Stimmt es, dass ein Zug wie ein Faradayscher Käfig wirkt?

Stimmt es, dass …?

„Hinweis an alle Fahrgäste: Wenn das Gespräch plötzlich abreißt, liegt das oft an der Hülle des Wagens.“

Stimmt es, dass ein Zug wie ein Faradayscher Käfig wirkt?

→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.

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Kurz gesagt

Ein moderner Reisezug schirmt Funkwellen stark ab und verhält sich damit ähnlich wie ein Faradayscher Käfig. Der Mythos stimmt, denn die Metallhülle und die beschichteten Fenster dämpfen das Signal, weshalb viele Züge einen eigenen Verstärker an Bord haben.

Fast jeder kennt das Bild vom abbrechenden Telefonat im fahrenden Zug.

Schuld ist selten allein das Funknetz vor dem Fenster.

Ein guter Teil des Problems steckt in der Bauweise des Wagens selbst.

ICE S in Erfurt Hbf
Foto: Alex Jacobs, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

rund 30 dB

im ICE

Dämpfung durch den Wagen

99,9 %

Abschirmung

des Signals von außen

2 Richtungen

Verstärker

stärkt rein und raus

Der Verstärker im Zug heißt Intrain-Repeater, auf Deutsch schlicht Im-Zug-Verstärker.

Wenn das Gespräch im Zug abreißt

Wer im Zug telefoniert oder Daten lädt, erlebt oft ein plötzliches Stocken.

Die Verbindung wird schwach, obwohl das Handy volle Anzeige verspricht.

Viele schieben das allein auf ein schlechtes Netz entlang der Strecke.

Ein wichtiger Grund liegt jedoch im Aufbau des Wagens.

Der Zug selbst hält einen Teil der Funkwellen zurück.

Fachleute sprechen dann von einer hohen Durchgangsdämpfung.

Genau hier setzt der Vergleich mit dem Faradayschen Käfig an.

ICE Testfahrt Unteroberndorfer Brücke
Foto: Ermell, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Was ein Faradayscher Käfig ist

Ein Faradayscher Käfig ist eine geschlossene Hülle aus leitendem Material.

Sie schirmt ihren Innenraum gegen elektrische Felder von außen ab.

Trifft eine Funkwelle auf die Hülle, verteilt sich ihre Wirkung auf dem Metall.

Im Inneren kommt davon nur noch wenig an.

Dieses Prinzip nutzt man zum Beispiel für den Schutz empfindlicher Geräte.

Auch ein geschlossenes Auto oder ein Flugzeug wirkt in gewissem Maße so.

Ein Wagen aus Metall bildet ungewollt eine ganz ähnliche Hülle.

Gut zu wissen

Der Verstärker im Zug hilft nur, wenn draußen überhaupt ein Signal ankommt, denn er kann ein fehlendes Netz nicht ersetzen.

Auch das Datentempo im Zug hängt daher von der Abdeckung entlang der Strecke ab und nicht allein von der Technik im Wagen.

Die Metallhülle des Wagens

Der Kasten eines modernen Reisezuges besteht überwiegend aus Metall.

Diese durchgehende Hülle umschließt die Fahrgäste von allen Seiten.

Für die Stabilität und den Schutz im Betrieb ist das ein Vorteil.

Für das Funksignal wirkt die Hülle jedoch wie eine Barriere.

Sie lässt die Wellen des Mobilfunks nur gedämpft hindurch.

Je geschlossener die Hülle ist, desto stärker fällt diese Wirkung aus.

Damit ist der halbe Weg zum Faradayschen Käfig schon zurückgelegt.

Die beschichteten Fenster

Auch die Fenster tragen zur Abschirmung bei.

Sie sind bei vielen Zügen mit einer dünnen Schicht aus Metall überzogen.

Diese Beschichtung liegt als hauchfeiner Belag auf dem Glas.

Für das Auge bleibt das Fenster durchsichtig.

Für Funkwellen aber schließt sich damit auch die letzte große Lücke.

Ohne diese Scheiben käme ein Teil des Signals noch hindurch.

So wird aus der Metallhülle mit ihren Scheiben ein nahezu geschlossener Käfig.

Wie stark der Empfang gedämpft wird

Fachleute messen die Abschwächung des Signals in der Einheit Dezibel.

Beim ICE liegt diese Dämpfung bei rund 30 Dezibel.

Das entspricht einer Abschirmung von etwa 99,9 Prozent.

Von dem Signal, das den Wagen erreicht, dringt also fast nichts nach innen.

Nur ein winziger Rest schafft es bis zum Handy der Fahrgäste.

Bei einem so gut abgeschirmten Wagen bricht die Verbindung leicht ab.

Ohne Gegenmaßnahme bliebe der Empfang im schnellen Zug oft unbrauchbar.

Der Verstärker im Zug

Gegen dieses Problem baut man einen Verstärker in den Zug ein.

Er trägt den Namen Intrain-Repeater, auf Deutsch Im-Zug-Verstärker.

Außen am Wagen nimmt eine Antenne das Signal des Funknetzes auf.

Im Inneren wird es verstärkt und an die Fahrgäste weitergegeben.

Der Repeater arbeitet dabei in beide Richtungen, also hinein und hinaus.

So gelangt auch das Signal des Handys wieder nach außen zur Station.

Auf diese Weise gleicht die Technik die starke Dämpfung durch die Hülle aus.

Warum es auf dem Land schwieriger ist

In Städten und an Bahnhöfen ist das Funknetz meist dicht ausgebaut.

Dort sind die Feldstärken hoch genug, um die Hülle notfalls zu überwinden.

Auf dem Land ist das Netz oft schwächer aufgestellt.

Dann reicht das Signal von außen kaum noch durch den Wagen.

Gerade hier zeigt sich der Nutzen des eingebauten Verstärkers besonders deutlich.

Fehlt er, so bleibt die Verbindung abseits der Ballungsräume häufig gestört.

Der Empfang im Zug hängt also von zwei Dingen zugleich ab.

Was Reisende davon merken

Für die Fahrgäste bleibt die Technik meist unsichtbar.

Sie bemerken nur, ob das Telefonat hält oder abreißt.

In gut ausgerüsteten Zügen läuft die Verbindung deutlich stabiler.

In älteren oder ungünstig gelegenen Abschnitten schwächelt sie weiter.

Wer das versteht, ärgert sich seltener über das eigene Gerät.

Oft hilft es, das Netz nicht ausgerechnet in einem Tunnel zu erwarten.

Der Zug als Käfig ist eben kein Fehler, sondern eine Folge seiner Bauart.

Das Fazit

Der Mythos vom Zug als Faradayschem Käfig stimmt.

Die Metallhülle und die beschichteten Fenster schirmen Funkwellen stark ab.

Beim ICE erreicht diese Abschirmung rund 99,9 Prozent.

Ein eingebauter Verstärker gleicht die Dämpfung im Betrieb wieder aus.

Der schlechte Empfang liegt also oft am Wagen und nicht nur am Netz.

Ein Blick in die Zukunft

Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.

Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.

Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.

Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.

Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.

So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.

Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet

Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.

Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.

Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.

Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.

Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.

So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.

Häufige Fragen

Warum ist der Handy-Empfang im Zug oft schlecht?
Die Metallhülle des Wagens und die beschichteten Fenster dämpfen die Funkwellen, sodass der Zug ähnlich wie ein Faradayscher Käfig wirkt.
Wie stark schirmt ein ICE ab?
Die Dämpfung liegt bei rund 30 Dezibel, was einer Abschirmung von etwa 99,9 Prozent entspricht. Von außen dringt also fast kein Signal nach innen.
Was ist ein Intrain-Repeater?
Das ist ein Verstärker im Zug, der das Mobilfunksignal in beide Richtungen kräftigt und die Dämpfung durch die Hülle ausgleicht.
Warum bricht die Verbindung auf dem Land eher ab?
Dort ist das Funknetz oft schwächer, sodass von außen kaum genug Signal durch die Hülle des Wagens dringt.
Kann der Verstärker fehlendes Netz ersetzen?
Nein, er verstärkt nur ein vorhandenes Signal und hilft nicht, wenn draußen gar kein Netz verfügbar ist.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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