Stimmt es, dass …?
„Fahrstraße eingestellt, Weichen geprüft und verschlossen, Signal auf Fahrt.“
Stimmt es, dass eine falsch gestellte Weiche einen Zug entgleisen lässt?
→ Stimmt teilweise. Eine falsch anliegende oder unter dem Zug umgestellte Weiche kann entgleisen lassen, doch genau dagegen sichert die Technik.
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Kurz gesagt
Das stimmt teilweise: Eine falsch anliegende Weiche kann tatsächlich zur Entgleisung führen. Genau deshalb wird jede Weiche im Fahrweg vor der Zugfahrt überwacht und verriegelt.
Eine Weiche ist der Punkt, an dem sich ein Gleis in zwei teilt.
Steht sie falsch, kann ein Zug im schlimmsten Fall die Schiene verlassen.
Trotzdem entgleisen Züge deswegen fast nie, und das hat einen guten Grund.

Die Weiche in Zahlen
2 Lagen
je Weiche
die Zungen liegen entweder links oder rechts an
spitz und stumpf
zwei Richtungen
gefährlich ist vor allem die spitz befahrene Weiche
Verschluss
Sicherung
ein Signal geht erst auf Fahrt, wenn die Weiche verriegelt ist
Quelle: Wikipedia „Weiche (Bahn)“; Stand September 2026.
Was eine Weiche macht
Eine Weiche führt einen Zug von einem Gleis auf ein anderes.
Dafür liegen bewegliche Schienenstücke an, die Weichenzungen.
Sie schmiegen sich an die feste Backenschiene und lenken die Räder.
Ob es nach links oder rechts geht, hängt davon ab, welche Zunge anliegt.

Spitz und stumpf befahren
Ein Zug kann eine Weiche von zwei Seiten befahren.
Kommt er von der Spitze her, entscheidet die Zungenlage über die Richtung.
Kommt er von der anderen Seite, laufen beide Stränge zusammen.
Vor allem beim spitzen Befahren wird eine falsch anliegende Zunge gefährlich.
Gut zu wissen
Der Fachbegriff für das unbeabsichtigte Befahren von der falschen Seite lautet Auffahren einer Weiche.
Nach dem Prinzip der sicheren Seite bleibt ein Signal auf Halt, solange eine Weiche nicht sicher verschlossen gemeldet ist.
Wann es zur Entgleisung kommt
Liegt die Zunge nicht vollständig an, etwa durch einen Fremdkörper, kann ein Rad falsch laufen.
Dann besteht die Gefahr, dass der Radsatz die Schiene verlässt.
Wird die Weiche unter einem fahrenden Zug umgestellt, laufen die Wagen in verschiedene Richtungen.
Erreicht ein Radsatz die Spitze, während die Zungen in Mittellage stehen, entgleist er sofort.
Warum das trotzdem selten passiert
Vor jeder Zugfahrt wird der gesamte Fahrweg als Fahrstraße eingestellt.
Dabei werden alle Weichen in die richtige Lage gebracht.
Anschließend werden sie verschlossen, also mechanisch verriegelt.
Erst danach darf das Signal am Anfang der Fahrstraße auf Fahrt gehen.
Das Zusammenspiel mit dem Signal
Solange eine Weiche nicht sicher verschlossen ist, bleibt das Signal auf Halt.
Der Lokführer bekommt also gar nicht erst die Erlaubnis, in eine falsch stehende Weiche zu fahren.
Dieses Zusammenspiel nennt man Verschluss.
Es ist eine der ältesten und wichtigsten Sicherungen der Bahn.
Die auffahrbare Weiche
Manche Weichen sind so gebaut, dass ein Zug sie auch von der falschen Seite befahren kann.
Sie werden dabei aufgefahren, ohne Schaden zu nehmen.
Einige behalten nach dem Auffahren sogar die neue Lage bei.
Das schützt zusätzlich, ersetzt aber nicht die Sicherung durch das Stellwerk.
Weichen im Winter
Schnee und Eis können verhindern, dass eine Zunge sauber anliegt.
Deshalb werden viele Weichen beheizt, damit sie beweglich bleiben.
Eine klemmende Weiche würde sonst dieselbe Gefahr bergen wie eine falsch gestellte.
Die Heizung ist also mehr als Komfort, sie ist Sicherheit.
Wer die Weichen im Blick hat
Im Stellwerk laufen alle Weichenlagen zusammen.
Die Technik meldet, ob jede Weiche richtig anliegt und verschlossen ist.
Stimmt etwas nicht, lässt sich die Fahrstraße nicht einstellen.
So bleibt der Weg gesperrt, bis der Fehler behoben ist.
Das Fazit
Der Mythos stimmt nur zur Hälfte.
Eine falsch anliegende oder unter dem Zug umgestellte Weiche kann tatsächlich zur Entgleisung führen.
Doch die Bahn stellt, prüft und verriegelt jede Weiche, bevor ein Signal Fahrt zeigt.
Deshalb ist die entgleisende Weiche eher ein Bild aus alten Filmen als aus dem heutigen Betrieb.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
