Stimmt es, dass eine Andenbahn als schwierigste Eisenbahn der Welt galt?

Stimmt es, dass …?

„Steile Fahrt in die Höhe: Dieser Zug klettert über die Teufelsnase in Kehren hinauf in die Anden.“

Stimmt es, dass eine Andenbahn als schwierigste Eisenbahn der Welt galt?

→ Ein kühnes Bauwerk auf dem Prüfstand.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Stimmt es, dass …?

Kurz gesagt

Es stimmt: Die Bahn von Guayaquil nach Quito galt lange als eine der schwierigsten Eisenbahnen der Welt. Ihr berühmtester Abschnitt, die Teufelsnase, überwindet eine steile Felswand in engen Kehren.

Von der Küste Ecuadors führt eine Bahn hinauf in die hohen Anden.

Ihr Weg gilt bis heute als eines der kühnsten Bahnprojekte Südamerikas.

Doch galt sie wirklich einmal als schwierigste Eisenbahn der Welt?

EC Nariz del Diablo W 2012
Foto: Bbb-Commons, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

1908

Eröffnung bis Quito

nach Jahren des Baus

rund 447 km

Länge

Guayaquil bis Quito

bis 3.609 m

höchster Punkt

bei Urbina in den Anden

Von der Küste bis in die Berge überwindet die Strecke mehr als 2.500 Höhenmeter.

Eine Bahn, die als die schwierigste galt

Ecuador liegt im Nordwesten Südamerikas.

Zwischen der Küste und der Hauptstadt türmen sich die Anden auf.

Eine Bahn sollte beide Welten miteinander verbinden.

Der Bau galt von Anfang an als äußerst schwierig.

Zeitgenossen sprachen von einer der härtesten Bahnen überhaupt.

Bis heute hält sich dieser Ruf hartnäckig.

EC Nariz del Diablo Station 2012
Foto: Bbb-Commons, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Von der Küste in die Anden

Ausgangspunkt der Strecke war die Hafenstadt Guayaquil.

Sie liegt nahe dem Meer im flachen Tiefland.

Ziel war die Hauptstadt Quito hoch in den Bergen.

Zwischen beiden liegt ein gewaltiger Höhenunterschied.

Die Bahn musste sich mühsam nach oben arbeiten.

Rund 447 Kilometer lagen zwischen Küste und Hauptstadt.

Gut zu wissen

Die Bahn von Guayaquil nach Quito wurde zwischen 1897 und 1908 gebaut und überwindet von der Küste bis in die Anden mehr als 2.500 Höhenmeter.

An der Teufelsnase fährt der Zug im Zickzack, also abwechselnd vorwärts und rückwärts, um die steile Felswand zu erklimmen.

Mehr als zweitausend Höhenmeter

Von der Küste aus klettert die Strecke stetig bergauf.

Bei der Stadt Riobamba liegt sie schon auf 2.754 Metern.

Ihren höchsten Punkt erreicht sie bei Urbina mit 3.609 Metern.

Quito selbst liegt auf rund 2.850 Metern Höhe.

Insgesamt überwindet die Bahn mehr als 2.500 Höhenmeter.

Das ist für eine Eisenbahn eine enorme Steigung.

Die Teufelsnase

Der berühmteste Abschnitt trägt den Namen Teufelsnase.

Auf Spanisch heißt er Nariz del Diablo.

Er liegt zwischen den Orten Alausí und Sibambe.

Dort ragt eine steile Felswand fast senkrecht empor.

Eine gewöhnliche Trasse war hier unmöglich.

Die Ingenieure mussten zu einem besonderen Trick greifen.

Wie die Teufelsnase funktioniert

An der Felswand verläuft die Bahn im Zickzack.

Der Zug fährt ein Stück vorwärts bergauf.

Dann hält er an und fährt rückwärts weiter.

So gewinnt er Abschnitt für Abschnitt an Höhe.

Diese Kehren nennt man Spitzkehren.

Auf diese Weise bezwingt der Zug die steile Wand.

Jahre des Baus

Die Idee einer solchen Bahn war schon alt.

Der entscheidende Bau zog sich über viele Jahre hin.

Zwischen 1897 und 1908 entstand die Verbindung bis Quito.

Am 25. Juni 1908 erreichte der erste Zug die Hauptstadt.

Der Bau forderte einen hohen Einsatz an Mensch und Material.

Umso größer war der Stolz auf das vollendete Werk.

Wer die Bahn baute

Mit dem Bau wurde eine Gesellschaft aus den USA betraut.

Sie trug den Namen Guayaquil and Quito Railway Company.

An ihrer Spitze standen erfahrene Fachleute aus Nordamerika.

Sie brachten Erfahrung mit schwierigen Strecken mit.

Dennoch stießen auch sie hier an ihre Grenzen.

Das Gelände verlangte ihnen alles ab.

Der Ruf als schwierigste Bahn

Schon zur Bauzeit sprach man von einer besonderen Leistung.

Berichte nannten das Projekt eine der härtesten Aufgaben der Technik.

In manchen Quellen heißt es sogar, es sei die schwierigste Bahn der Welt.

Dieser Titel ist allerdings kein gemessener Rekord.

Es handelt sich eher um einen bewundernden Beinamen.

Unbestritten bleibt, dass der Bau außergewöhnlich schwer war.

Die Strecke heute

Im Laufe der Zeit litt die Bahn unter Unwettern und Erdrutschen.

Teile der Strecke waren immer wieder beschädigt.

Später wurde die Bahn vor allem für den Tourismus wiederbelebt.

Besonders die Fahrt über die Teufelsnase lockt Reisende an.

Auf einzelnen Abschnitten verkehren touristische Züge.

So lebt das berühmte Bauwerk in neuer Form weiter.

Das Fazit

Die Behauptung stimmt im Kern.

Die Bahn von Guayaquil nach Quito galt lange als eine der schwierigsten der Welt.

Ihr berühmtester Abschnitt, die Teufelsnase, überwindet eine steile Felswand in Kehren.

Der Titel schwierigste Bahn der Welt ist dabei ein bewundernder Beiname, kein Messwert.

An der enormen Leistung dieses Bauwerks besteht jedoch kein Zweifel.

Zwischen Technik und Menschen

Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.

Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.

Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.

Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.

Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.

Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.

Kleine Dinge, große Wirkung

Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.

Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.

Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.

In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.

Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.

So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.

Häufige Fragen

Welche Städte verbindet die Bahn?
Sie verbindet die Küstenstadt Guayaquil mit der hoch gelegenen Hauptstadt Quito.
Was ist die Teufelsnase?
Das ist eine steile Felswand zwischen Alausí und Sibambe, die der Zug in Zickzack-Kehren erklimmt.
Wie hoch steigt die Strecke?
Ihren höchsten Punkt erreicht sie bei Urbina mit 3.609 Metern, insgesamt überwindet sie mehr als 2.500 Höhenmeter.
War sie wirklich die schwierigste Bahn der Welt?
Sie galt lange als eine der schwierigsten; der Titel ist ein bewundernder Beiname und kein gemessener Rekord.
Wann wurde sie fertig?
Der erste Zug erreichte Quito am 25. Juni 1908.

Weiterfahrt

→ Alle Schalter – zurück zur Übersicht

→ Zurück zum Finder

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →