Stimmt es, dass ein Zug unter dem Bosporus von Europa nach Asien fährt?

Stimmt es, dass …?

„Nächster Halt: Asien – in wenigen Minuten geht es unter dem Bosporus hindurch.“

Stimmt es, dass ein Zug unter dem Bosporus von Europa nach Asien fährt?

→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Stimmt es, dass …?

Kurz gesagt

In Istanbul fahren Züge durch einen Tunnel unter dem Bosporus von Europa nach Asien. Der Mythos stimmt, seit 2013 verbindet die Strecke namens Marmaray beide Erdteile.

Istanbul liegt auf zwei Kontinenten, getrennt durch die Meerenge des Bosporus.

Lange konnte man diese Wasserstraße nur mit Brücke oder Fähre überqueren.

Seit einigen Jahren fährt jedoch ein Zug tief unten hindurch.

Halkali marmaray station
Foto: Btian P. Dorsam, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

2013

in Betrieb

erstes Teilstück eröffnet

1.387 m

Absenktunnel

unter dem Bosporus

56 m

unter dem Meeresspiegel

tief unter der Meerenge

Marmaray ist die erste normalspurige Eisenbahnverbindung zwischen Europa und Asien.

Von einem Erdteil in den anderen

Nur wenige Städte liegen wie Istanbul auf gleich zwei Kontinenten.

Der europäische und der asiatische Teil der Stadt sind durch den Bosporus getrennt.

Ein Zug überquert diese Grenze heute unter Wasser.

Damit wird eine Fahrt zwischen zwei Erdteilen zum Alltag.

Marmaray Bakirköy
Foto: Btian P. Dorsam, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Bosporus trennt zwei Kontinente

Der Bosporus ist eine schmale Meerenge zwischen dem Schwarzen Meer und dem Marmarameer.

Auf der einen Seite liegt Europa, auf der anderen Asien.

Über die Wasserstraße herrscht reger Schiffsverkehr.

Eine feste Verbindung für die Bahn galt lange als schwierig.

Gut zu wissen

Der eigentliche Tunnel unter dem Wasser ist nur gut einen Kilometer lang, die gesamte Strecke reicht jedoch weit in beide Stadthälften hinein.

Neben Marmaray überqueren auch mehrere Brücken den Bosporus, doch für die Bahn ist der Tunnel die erste feste Verbindung.

Ein alter Traum

Schon vor über hundert Jahren gab es Pläne für einen Tunnel unter dem Bosporus.

Ein Entwurf aus dem Jahr 1902 sah Röhren auf dem Meeresgrund vor.

Mit der Technik jener Zeit ließ sich das jedoch nicht verwirklichen.

Erst viel später wurde die Idee tatsächlich umgesetzt.

Ein Tunnel tief unter der Meerenge

Der Bosporus wird in einem rund 1.387 Meter langen Absenktunnel unterquert.

Dieser Abschnitt liegt etwa 56 Meter unter dem Meeresspiegel.

Er besteht aus großen Röhrenstücken, die auf den Meeresgrund abgesenkt wurden.

Damit gehört er zu den tiefsten Tunneln seiner Art.

Marmaray verbindet beide Seiten

Die Strecke trägt den Namen Marmaray.

Er setzt sich aus dem Marmarameer und dem türkischen Wort für Schiene zusammen.

Die Linie reicht von Halkalı auf der europäischen bis Gebze auf der asiatischen Seite.

So wachsen die beiden Teile der Stadt enger zusammen.

Die erste Bahn zwischen den Erdteilen

Marmaray ist die erste normalspurige Eisenbahnverbindung zwischen Europa und Asien.

Erstmals sind damit die Bahnnetze beider Kontinente direkt verbunden.

Neben dem Nahverkehr nutzen auch Fernzüge die Strecke.

Selbst schnelle Fernverkehrszüge fahren über die Verbindung.

Seit 2013 in Betrieb

Das erste Teilstück ging im Jahr 2013 in Betrieb.

Dafür entstanden mehrere neue Bahnhöfe tief unter der Stadt.

An einigen Stationen kann man zur U-Bahn umsteigen.

Seither ist der Tunnel ein fester Teil des Nahverkehrs von Istanbul.

Was Reisende erleben

Für die Fahrgäste ist die Fahrt unter dem Bosporus überraschend unspektakulär.

In wenigen Minuten geht es von einem Kontinent zum anderen.

Von der Meerenge über dem Kopf ist im Tunnel nichts zu spüren.

Erst der Blick auf die Stationsnamen verrät den Wechsel des Erdteils.

Das Fazit

Der Mythos vom Zug unter dem Bosporus stimmt.

Seit 2013 verbindet die Strecke Marmaray in Istanbul Europa und Asien.

Sie ist die erste durchgehende Bahnverbindung zwischen den beiden Kontinenten.

Kleine Dinge, große Wirkung

Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.

Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.

Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.

In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.

Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.

So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.

Von der Dampflok bis heute

Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.

Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.

Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.

Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.

Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.

Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.

Ein Blick in die Zukunft

Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.

Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.

Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.

Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.

Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.

So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.

Zwischen Technik und Menschen

Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.

Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.

Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.

Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.

Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.

Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.

Häufige Fragen

Fährt wirklich ein Zug unter dem Bosporus?
Ja, durch den Marmaray-Tunnel fahren Züge unter der Meerenge von Europa nach Asien.
Seit wann gibt es die Verbindung?
Das erste Teilstück ging im Jahr 2013 in Betrieb.
Wie tief liegt der Tunnel?
Der Absenktunnel unter dem Bosporus liegt etwa 56 Meter unter dem Meeresspiegel.
Was bedeutet der Name Marmaray?
Er setzt sich aus dem Marmarameer und dem türkischen Wort für Schiene zusammen.
Ist das die erste Bahn zwischen Europa und Asien?
Ja, es ist die erste normalspurige Eisenbahnverbindung zwischen den beiden Kontinenten.

Weiterfahrt

→ Alle Schalter – zurück zur Übersicht

→ Zurück zum Finder

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →