Stimmt es, dass …?
„Achtung an Gleis 1: Kein Reisezug – dieser Zug rückt nur aus, wenn im Tunnel etwas Schlimmes passiert.“
Stimmt es, dass für lange Tunnel eigene Rettungszüge bereitstehen?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Stimmt es, dass …?
Kurz gesagt
Ja, an mehreren Standorten stehen besondere Rettungszüge Tag und Nacht bereit. Sie sind für schwere Unglücke im Tunnel ausgerüstet und rücken auf der Schiene aus.
Ein Tunnel ist für die Feuerwehr ein schwieriger Einsatzort.
Rettungswagen und Löschfahrzeuge kommen dort auf der Straße nicht hin.
Für diesen Fall hält die Bahn eine besondere Antwort bereit, die selbst auf Schienen fährt.

Die Fakten in Zahlen
6
heute
Rettungszüge in ständiger Bereitschaft
1988
Fulda
erste Vorstellung des Konzepts
Tunnel
Schwerpunkt
vor allem ältere Schnellfahrstrecken
Zu einem Rettungszug gehören unter anderem zwei Lokomotiven, Transportwagen, ein Gerätewagen, ein Löschmittelwagen und ein Sanitätswagen.
Warum es Rettungszüge gibt
Auf Schnellfahrstrecken liegen viele lange Tunnel, in denen ein Zug im Notfall halten könnte.
Die normale Feuerwehr erreicht das Innere eines solchen Tunnels nur schwer.
Deshalb entwickelte die Bahn ein Fahrzeug, das die Helfer und ihre Ausrüstung über die Schiene bringt.
So gelangt Hilfe auch dorthin, wo keine Straße hinführt.
Der Rettungszug ist damit ein wichtiger Baustein im Sicherheitskonzept der Tunnel.

Sechs Züge in Bereitschaft
Die Deutsche Bahn hält heute sechs solcher Rettungszüge vor.
Sie stehen an festen Standorten und sind rund um die Uhr einsatzbereit.
Von dort aus decken sie das Netz besonders entlang der älteren Schnellfahrstrecken ab.
Zu den Einsatzschwerpunkten zählen die Strecken Hannover–Würzburg und Mannheim–Stuttgart.
Im Ernstfall rückt der nächstgelegene Zug zum betroffenen Tunnel aus.
Gut zu wissen
Der Rettungszug ersetzt nicht die Feuerwehr, sondern bringt sie und ihre Ausrüstung erst an den schwer erreichbaren Einsatzort.
Neben den Rettungszügen setzen moderne Tunnel vor allem auf gut markierte Fluchtwege für die schnelle Selbstrettung.
Wie ein Rettungszug aufgebaut ist
Ein Rettungszug ist kein Reisezug, sondern ein rollendes Einsatzmittel.
Zu ihm gehören zwei Lokomotiven, damit er von beiden Seiten fahren kann.
Transportwagen bringen Einsatzkräfte hinein und gerettete Menschen wieder heraus.
Ein Gerätewagen und ein Löschmittelwagen führen Werkzeug und Wasser mit.
Ein Sanitätswagen versorgt Verletzte schon während der Fahrt.
Vom Tunnelhilfszug zum Rettungszug
Das Konzept wurde 1988 in Fulda erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
Ab Ende 1988 standen erste Prototypen in Fulda und Würzburg bereit.
Früher trug das Fahrzeug den Namen Tunnelhilfszug.
Erst später setzte sich die heutige Bezeichnung Rettungszug durch.
Mit den neuen Schnellfahrstrecken wuchs auch die Bedeutung dieser Technik.
Selbstrettung geht vor
Der Rettungszug ist die zweite Stufe eines größeren Plans.
Zuerst sollen sich die Menschen im Tunnel möglichst selbst in Sicherheit bringen.
Dafür gibt es beleuchtete Fluchtwege und markierte Notausgänge.
Bei neueren Tunneln wurde dieses Selbstrettungskonzept besonders ausgebaut.
Der Rettungszug kommt dann als organisierte Hilfe von außen hinzu.
Wer den Zug bedient
Im Einsatz arbeiten Bahn und Feuerwehr eng zusammen.
Die Einsatzkräfte fahren mit dem Zug in den Tunnel hinein.
Von dort aus löschen sie, bergen Menschen und leisten Erste Hilfe.
Der Zug dient dabei zugleich als geschützter Rückzugsort.
So lässt sich ein Unglück auch tief im Berg beherrschen.
Regelmäßige Übungen
Ein Rettungszug nützt nur, wenn im Ernstfall alle Handgriffe sitzen.
Deshalb üben Bahn und Feuerwehr den Einsatz immer wieder.
Bei diesen Übungen wird das Ausrücken und das Arbeiten im Tunnel geprobt.
Auch die Technik des Zuges wird dabei regelmäßig kontrolliert.
So bleibt die Mannschaft auf einen echten Notfall vorbereitet.
Ein seltener, aber wichtiger Dienst
Zum Glück müssen die Rettungszüge nur selten wirklich ausrücken.
Die meiste Zeit stehen sie ungenutzt an ihrem Standort.
Ihr Wert zeigt sich erst im Ernstfall, wenn es auf jede Minute ankommt.
Gerade in einem langen Tunnel kann diese Hilfe Leben retten.
Deshalb hält die Bahn die Züge dauerhaft bereit.
Das Fazit
Es stimmt, dass für lange Tunnel eigene Rettungszüge bereitstehen.
Die Deutsche Bahn hält davon sechs Stück in ständiger Bereitschaft.
Sie sind mit Loks sowie Transport-, Geräte-, Löschmittel- und Sanitätswagen ausgerüstet.
Ihr Schwerpunkt liegt auf den Tunneln der älteren Schnellfahrstrecken.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
