Stimmt es, dass es Dampflokomotiven mit zwei Triebwerken gab?

Stimmt es, dass …?

„Achtung an Gleis eins, hier kommt eine Gelenklokomotive mit gleich zwei Triebwerken unter einem Kessel.“

Stimmt es, dass es Dampflokomotiven mit zwei Triebwerken gab?

→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.

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Kurz gesagt

Ja, das stimmt: Es gab Dampflokomotiven mit zwei getrennten Triebwerken, etwa die Bauarten Mallet und Garratt. Solche Gelenklokomotiven lieferten viel Kraft und kamen trotzdem durch enge Kurven.

Eine normale Dampflok hat einen Kessel und ein Triebwerk, das die Räder antreibt.

Für besonders schwere Aufgaben reichte das manchmal nicht aus.

Also bauten Ingenieure Lokomotiven mit gleich zwei Triebwerken.

Beyer Peacock Garratt locomotive for Chile (Wonder Book of Engineering W
Foto: Andy Dingley, Public domain, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

1884

Bauart Mallet

entwickelt von Anatole Mallet

1909

erste Garratt

ausgeliefert nach Tasmanien

1704

Garratts gebaut

davon 1124 für Afrika

Zwei Triebwerke lieferten viel Kraft und kamen dennoch durch enge Kurven.

Der Mythos auf dem Prüfstand

Die Behauptung ist richtig und führt in die Welt der Gelenklokomotiven.

Es gab tatsächlich Dampfloks mit zwei getrennten Triebwerken.

Bekannt wurden vor allem die Bauarten Mallet und Garratt.

Beide lösten dasselbe Problem auf unterschiedliche Weise.

Australian Standard Garratt number 33
Foto: Own work by Zzrbiker, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Was zwei Triebwerke bedeuten

Ein Triebwerk umfasst die Zylinder und die von ihnen angetriebenen Räder.

Eine gewöhnliche Lok besitzt davon nur ein einziges.

Bei den Gelenkloks sind es zwei, die beweglich miteinander verbunden sind.

Dadurch kann sich die lange Maschine in Kurven abknicken.

Gut zu wissen

Die Bauart Mallet mit zweigeteiltem Triebwerk wurde 1884 von Anatole Mallet für kurvenreiche Bergstrecken entwickelt und besitzt ein bewegliches vorderes Drehgestell.

Die Bauart Garratt hat zwei getrennte Triebwerkseinheiten, die durch einen Kessel und Führerstand tragenden Brückenrahmen verbunden sind, von 1704 gebauten Garratts gingen 1124 nach Afrika.

Die Bauart Mallet

Die Bauart Mallet wurde 1884 von dem Schweizer Ingenieur Anatole Mallet entwickelt.

Ihr zweigeteiltes Triebwerk war vor allem für kurvenreiche Bergstrecken gedacht.

Das vordere Triebwerk sitzt dabei auf einem beweglichen Drehgestell.

So kam die kräftige Lok auch durch enge Bögen.

Die Bauart Garratt

Die Bauart Garratt besteht aus zwei vollständig getrennten Triebwerkseinheiten.

Zwischen ihnen hängt ein Brückenrahmen, der Kessel und Führerstand trägt.

Damit gehört die Garratt ebenfalls zu den Gelenklokomotiven.

Ihre ungewöhnliche Form machte sie unverwechselbar.

Herbert Garratt und Manchester

Der Name geht auf den Ingenieur Herbert William Garratt zurück.

Entwickelt wurde die Bauart mit der Firma Beyer, Peacock und Co. in Manchester.

Von dort aus trat die Garratt ihren Siegeszug an.

Noch heute ist der Begriff Beyer-Garratt ein fester Name.

Premiere in Tasmanien

Die erste Garratt wurde 1909 ausgeliefert.

Sie ging an die Regierungsbahn der Insel Tasmanien.

Dort bewährte sie sich auf einer schmalen Spur.

Damit begann die Geschichte einer ganzen Lokomotivfamilie.

Ein Erfolg vor allem in Afrika

Weltweit wurden rund 1704 Garratt-Lokomotiven gebaut.

Allein 1124 davon gingen nach Afrika.

Dort passten sie gut zu leichten Gleisen und engen Kurven.

Viele Bahnen schätzten ihre Kraft bei geringem Achsdruck.

Das Fazit

Die Antwort lautet eindeutig: Ja, es gab Dampfloks mit zwei Triebwerken.

Die Bauarten Mallet und Garratt sind die bekanntesten Beispiele.

Sie verbanden große Kraft mit der Beweglichkeit in engen Kurven.

Der Mythos stimmt und erinnert an eine faszinierende Blüte des Lokomotivbaus.

Kleine Dinge, große Wirkung

Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.

Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.

Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.

In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.

Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.

So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.

Warum sich der Blick aufs Detail lohnt

Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.

Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.

Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.

Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.

Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.

Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.

Warum Verlässlichkeit so wichtig ist

Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.

Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.

Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.

Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.

Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.

Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.

Warum die Bahn für das ganze Land zählt

Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.

Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.

Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.

Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.

Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.

So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.

Häufige Fragen

Gab es wirklich Loks mit zwei Triebwerken?
Ja, sogenannte Gelenklokomotiven wie die Bauarten Mallet und Garratt besaßen zwei getrennte Triebwerke.
Wer erfand die Bauart Mallet?
Der Schweizer Ingenieur Anatole Mallet entwickelte sie im Jahr 1884 für kurvenreiche Bergstrecken.
Was ist das Besondere an der Garratt?
Sie trägt Kessel und Führerstand auf einem Brückenrahmen zwischen zwei getrennten Triebwerkseinheiten.
Wo wurden Garratts gebaut?
Bei der Firma Beyer, Peacock und Co. in Manchester, benannt nach Herbert William Garratt.
Warum zwei Triebwerke?
Sie lieferten viel Kraft und blieben zugleich beweglich genug für enge Kurven und leichte Gleise.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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