Stimmt es, dass eine Waldbahn in Taiwan mit Spitzkehren auf den Berg fährt?

Stimmt es, dass …?

„Bergfahrt nach Alishan: Der Zug fährt gleich vor und zurück, bitte wundern Sie sich nicht über die Spitzkehren.“

Stimmt es, dass eine Waldbahn in Taiwan mit Spitzkehren auf den Berg fährt?

→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Stimmt es, dass …?

Kurz gesagt

Ja, das stimmt: Die Alishan-Waldbahn in Taiwan klettert mit mehreren Spitzkehren und einer Schleife steil den Berg hinauf. Gebaut wurde die schmale Strecke ursprünglich, um Holz aus den Höhen ins Tal zu bringen.

Ein Berg ist für eine Eisenbahn ein echtes Hindernis.

In Taiwan löst eine berühmte Waldbahn dieses Problem auf raffinierte Weise.

Sie fährt im Zickzack und in einer Schleife bis weit nach oben.

Schmalspurige Bergbahn im Wald
Foto: billy1125, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

rund 2200 m

Zielhöhe

Bahnhof Alishan im Gebirge

762 mm

Spurweite

besonders schmale Gleise

4 Spitzkehren

plus eine Schleife

für den steilen Anstieg

Quelle: Wikipedia „Alishan Forest Railway“; die Strecke klettert mit einer Schleife und vier Spitzkehren von Chiayi auf rund 2216 Meter. Stand 2025.

Eine Bahn für den Wald

Die Alishan-Waldbahn liegt im bergigen Zentrum Taiwans.

Sie wurde ursprünglich nicht für Reisende gebaut, sondern für Holz.

In den Höhen wuchsen wertvolle Zypressen und andere Bäume.

Die Bahn sollte das Holz hinunter ins Tal bringen.

Aus dieser Aufgabe entstand eine der bemerkenswertesten Bergbahnen Asiens.

Waldbahn auf einer steilen Bergstrecke
Foto: CEphoto, Uwe Aranas, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Der steile Weg nach oben

Vom Tiefland bei Chiayi klettert die Strecke bis zum Bahnhof Alishan.

Dabei überwindet sie rund 2200 Höhenmeter.

Das Tal liegt nur knapp über dem Meer, das Ziel hoch im Gebirge.

Ein so steiler Aufstieg lässt sich nicht geradeaus bewältigen.

Die Bahn braucht deshalb besondere Tricks.

Gut zu wissen

Die Spitzkehre ist ein Zickzack: Der Zug fährt abwechselnd vorwärts und rückwärts und gewinnt so an steilen Hängen Höhe.

Die Hauptstrecke klettert von Chiayi auf rund 2216 Meter; der höchste Bahnhof des Netzes liegt noch einmal höher.

Vor und zurück im Zickzack

Der wichtigste Trick sind die Spitzkehren.

Dabei fährt der Zug in einen Streckenast hinein und dann rückwärts wieder hinaus.

So gewinnt er Höhe, ohne eine zu steile Rampe zu brauchen.

Insgesamt nutzt die Strecke vier solcher Spitzkehren.

Für Fahrgäste fühlt sich das an wie ein Hin und Her am Hang.

Eine Schleife im Berg

Neben den Spitzkehren gibt es auch eine Schleife.

In ihr dreht sich die Strecke fast um sich selbst.

So schraubt sich der Zug spiralförmig nach oben.

Diese Schleife trägt einen eigenen Namen.

Zusammen mit den Spitzkehren macht sie den Aufstieg erst möglich.

Schmale Spur für enge Kurven

Die Bahn fährt auf nur 762 Millimetern Spurweite.

Diese schmale Spur erlaubt besonders enge Kurven.

Genau das braucht man am steilen, zerklüfteten Berg.

Breite Gleise kämen hier kaum um die Felsen herum.

Kleine, kräftige Loks zogen die Züge nach oben.

Gebaut in schwieriger Zeit

Die Planung begann um das Jahr 1900.

Gebaut wurde die Bahn unter japanischer Herrschaft über die Insel.

Ein erster Anlauf scheiterte, bevor der Staat das Werk vollendete.

Um 1912 nahm die Hauptstrecke den Betrieb auf.

Der Bau durch das steile Gebirge war eine große Leistung.

Vom Holz zum Fahrgast

Mit der Zeit verlor der Holztransport an Bedeutung.

Dafür kamen immer mehr Ausflügler und Touristen.

Die Fahrt durch Wälder und Wolken wurde zur Attraktion.

Oben wartet ein berühmter Blick auf das Meer aus Wolken.

Heute ist die Bahn vor allem ein Reiseerlebnis.

Ein Netz aus Bergstrecken

Zur Waldbahn gehört nicht nur die eine Linie.

Insgesamt umfasst das Netz rund 86 Kilometer.

Einzelne Äste führen noch höher in die Berge.

Der höchste Punkt liegt sogar über 2400 Meter.

So erschließt die schmale Bahn ein ganzes Gebirge.

Das Fazit

Die Behauptung stimmt.

In Taiwan fährt tatsächlich eine Waldbahn mit Spitzkehren auf den Berg.

Vier Spitzkehren und eine Schleife bringen den Zug auf über 2200 Meter.

Gebaut wurde die schmale Strecke einst für den Holztransport.

Heute ist sie eine der schönsten Bergbahnen der Welt.

Die Bahn und der Klimaschutz

Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.

Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.

Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.

Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.

Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.

Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.

Zwischen Technik und Menschen

Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.

Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.

Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.

Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.

Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.

Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.

Häufige Fragen

Was ist die Alishan-Waldbahn?
Eine schmalspurige Bergbahn im Zentrum Taiwans, die ursprünglich für den Holztransport gebaut wurde und heute vor allem Touristen in die Berge bringt.
Wie schafft die Bahn den steilen Anstieg?
Mit vier Spitzkehren und einer Schleife. Im Zickzack und in der Spirale gewinnt der Zug Höhe, ohne zu steile Rampen zu brauchen.
Wie hoch fährt sie hinauf?
Von Chiayi im Tiefland auf rund 2216 Meter am Bahnhof Alishan. Der höchste Punkt des Netzes liegt noch höher, über 2400 Meter.
Welche Spurweite hat die Bahn?
Nur 762 Millimeter. Diese schmale Spur erlaubt die engen Kurven, die am steilen Berg nötig sind.
Wann wurde sie gebaut?
Die Planung begann um 1900, um 1912 ging die Hauptstrecke in Betrieb, gebaut unter japanischer Herrschaft für den Holztransport.

Weiterfahrt

→ Alle Schalter – zurück zur Übersicht

→ Zurück zum Finder

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →