Stimmt es, dass …?
„Einsteigen bitte, der Sonnenzug nach Byron Beach fährt gleich ab, heute wieder mit Strom vom eigenen Dach.“
Stimmt es, dass in Australien der erste reine Solarzug der Welt fährt?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
In Byron Bay fährt seit 2017 ein umgebauter Triebwagen, der als erster Solarzug der Welt gilt. Ganz rein ist der Sonnenbetrieb aber nicht, denn bei wenig Sonne helfen Netzstrom und ab und zu auch Diesel aus.
An der Ostküste Australiens pendelt ein alter, rot-cremefarbener Triebwagen am Meer entlang.
Sein Dach ist mit Solarzellen bedeckt, die ihn antreiben sollen.
Ob er wirklich der erste reine Solarzug der Welt ist, klärt dieser Mythos-Check.

Die Fakten in Zahlen
2017
16. Dezember
erste Fahrt
rund 3 km
Streckenlänge
zwei Haltepunkte
100
Sitzplätze
im umgebauten Triebwagen
In den ersten 19 Tagen nutzten mehr als 10.000 Fahrgäste den Zug.
Ein alter Triebwagen mit neuer Technik
In Byron Bay fährt kein moderner Hightech-Zug, sondern ein umgebauter Oldtimer.
Als Fahrzeug dient ein Triebwagen der australischen Baureihe 620/720 aus den 1960er Jahren.
Dazu kommt ein Beiwagen von 1949, der ursprünglich in den Werkstätten von Chullora entstand.
Für den Solarbetrieb wurde dieser Zug gründlich umgerüstet.

Seit wann der Solarzug fährt
Die erste Fahrt fand am 16. Dezember 2017 statt.
Seitdem pendelt der Zug regelmäßig an der Küste entlang.
Betrieben wird er von der gemeinnützigen Byron Bay Railroad Company.
Diese gehört zu einem Ferienresort in der Region North Byron.
Gut zu wissen
Der Zug verkehrt im Badeort Byron Bay im australischen Bundesstaat New South Wales auf einem kurzen Reststück einer alten Strecke.
Mit nur rund drei Kilometern Länge ist die Fahrt eher ein Erlebnis als ein Verkehrsmittel für lange Wege.
Warum er als weltweit erster gilt
Der Zug gilt als erster solarbetriebener Zug der Welt.
Die Betreiber und mehrere Quellen sprechen von einer Weltneuheit.
Allerdings wird diese Einordnung meist vorsichtig formuliert.
Es heißt deshalb oft, der Zug gelte als erster seiner Art.
Wie der Zug Sonnenstrom nutzt
Auf dem Dach des Waggons sind Solarzellen angebracht.
Sie laden Batterien, aus denen der Zug seine Fahrenergie bezieht.
Zusätzlich liefert eine Solaranlage am Depot des Zuges Strom.
Im besten Fall fährt der Zug damit allein mit der Kraft der Sonne.
Wenn die Sonne nicht reicht
Nicht immer scheint genug Sonne für die ganze Strecke.
Reicht der Solarstrom nicht, bezieht der Zug Strom aus dem öffentlichen Netz.
Etwa einmal pro Woche soll er zudem mit Diesel fahren.
Ein vollständig reiner Sonnenbetrieb ist das also nicht.
Die kurze Strecke am Meer
Der Zug nutzt einen rund drei Kilometer langen Abschnitt einer alten Bahnstrecke.
Diese Strecke zwischen Casino und Murwillumbah war weitgehend stillgelegt.
Es gibt nur zwei Haltepunkte, nämlich North Beach und Byron Beach.
Die Fahrt führt gemütlich durch die Küstenlandschaft.
Woher der Waggon stammt
Die Fahrzeuge sind echte Veteranen der australischen Eisenbahn.
Der Triebwagen stammt aus den 1960er Jahren, der Beiwagen sogar von 1949.
Statt verschrottet zu werden, bekamen sie ein zweites Leben mit Sonnenkraft.
Rund 100 Fahrgäste finden in dem umgebauten Zug Platz.
Wie beliebt der Zug ist
Schon in den ersten 19 Tagen fuhren mehr als 10.000 Menschen mit.
Bis Anfang 2019 zählte der Betreiber den 100.000sten Fahrgast.
Der kurze Sonnenzug wurde so schnell zu einer Attraktion.
Viele Besucher kommen weniger wegen der Strecke als wegen der Technik.
Warum rein nicht ganz stimmt
Das Wort rein trifft den Betrieb nicht ganz.
Der Zug fährt zwar meistens mit Sonnenstrom, braucht aber Netz und Diesel als Reserve.
Auch der Titel weltweit erster wird vorsichtig als Annahme formuliert.
Die Grundidee eines solarbetriebenen Zuges ist hier aber tatsächlich verwirklicht.
Das Fazit
In Australien fährt wirklich ein Zug, der überwiegend mit Sonnenstrom angetrieben wird.
Als erster Solarzug der Welt gilt er, doch die Behauptung stimmt nur teilweise.
Ein völlig reiner Sonnenbetrieb ist es nicht, weil Netzstrom und Diesel einspringen.
Als pfiffiges Beispiel für umweltfreundliche Bahnideen bleibt der Zug trotzdem bemerkenswert.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
Ein Werbeträger für saubere Bahn
Der kleine Sonnenzug ist auch zu einem Aushängeschild geworden.
Er zeigt, dass sich alte Fahrzeuge mit erneuerbarer Energie weiterbetreiben lassen.
Fachleute aus anderen Ländern schauen sich das Projekt deshalb genau an.
So wirkt die kurze Strecke weit über Byron Bay hinaus.
