Stimmt es, dass …?
„Steile Fahrt in die Höhe: Dieser Zug klettert über die Teufelsnase in Kehren hinauf in die Anden.“
Stimmt es, dass eine Andenbahn als schwierigste Eisenbahn der Welt galt?
→ Ein kühnes Bauwerk auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Es stimmt: Die Bahn von Guayaquil nach Quito galt lange als eine der schwierigsten Eisenbahnen der Welt. Ihr berühmtester Abschnitt, die Teufelsnase, überwindet eine steile Felswand in engen Kehren.
Von der Küste Ecuadors führt eine Bahn hinauf in die hohen Anden.
Ihr Weg gilt bis heute als eines der kühnsten Bahnprojekte Südamerikas.
Doch galt sie wirklich einmal als schwierigste Eisenbahn der Welt?

Die Fakten in Zahlen
1908
Eröffnung bis Quito
nach Jahren des Baus
rund 447 km
Länge
Guayaquil bis Quito
bis 3.609 m
höchster Punkt
bei Urbina in den Anden
Von der Küste bis in die Berge überwindet die Strecke mehr als 2.500 Höhenmeter.
Eine Bahn, die als die schwierigste galt
Ecuador liegt im Nordwesten Südamerikas.
Zwischen der Küste und der Hauptstadt türmen sich die Anden auf.
Eine Bahn sollte beide Welten miteinander verbinden.
Der Bau galt von Anfang an als äußerst schwierig.
Zeitgenossen sprachen von einer der härtesten Bahnen überhaupt.
Bis heute hält sich dieser Ruf hartnäckig.

Von der Küste in die Anden
Ausgangspunkt der Strecke war die Hafenstadt Guayaquil.
Sie liegt nahe dem Meer im flachen Tiefland.
Ziel war die Hauptstadt Quito hoch in den Bergen.
Zwischen beiden liegt ein gewaltiger Höhenunterschied.
Die Bahn musste sich mühsam nach oben arbeiten.
Rund 447 Kilometer lagen zwischen Küste und Hauptstadt.
Gut zu wissen
Die Bahn von Guayaquil nach Quito wurde zwischen 1897 und 1908 gebaut und überwindet von der Küste bis in die Anden mehr als 2.500 Höhenmeter.
An der Teufelsnase fährt der Zug im Zickzack, also abwechselnd vorwärts und rückwärts, um die steile Felswand zu erklimmen.
Mehr als zweitausend Höhenmeter
Von der Küste aus klettert die Strecke stetig bergauf.
Bei der Stadt Riobamba liegt sie schon auf 2.754 Metern.
Ihren höchsten Punkt erreicht sie bei Urbina mit 3.609 Metern.
Quito selbst liegt auf rund 2.850 Metern Höhe.
Insgesamt überwindet die Bahn mehr als 2.500 Höhenmeter.
Das ist für eine Eisenbahn eine enorme Steigung.
Die Teufelsnase
Der berühmteste Abschnitt trägt den Namen Teufelsnase.
Auf Spanisch heißt er Nariz del Diablo.
Er liegt zwischen den Orten Alausí und Sibambe.
Dort ragt eine steile Felswand fast senkrecht empor.
Eine gewöhnliche Trasse war hier unmöglich.
Die Ingenieure mussten zu einem besonderen Trick greifen.
Wie die Teufelsnase funktioniert
An der Felswand verläuft die Bahn im Zickzack.
Der Zug fährt ein Stück vorwärts bergauf.
Dann hält er an und fährt rückwärts weiter.
So gewinnt er Abschnitt für Abschnitt an Höhe.
Diese Kehren nennt man Spitzkehren.
Auf diese Weise bezwingt der Zug die steile Wand.
Jahre des Baus
Die Idee einer solchen Bahn war schon alt.
Der entscheidende Bau zog sich über viele Jahre hin.
Zwischen 1897 und 1908 entstand die Verbindung bis Quito.
Am 25. Juni 1908 erreichte der erste Zug die Hauptstadt.
Der Bau forderte einen hohen Einsatz an Mensch und Material.
Umso größer war der Stolz auf das vollendete Werk.
Wer die Bahn baute
Mit dem Bau wurde eine Gesellschaft aus den USA betraut.
Sie trug den Namen Guayaquil and Quito Railway Company.
An ihrer Spitze standen erfahrene Fachleute aus Nordamerika.
Sie brachten Erfahrung mit schwierigen Strecken mit.
Dennoch stießen auch sie hier an ihre Grenzen.
Das Gelände verlangte ihnen alles ab.
Der Ruf als schwierigste Bahn
Schon zur Bauzeit sprach man von einer besonderen Leistung.
Berichte nannten das Projekt eine der härtesten Aufgaben der Technik.
In manchen Quellen heißt es sogar, es sei die schwierigste Bahn der Welt.
Dieser Titel ist allerdings kein gemessener Rekord.
Es handelt sich eher um einen bewundernden Beinamen.
Unbestritten bleibt, dass der Bau außergewöhnlich schwer war.
Die Strecke heute
Im Laufe der Zeit litt die Bahn unter Unwettern und Erdrutschen.
Teile der Strecke waren immer wieder beschädigt.
Später wurde die Bahn vor allem für den Tourismus wiederbelebt.
Besonders die Fahrt über die Teufelsnase lockt Reisende an.
Auf einzelnen Abschnitten verkehren touristische Züge.
So lebt das berühmte Bauwerk in neuer Form weiter.
Das Fazit
Die Behauptung stimmt im Kern.
Die Bahn von Guayaquil nach Quito galt lange als eine der schwierigsten der Welt.
Ihr berühmtester Abschnitt, die Teufelsnase, überwindet eine steile Felswand in Kehren.
Der Titel schwierigste Bahn der Welt ist dabei ein bewundernder Beiname, kein Messwert.
An der enormen Leistung dieses Bauwerks besteht jedoch kein Zweifel.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
Kleine Dinge, große Wirkung
Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.
Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.
Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.
In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.
Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.
So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.
