschen am Gleis Abschied nehmen konnten.
Wie viele Menschen sahen den Zug?
Schätzungen zufolge nahmen rund sieben Millionen Menschen entlang der Strecke Abschied, etwa ein Drittel der Bevölkerung des Nordens.
Folgte der Zug einer bestimmten Route?
Ja, er folgte weitgehend der Strecke, die Lincoln 1861 als neuer Präsident genommen hatte, nur in umgekehrter Richtung.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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