Stimmt es, dass …?
„Bitte beachten Sie: Dieser Zug wird heute geschoben, der Lokführer sitzt vorne im Steuerwagen, die Lok schiebt am Ende.“
Stimmt es, dass eine Lok vorne ziehen und hinten schieben kann?
→ Stimmt. Beim Wendezug zieht die Lok in der einen Richtung und schiebt in der anderen, während der Lokführer vorne im Steuerwagen sitzt.
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Kurz gesagt
Ja, das stimmt: Beim sogenannten Wendezug sitzt die Lok nur an einem Ende, zieht den Zug in der einen Richtung und schiebt ihn in der anderen. Gesteuert wird sie dabei aus einem Führerstand am entgegengesetzten Ende, dem Steuerwagen, sodass der Lokführer immer vorne sitzt.
Wer am Bahnsteig steht, sieht manchmal einen Zug, bei dem die Lok ganz hinten ist.
Vorne, in Fahrtrichtung, läuft ein Wagen mit Fenstern wie ein Führerstand.
Schiebt die Lok den Zug dann einfach von hinten, und wer steuert vorne?

Die Fakten in Zahlen
1 Lok
an einem Ende
der Wendezug hat nur ein Triebfahrzeug, das zieht oder schiebt
2 Führerstände
je Zug
einer in der Lok, einer im Steuerwagen am anderen Ende
kein Umsetzen
am Endbahnhof
die Lok muss nicht ans andere Ende umgesetzt werden, das spart Zeit und Personal
Angaben nach den Wikipedia-Artikeln zu Wendezug und Steuerwagen.
Was ein Wendezug ist
Ein Wendezug ist ein Zug mit einem Führerstand an beiden Enden.
Je nach Fahrtrichtung steuert der Lokführer vom einen oder vom anderen Ende.
An einem Ende steht die Lokomotive, am anderen ein Steuerwagen.
In der Schweiz heißt diese Bauart Pendelzug.
Aus dem Englischen stammt der Ausdruck Push-Pull-Zug, also Schieben und Ziehen.

Ziehen in die eine Richtung
Fährt der Zug in die Richtung, in der die Lok vorne ist, zieht sie ganz normal.
Der Lokführer sitzt dann im Führerstand der Lok an der Spitze.
Das ist der vertraute Fall, den die meisten vor Augen haben.
Die Wagen hängen hinter der Lok und werden gezogen.
So weit ist alles wie bei einem gewöhnlichen Zug.
Gut zu wissen
Der Lokführer steuert die schiebende Lok über eine Steuerleitung, die durch den ganzen Zug läuft, die sogenannte Wendezugsteuerung.
Weil die Lok nicht umgesetzt werden muss, lässt sich ein Wendezug am Endbahnhof in wenigen Minuten für die Rückfahrt bereitstellen.
Schieben in die andere Richtung
Am Endbahnhof fährt der Zug einfach in die Gegenrichtung zurück.
Jetzt ist die Lok hinten, und sie schiebt den Zug.
Der Lokführer geht dafür ans andere Ende und setzt sich in den Steuerwagen.
Von dort steuert er die schiebende Lok über eine elektrische Steuerleitung.
Er sitzt also immer vorne, auch wenn die Lok hinten schiebt.
Was ein Steuerwagen ist
Ein Steuerwagen ist ein Wagen ohne eigenen Antrieb, aber mit einem Führerstand.
Von dort lässt sich die Lok am anderen Ende fernsteuern.
Innen ähnelt der Führerstand dem einer Lok, nur der Motor fehlt.
Der vordere Teil des Steuerwagens heißt Steuerkopf.
So wird aus einem antriebslosen Wagen die Spitze des Zuges.
Warum man das macht
Der große Vorteil zeigt sich am Endbahnhof.
Ein normaler Zug müsste dort die Lok ans andere Ende umsetzen.
Das bedeutet Rangieren, Zeit und zusätzliches Personal.
Beim Wendezug entfällt dieser Aufwand vollständig.
Nur der Lokführer wechselt den Führerstand und geht am Zug entlang.
Wo Wendezüge fahren
Wendezüge sind im Nahverkehr sehr verbreitet.
Viele Regionalzüge und S-Bahnen sind so aufgebaut.
Gerade dort, wo ein Zug oft an Endbahnhöfen wendet, lohnt sich die Bauart.
Auch Doppelstockzüge fahren häufig als Wendezug mit Steuerwagen.
Das schnelle Wenden hält den dichten Takt im Nahverkehr erst möglich.
Ist das Schieben sicher
Einen langen Zug zu schieben klingt zunächst heikel.
Damit nichts entgleist, sind geschobene Züge technisch genau geregelt.
Der Steuerwagen vorne überträgt die Befehle des Lokführers zuverlässig an die Lok.
Bremsen und Signale wirken dabei wie bei jedem anderen Zug.
Das Schieben ist deshalb im Alltag völlig gebräuchlich und sicher.
Der Unterschied zum Sandwich
Nicht zu verwechseln ist der Wendezug mit einer Sandwich-Anordnung.
Beim Sandwich stehen zwei Lokomotiven, je eine an jedem Ende des Zuges.
Dann zieht die eine vorne, während die andere hinten schiebt.
Das nutzt man bei sehr schweren oder sehr langen Zügen.
Beim Wendezug dagegen genügt eine einzige Lok, die zieht oder schiebt.
Das Fazit
Der Mythos stimmt.
Eine einzige Lok kann einen Zug in der einen Richtung ziehen und in der anderen schieben.
Möglich macht das der Steuerwagen mit seinem Führerstand am anderen Ende.
Der Lokführer sitzt immer vorne, egal ob die Lok zieht oder schiebt.
So spart der Wendezug am Endbahnhof das umständliche Umsetzen der Lok.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
