Stimmt es, dass …?
„Auf Gleis eins rollt eine Bahn, die es einst bis auf die Kinoleinwand schaffte.“
Stimmt es, dass eine Bahn durch Kasachstan einen eigenen Film bekam?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Ja, das stimmt: Die Turkestan-Sibirien-Bahn quer durch Kasachstan wurde 1929 zum Thema eines berühmten Dokumentarfilms. Der Film „Turksib“ gilt bis heute als Klassiker des sowjetischen Kinos.
Dass ausgerechnet eine Eisenbahn in der Steppe einen eigenen Kinofilm bekommt, klingt überraschend.
Bei der Turksib durch Kasachstan ist genau das vor fast hundert Jahren geschehen.
Die Bahn war der jungen Sowjetunion so wichtig, dass sie zum Filmstoff wurde.

Die Fakten in Zahlen
über 2.350 km
Länge der Turksib
Nowosibirsk bis Südkasachstan
1927–1931
Bauzeit
Prestigeprojekt des Fünfjahresplans
1929
Dokumentarfilm „Turksib“
von Regisseur Wiktor Turin
Die Strecke läuft auf der russischen Breitspur von 1.520 Millimetern, nicht auf der europäischen Normalspur.
Was an der Geschichte stimmt
Ja, die Turksib bekam tatsächlich einen eigenen Film.
Regisseur Wiktor Turin drehte 1929 den Dokumentarfilm „Turksib“.
Der Film erzählt vom Bau der Bahn durch Steppe und Wüste.
Er gilt bis heute als Klassiker des frühen sowjetischen Kinos.
Damit ist die Behauptung eindeutig bestätigt.

Was die Turksib ist
Die Turksib ist die Turkestan-Sibirien-Eisenbahn.
Sie verbindet über mehr als 2.350 Kilometer Sibirien mit dem Süden Kasachstans.
Von Nowosibirsk führt sie über Semei bis in die Region um Almaty.
So verband sie erstmals die Wirtschaftsräume Sibiriens mit denen Zentralasiens.
Für das riesige Gebiet war das ein gewaltiger Fortschritt.
Gut zu wissen
Der Film „Turksib“ wird oft als Meisterwerk des dokumentarischen Montagekinos genannt.
Die Strecke gilt als eine der wichtigsten Eisenbahnen für die Erschließung Zentralasiens.
Ein Prestigeprojekt
Gebaut wurde die Strecke ab 1927 im ersten Fünfjahresplan der Sowjetunion.
Sie galt als Aushängeschild für den raschen Aufbau des Landes.
1931 war der entscheidende Abschnitt vollendet und die Linie durchgehend befahrbar.
Allein dieser Abschnitt war über 1.450 Kilometer lang.
Die Fertigstellung wurde als großer Triumph gefeiert.
Der Film von 1929
Der Dokumentarfilm „Turksib“ zeigt den Bau als Kampf des Menschen mit der Natur.
Er arbeitet mit schnellen Schnitten und eindrucksvollen Bildern von Mensch und Maschine.
Zugleich warb er offen für den Fünfjahresplan und den Fortschritt.
Der Film wurde weit über die Sowjetunion hinaus gezeigt.
Noch heute wird er in Filmhochschulen als Beispiel behandelt.
Nicht nur ein Film
Die Turksib inspirierte nicht allein die Leinwand.
1933 schrieb ein Komponist sogar eine Sinfonie mit dem Titel „Turksib“.
Die Bahn wurde so zu einem Symbol für Aufbruch und Technik.
Kaum eine andere Strecke erhielt so viel künstlerische Aufmerksamkeit.
Das zeigt, welche Bedeutung ihr damals beigemessen wurde.
Warum die Bahn gebaut wurde
Die Turksib sollte die Weite zwischen Sibirien und Zentralasien überbrücken.
Güter konnten so erstmals schnell zwischen beiden Regionen fließen.
Städte entlang der Strecke wuchsen und wurden zu Knotenpunkten.
Für die Besiedlung und Industrie der Region war die Bahn entscheidend.
Sie machte Kasachstan zu einem festen Teil des sowjetischen Netzes.
Breitspur durch die Steppe
Die Turksib läuft auf der russischen Breitspur von 1.520 Millimetern.
Diese Spur ist breiter als die in Westeuropa übliche Normalspur.
Die Trasse durchquert endlose Steppen und trockene Halbwüsten.
Hitze im Sommer und strenge Kälte im Winter forderten die Technik.
Trotzdem wurde die Strecke eine zuverlässige Hauptader.
Verwaltung aus Alma-Ata
Anfang 1931 entstand eine eigene Bahnverwaltung für die Strecke.
Ihr Sitz war in Alma-Ata, dem heutigen Almaty.
Teile der Linie stützten sich auf ältere Bahnen aus der Zeit vor 1917.
Dazu zählte eine Strecke im Altai-Gebiet aus dem Jahr 1915.
So fügten sich alte und neue Abschnitte zu einem großen Ganzen.
Die Bahn heute
Seit 1991 betreibt das unabhängige Kasachstan den größten Teil der Strecke.
Die Elektrifizierung erreichte Almaty im Jahr 2001.
Seit 2003 verkehren moderne Schnellzüge zwischen Almaty und der Hauptstadt.
Von der Turksib zweigen heute Linien bis nach China ab.
Die alte Prestigebahn ist damit weiter ein wichtiger Verkehrsweg.
Das Fazit
Die Behauptung, eine Bahn durch Kasachstan habe einen eigenen Film bekommen, stimmt.
Der Dokumentarfilm „Turksib“ von 1929 machte die Strecke weltbekannt.
Die Bahn selbst war ein Prestigeprojekt des ersten Fünfjahresplans.
Sogar eine Sinfonie wurde ihr später gewidmet.
Selten wurde eine Eisenbahn so stark zum Sinnbild einer ganzen Epoche.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
Warum Verlässlichkeit so wichtig ist
Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.
Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.
Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.
Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.
Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.
Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.
