Stimmt es, dass …?
„Bergfahrt nach Alishan: Der Zug fährt gleich vor und zurück, bitte wundern Sie sich nicht über die Spitzkehren.“
Stimmt es, dass eine Waldbahn in Taiwan mit Spitzkehren auf den Berg fährt?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Ja, das stimmt: Die Alishan-Waldbahn in Taiwan klettert mit mehreren Spitzkehren und einer Schleife steil den Berg hinauf. Gebaut wurde die schmale Strecke ursprünglich, um Holz aus den Höhen ins Tal zu bringen.
Ein Berg ist für eine Eisenbahn ein echtes Hindernis.
In Taiwan löst eine berühmte Waldbahn dieses Problem auf raffinierte Weise.
Sie fährt im Zickzack und in einer Schleife bis weit nach oben.

Die Fakten in Zahlen
rund 2200 m
Zielhöhe
Bahnhof Alishan im Gebirge
762 mm
Spurweite
besonders schmale Gleise
4 Spitzkehren
plus eine Schleife
für den steilen Anstieg
Quelle: Wikipedia „Alishan Forest Railway“; die Strecke klettert mit einer Schleife und vier Spitzkehren von Chiayi auf rund 2216 Meter. Stand 2025.
Eine Bahn für den Wald
Die Alishan-Waldbahn liegt im bergigen Zentrum Taiwans.
Sie wurde ursprünglich nicht für Reisende gebaut, sondern für Holz.
In den Höhen wuchsen wertvolle Zypressen und andere Bäume.
Die Bahn sollte das Holz hinunter ins Tal bringen.
Aus dieser Aufgabe entstand eine der bemerkenswertesten Bergbahnen Asiens.

Der steile Weg nach oben
Vom Tiefland bei Chiayi klettert die Strecke bis zum Bahnhof Alishan.
Dabei überwindet sie rund 2200 Höhenmeter.
Das Tal liegt nur knapp über dem Meer, das Ziel hoch im Gebirge.
Ein so steiler Aufstieg lässt sich nicht geradeaus bewältigen.
Die Bahn braucht deshalb besondere Tricks.
Gut zu wissen
Die Spitzkehre ist ein Zickzack: Der Zug fährt abwechselnd vorwärts und rückwärts und gewinnt so an steilen Hängen Höhe.
Die Hauptstrecke klettert von Chiayi auf rund 2216 Meter; der höchste Bahnhof des Netzes liegt noch einmal höher.
Vor und zurück im Zickzack
Der wichtigste Trick sind die Spitzkehren.
Dabei fährt der Zug in einen Streckenast hinein und dann rückwärts wieder hinaus.
So gewinnt er Höhe, ohne eine zu steile Rampe zu brauchen.
Insgesamt nutzt die Strecke vier solcher Spitzkehren.
Für Fahrgäste fühlt sich das an wie ein Hin und Her am Hang.
Eine Schleife im Berg
Neben den Spitzkehren gibt es auch eine Schleife.
In ihr dreht sich die Strecke fast um sich selbst.
So schraubt sich der Zug spiralförmig nach oben.
Diese Schleife trägt einen eigenen Namen.
Zusammen mit den Spitzkehren macht sie den Aufstieg erst möglich.
Schmale Spur für enge Kurven
Die Bahn fährt auf nur 762 Millimetern Spurweite.
Diese schmale Spur erlaubt besonders enge Kurven.
Genau das braucht man am steilen, zerklüfteten Berg.
Breite Gleise kämen hier kaum um die Felsen herum.
Kleine, kräftige Loks zogen die Züge nach oben.
Gebaut in schwieriger Zeit
Die Planung begann um das Jahr 1900.
Gebaut wurde die Bahn unter japanischer Herrschaft über die Insel.
Ein erster Anlauf scheiterte, bevor der Staat das Werk vollendete.
Um 1912 nahm die Hauptstrecke den Betrieb auf.
Der Bau durch das steile Gebirge war eine große Leistung.
Vom Holz zum Fahrgast
Mit der Zeit verlor der Holztransport an Bedeutung.
Dafür kamen immer mehr Ausflügler und Touristen.
Die Fahrt durch Wälder und Wolken wurde zur Attraktion.
Oben wartet ein berühmter Blick auf das Meer aus Wolken.
Heute ist die Bahn vor allem ein Reiseerlebnis.
Ein Netz aus Bergstrecken
Zur Waldbahn gehört nicht nur die eine Linie.
Insgesamt umfasst das Netz rund 86 Kilometer.
Einzelne Äste führen noch höher in die Berge.
Der höchste Punkt liegt sogar über 2400 Meter.
So erschließt die schmale Bahn ein ganzes Gebirge.
Das Fazit
Die Behauptung stimmt.
In Taiwan fährt tatsächlich eine Waldbahn mit Spitzkehren auf den Berg.
Vier Spitzkehren und eine Schleife bringen den Zug auf über 2200 Meter.
Gebaut wurde die schmale Strecke einst für den Holztransport.
Heute ist sie eine der schönsten Bergbahnen der Welt.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
