Stimmt es, dass in Japan Bahnhofspersonal Fahrgäste in den Zug schiebt?

Stimmt es, dass …?

„Bitte einsteigen und aufrücken, die Türen schließen gleich – notfalls mit sanftem Nachdruck von hinten.“

Stimmt es, dass in Japan Bahnhofspersonal Fahrgäste in den Zug schiebt?

→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.

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Kurz gesagt

An den großen Bahnhöfen Tokios stehen zu den Stoßzeiten wirklich Kräfte bereit, die nachdrängende Fahrgäste in die Waggons schieben. Der Mythos stimmt, allerdings nur zur Rushhour an den vollsten Stationen.

Kaum ein Bild vom Zugfahren in Japan hat sich so eingeprägt wie das der Menschen, die in einen prall gefüllten Waggon gedrückt werden.

Viele halten diese Szene für eine Übertreibung aus alten Fernsehberichten.

Ein Blick auf den Alltag in Tokio zeigt jedoch, dass an der Geschichte tatsächlich etwas dran ist.

Shinjuku station, Tokyo, Japan aerial photo, 2008 04 11
Foto: Lukas, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

8,5 Mio.

Fahrgäste am Tag

im U-Bahn-Netz von Tokio

13

U-Bahn-Linien

dazu ein dichtes Netz aus S- und Regionalbahnen

Rushhour

morgens und abends

nur dann sind die Helfer im Einsatz

Mit rund 3,1 Milliarden Fahrgästen im Jahr gilt das Tokioter U-Bahn-Netz als das am stärksten genutzte der Welt.

Woher das Bild stammt

Die Vorstellung von schiebenden Bahnbediensteten kursiert seit Jahrzehnten in Reiseberichten aus Japan.

Sie wirkt auf viele so ungewöhnlich, dass sie die Szene für eine reine Legende halten.

Der Kern der Geschichte lässt sich aber im heutigen Nahverkehr Tokios gut beobachten.

Dort treffen gewaltige Fahrgastzahlen auf ein sehr eng getaktetes Streckennetz.

Tokyo banner Shinjuku station
Foto: LHOON, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Was an den Bahnsteigen wirklich geschieht

Zu den Hauptverkehrszeiten sind an vielen U-Bahnhöfen zusätzliche Kräfte auf den Bahnsteigen im Einsatz.

Ihre Aufgabe ist es, den Fahrgastwechsel zu ordnen und die Türen wieder frei zu bekommen.

Ist ein Zug bereits überfüllt, drücken sie nachrückende Reisende behutsam in den Waggon.

So lässt sich verhindern, dass eine Tasche oder ein Mantel die Türen blockiert.

Gut zu wissen

Die weißen Handschuhe des Personals sind in Japans Nahverkehr weit verbreitet und stehen für einen gepflegten, höflichen Dienst.

Auch in anderen japanischen Millionenstädten gibt es zu Spitzenzeiten ähnliche Szenen, am bekanntesten sind sie jedoch aus Tokio.

Die Helfer heißen Oshiya

Vor Ort werden diese Kräfte als Oshiya bezeichnet, was sich mit „Schieber“ übersetzen lässt.

Sie tragen meist eine Uniform, eine Mütze und weiße Handschuhe.

Ihr Auftreten ist ruhig und höflich, keineswegs grob.

Der sanfte Druck von hinten ist eher der letzte Handgriff als die Regel.

Warum die Züge so voll werden

Der Großraum Tokio zählt zu den bevölkerungsreichsten Regionen der Erde.

Sehr viele Menschen fahren morgens zur gleichen Zeit in die Innenstadt zur Arbeit.

Die Bahn bündelt diese Ströme auf wenigen, außerordentlich stark nachgefragten Linien.

In diesen Minuten stößt selbst ein sehr dichter Takt an seine Grenzen.

Ordnung trotz großem Gedränge

Auf den Bahnsteigen markieren Linien genau die Stellen, an denen sich die Türen öffnen.

Die Reisenden stellen sich diszipliniert in Reihen an und lassen erst die Aussteigenden heraus.

Diese Ordnung macht das schnelle Füllen der Züge überhaupt erst möglich.

Die Helfer greifen nur dort ein, wo es an einer Tür besonders eng wird.

Sicherheit steht im Vordergrund

Viele U-Bahnsteige sind durch Absperrungen oder eigene Bahnsteigtüren gesichert.

Das Personal achtet genau darauf, dass niemand eingeklemmt wird oder stürzt.

Erst wenn alle Türen frei sind, gibt es das Signal zur Abfahrt.

Das Schieben dient also dem geregelten Ablauf und nicht der Hektik.

Ein Phänomen der Stoßzeiten

Außerhalb der Hauptverkehrszeiten geht es auf den Bahnsteigen deutlich ruhiger zu.

Dann braucht es keine zusätzlichen Kräfte, die beim Einsteigen nachhelfen.

Wer tagsüber oder am Abend reist, wird das berühmte Schieben kaum erleben.

Es ist ein Bild der wenigen dichtesten Minuten des Tages.

Was Reisende erwartet

Für Besucher aus Deutschland wirkt der morgendliche Andrang zunächst überwältigend.

Wer sich an die Reihen hält und ruhig bleibt, kommt jedoch gut mit.

Ein etwas späterer Start in den Tag umgeht das größte Gedränge.

Für viele gehört dieses Erlebnis fest zu einer Reise durch Tokio.

Das Fazit

Der Mythos vom Personal, das Fahrgäste in den Zug schiebt, ist wahr.

Er beschränkt sich allerdings auf die Rushhour an den vollsten Stationen.

Dahinter steckt kein Chaos, sondern ein durchdachter Umgang mit riesigen Fahrgastzahlen.

Der Zug als umweltfreundliche Wahl

Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.

Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.

Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.

Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.

Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.

So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.

Was die Fahrgäste davon haben

Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.

Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.

Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.

Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.

So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.

Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.

Häufige Fragen

Gibt es die schiebenden Helfer wirklich?
Ja, an großen Bahnhöfen Tokios sind zu den Stoßzeiten Kräfte im Einsatz, die nachdrängende Fahrgäste in die Waggons schieben.
Wie werden sie genannt?
Vor Ort heißen sie Oshiya, was sich mit „Schieber“ übersetzen lässt.
Passiert das den ganzen Tag?
Nein, das Schieben findet vor allem morgens und abends zur Hauptverkehrszeit statt.
Ist das nicht gefährlich?
Das Personal achtet gezielt darauf, dass niemand eingeklemmt wird, und gibt das Abfahrtsignal erst, wenn alle Türen frei sind.
Warum sind die Züge überhaupt so voll?
Im Großraum Tokio fahren sehr viele Menschen gleichzeitig, und die Nachfrage bündelt sich auf wenigen Linien.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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