Stimmt es, dass …?
„Ganz oben auf dem Zug gleitet ein unscheinbarer Streifen am Draht entlang und holt den Strom herunter.“
Stimmt es, dass die Schleifleiste am Stromabnehmer aus Kohle besteht?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Die Schleifleiste am Stromabnehmer besteht aus Kohlenstoff, also aus Kohle, in seltenen Fällen aus Kupfer. Die Behauptung stimmt.
Elektrische Züge holen ihren Strom aus einem Draht über dem Gleis.
Den Kontakt stellt ganz oben ein schmaler Streifen her, die Schleifleiste.
Diese Folge klärt, aus welchem Material dieser Streifen besteht.

Die Fakten in Zahlen
1 bis 2 m
Breite
der Schleifleiste quer zum Gleis
Kohlenstoff
Werkstoff
selten auch Kupfer
1893
frühes Beispiel
Straßenbahn Stansstad–Stans
Die Angaben stammen aus dem deutschsprachigen Wikipedia-Artikel zum Stromabnehmer.
Worum es in dem Mythos geht
Die Behauptung lautet, dass die Schleifleiste am Stromabnehmer aus Kohle besteht.
Gemeint ist der Streifen ganz oben auf dem Zug, der den Fahrdraht berührt.
Auf den ersten Blick wirkt das erstaunlich, denn Kohle gilt als weiches und sprödes Material.
Der Check schaut sich an, warum ausgerechnet dieser Werkstoff gewählt wird.

Was der Stromabnehmer tut
Der Stromabnehmer ist das bewegliche Gestänge auf dem Dach eines elektrischen Triebfahrzeugs.
Er wird von unten gegen den Fahrdraht gedrückt.
Über diesen Kontakt fließt der Fahrstrom in die Lok oder den Triebwagen.
Damit der Strom nicht abreißt, muss der Kontakt bei jeder Geschwindigkeit sicher bestehen bleiben.
Die eigentliche Berührung übernimmt dabei nicht das ganze Gestänge, sondern nur die Schleifleiste.
Gut zu wissen
Der Fahrdraht verläuft im Zickzack, damit sich die Schleifleiste gleichmäßig und nicht nur an einer Stelle abnutzt.
Weil die Kohle weicher ist als der Draht, schleift sich das günstigere Teil ab und nicht die Oberleitung.
Die Schleifleiste im Detail
Im oberen Bereich des Metallbügels ist quer zur Fahrtrichtung die Schleifleiste montiert.
Sie ist etwa ein bis zwei Meter breit.
Durch diese Breite bleibt der Kontakt auch dann erhalten, wenn der Draht seitlich versetzt verläuft.
Der Fahrdraht hängt nämlich bewusst im Zickzack, damit er die Schleifleiste gleichmäßig abnutzt.
So entsteht keine einzelne Kerbe an einer festen Stelle.
Woraus die Schleifleiste besteht
Die Schleifleiste besteht aus Kohlenstoff, also aus Kohle.
In seltenen Fällen wird stattdessen Kupfer verwendet.
Man spricht deshalb auch von einem Kohleschleifstück.
Die Kohle stellt den elektrischen Kontakt her und gleitet zugleich am Draht entlang.
Damit ist der Kern der Behauptung bereits bestätigt.
Warum ausgerechnet Kohle
Kohle gleitet gut und sorgt für einen ruhigen Kontakt am Draht.
Gleichzeitig ist sie weicher als der Kupferfahrdraht darüber.
Das ist Absicht, denn so nutzt sich die Kohle ab und nicht der teure Draht.
Die Schleifleiste wirkt dadurch wie eine Art Schmierung und Schutz für die Oberleitung.
Abnutzen soll sich das billigere und leichter austauschbare Teil.
Ein Verschleißteil mit Absicht
Die Schleifleiste ist ein klassisches Verschleißteil.
Sie wird regelmäßig geprüft und bei Bedarf gewechselt.
Ein Austausch der Schleifleiste ist deutlich einfacher als eine Reparatur des Fahrdrahts.
So bleibt die Oberleitung lange nutzbar, während sich die Kohle nach und nach abschleift.
Hinter dem unscheinbaren Streifen steckt also ein durchdachtes Prinzip.
Seit wann es das gibt
Solche Schleifstücke sind keine neue Erfindung.
Schon die 1893 eröffnete Straßenbahn Stansstad–Stans verwendete sie.
Mit der Umstellung auf von unten gegen den Draht gedrückte Stromabnehmer setzte sich das Prinzip durch.
Seither gehört die Kohleschleifleiste zum Standard bei elektrischen Bahnen.
Was man einschränkend sagen muss
Nicht jede Schleifleiste besteht aus reiner Kohle.
Je nach Einsatz werden auch metallhaltige oder mit Metall getränkte Werkstoffe genutzt.
In seltenen Fällen kommt reines Kupfer zum Einsatz.
Der mit Abstand häufigste Werkstoff bleibt aber der Kohlenstoff.
Die einfache Aussage trifft den Alltag damit sehr gut.
Das Fazit
Die Schleifleiste am Stromabnehmer besteht aus Kohlenstoff und damit aus Kohle, nur selten aus Kupfer.
Sie ist ein bewusst gewähltes Verschleißteil, das den Fahrdraht schont.
Die Behauptung stimmt.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
