Stimmt es, dass …?
„Einsteigen ohne Ticket: In Luxemburg fährt der Nahverkehr kostenlos.“
Stimmt es, dass in Luxemburg der öffentliche Nahverkehr kostenlos ist?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Stimmt es, dass …?
Kurz gesagt
In Luxemburg sind Bus, Tram und Bahn im Inland seit 2020 kostenlos. Der Mythos stimmt, denn nur die erste Klasse im Zug kostet noch einen Aufpreis.
In den meisten Ländern kostet eine Fahrt mit Bus und Bahn Geld.
Ein kleines Land in Europa geht hier einen eigenen Weg.
In Luxemburg kann man fast überall ohne Fahrschein einsteigen.

Die Fakten in Zahlen
2020
seit
kostenlos im ganzen Land
erstes Land
weltweit
mit diesem Schritt
Bus, Tram, Bahn
alle drei
im Land kostenlos
Nur die erste Klasse im Zug kostet weiterhin einen Aufpreis.
Einsteigen ohne Ticket
In Luxemburg steigen die Menschen in Bus, Tram und Zug, ohne einen Fahrschein zu lösen.
Ein Automat oder ein Schalter für Tickets ist für den Nahverkehr kaum noch nötig.
Wer einsteigt, fährt einfach mit.
Was anderswo undenkbar wäre, ist hier Alltag.
Das kleine Land hat den öffentlichen Verkehr weitgehend kostenlos gemacht.
Dieser Beitrag prüft, ob das wirklich so stimmt.

Seit Anfang 2020
Die große Umstellung kam Anfang 2020.
Seit dem 29. Februar 2020 ist der öffentliche Verkehr im Land kostenlos.
Von einem Tag auf den anderen entfielen die Fahrscheine im Nahverkehr.
Die Entscheidung dazu hatte die Regierung zuvor getroffen.
Seither gilt die Regel im ganzen Land.
Luxemburg sorgte damit international für Aufsehen.
Gut zu wissen
Der Begriff Nulltarif beschreibt einen öffentlichen Verkehr, der für die Fahrgäste kostenlos ist und aus anderen Quellen finanziert wird.
Die kostenlose Fahrt gilt für den Verkehr innerhalb Luxemburgs; für Fahrten über die Grenze gelten die Regeln des jeweiligen Nachbarlandes.
Bus, Tram und Bahn
Die Regel betrifft nicht nur ein einzelnes Verkehrsmittel.
Kostenlos sind die Busse im ganzen Land.
Auch die Straßenbahn in der Hauptstadt fährt ohne Ticket.
Dazu kommen die Züge auf dem Netz innerhalb des Landes.
Alle drei Verkehrsmittel sind damit gratis nutzbar.
So lässt sich das ganze Land ohne Fahrschein bereisen.
Das erste Land der Welt
Mit diesem Schritt stand Luxemburg ganz vorn.
Es war das erste Land der Welt, das den gesamten öffentlichen Verkehr kostenlos machte.
Zwar gab es schon vorher einzelne Städte mit Gratis-Verkehr.
Ein ganzes Land hatte diesen Weg aber noch nicht beschritten.
Luxemburg wurde damit zum Vorreiter.
Viele andere Länder blickten auf dieses Beispiel.
Wo es trotzdem etwas kostet
Ganz ohne Ausnahme ist die Regel allerdings nicht.
Die erste Klasse im Zug kostet weiterhin einen Aufpreis.
Wer bequemer reisen möchte, zahlt also dafür.
Die zweite Klasse dagegen ist frei.
Für den normalen Alltag reicht das völlig aus.
Die kostenlose Fahrt gilt dabei für den Verkehr innerhalb des Landes.
Warum das Land diesen Weg ging
Hinter der Entscheidung steckt ein handfestes Ziel.
Das Land wollte den Verkehr auf den Straßen entlasten.
Günstige oder kostenlose Fahrten sollen mehr Menschen in Bus und Bahn locken.
Zugleich soll der öffentliche Verkehr insgesamt an Ansehen gewinnen.
Auch die Umwelt spielte bei der Überlegung eine Rolle.
Der Nulltarif ist damit Teil einer größeren Verkehrspolitik.
Ein kleines Land mit viel Verkehr
Luxemburg ist flächenmäßig ein sehr kleines Land.
Trotzdem herrscht auf seinen Straßen reger Verkehr.
Viele Menschen pendeln täglich zur Arbeit, auch aus den Nachbarländern.
Die Wege im Land sind dabei meist kurz.
Ein landesweiter Gratis-Verkehr lässt sich hier leichter umsetzen als in großen Staaten.
Die Größe des Landes ist für das Modell also ein Vorteil.
Was Reisende davon haben
Für die Fahrgäste ist der Vorteil leicht zu verstehen.
Sie müssen sich nicht mehr um Tickets und Tarife kümmern.
Das Umsteigen zwischen Bus, Tram und Zug wird einfacher.
Auch Gäste von außerhalb profitieren im Land von der Regel.
Der Zugang zum Nahverkehr ist damit für alle offen.
Das macht das Reisen spürbar unkomplizierter.
Mehr als nur der Nulltarif
Der kostenlose Verkehr steht nicht für sich allein.
Das Land hat zugleich in sein Verkehrsnetz investiert.
In der Hauptstadt entstand in den letzten Jahren eine neue Straßenbahn.
Auch das Zugangebot wurde ausgebaut.
Nur ein gutes Netz macht den Gratis-Verkehr wirklich attraktiv.
Beides zusammen soll den Umstieg vom Auto erleichtern.
Vorbild oder Sonderfall
Ob sich das Modell übertragen lässt, wird oft diskutiert.
Große Länder haben andere Voraussetzungen als das kleine Luxemburg.
Dort sind die Strecken länger und die Kosten höher.
Luxemburg bleibt deshalb vorerst ein besonderer Fall.
Als Beispiel für den Gratis-Verkehr wird es dennoch oft genannt.
Es zeigt, dass ein ganzes Land diesen Weg gehen kann.
Das Fazit
Der Mythos stimmt, denn in Luxemburg ist der öffentliche Nahverkehr kostenlos.
Seit Anfang 2020 fahren Bus, Tram und Bahn im Land ohne Fahrschein.
Nur die erste Klasse im Zug kostet weiterhin extra.
Luxemburg war damit das erste Land der Welt mit diesem Schritt.
Für den Alltag im Land braucht man also kein Ticket mehr.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
