Stimmt es, dass die Höllentalbahn früher eine Zahnstange hatte?

Stimmt es, dass …?

„Achtung an der steilen Rampe im Höllental: Hier griff früher ein Zahnrad in eine Stange zwischen den Schienen.“

Stimmt es, dass die Höllentalbahn früher eine Zahnstange hatte?

→ Ein Mythos auf dem Prüfstand – und die Antwort liegt in einer steilen Schlucht.

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Kurz gesagt

Ja, das stimmt: Die Höllentalbahn im Schwarzwald fuhr früher mit einer Zahnstange. Von 1887 bis 1933 half ein Zahnrad auf dem steilsten Abschnitt zwischen Hirschsprung und Hinterzarten, bevor bessere Technik den Zahn überflüssig machte.

Die Höllentalbahn kämpft sich durch eine der steilsten Schluchten des Schwarzwalds.

Für die großen Steigungen reichte die reine Reibung der Räder anfangs nicht aus.

Deshalb half dort jahrzehntelang ein Zahnrad nach.

Höllentalbahn 2019 03
Foto: Smiley.toerist, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

1887

Eröffnung

mit Zahnstange Hirschsprung–Hinterzarten

ca. 6.525 m

Zahnstange

Länge des steilen Abschnitts

1933

Ausbau

Ende des Zahnradbetriebs

1936 / 1960

Fahrstrom

Versuch mit 20 kV, später 15 kV

Quelle: Wikipedia („Höllentalbahn (Schwarzwald)“); das System hieß Bissinger-Klose.

Eine Bahn durch eine wilde Schlucht

Die Höllentalbahn verbindet Freiburg mit dem Hochschwarzwald bei Neustadt.

Ihr Weg führt durch das enge und felsige Höllental.

Zwischen Hirschsprung und Hinterzarten gewinnt sie auf kurzer Strecke viel Höhe.

Diese Rampe gehört zu den steilsten Abschnitten im deutschen Streckennetz.

Schon beim Bau war klar, dass hier eine besondere Technik nötig würde.

Höllentalbahn 2019 05
Foto: Smiley.toerist, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Warum es die Zahnstange brauchte

Normale Züge halten sich allein durch die Reibung zwischen Rad und Schiene am Berg.

Wird die Steigung zu groß, rutschen die Räder durch.

Auf der steilen Rampe im Höllental war diese Grenze erreicht.

Eine Zahnstange zwischen den Schienen gab dem Zug zusätzlichen Halt.

Ein Zahnrad an der Lokomotive griff in diese Stange und zog den Zug sicher bergauf.

Gut zu wissen

Die Zahnstange der Höllentalbahn gehörte zur Bauart Bissinger-Klose und nicht zum bekannteren System Riggenbach.

Der steile Abschnitt zwischen Hirschsprung und Hinterzarten zählt bis heute zu den anspruchsvollsten Rampen im Netz.

Das System Bissinger-Klose

Die Höllentalbahn nutzte ab der Eröffnung 1887 eine Zahnstange der Bauart Bissinger-Klose.

Der Zahnstangenabschnitt reichte über rund sechseinhalb Kilometer.

Er lag zwischen Hirschsprung und Hinterzarten im steilsten Teil der Strecke.

Damit war die Höllentalbahn eine echte Zahnradbahn im Schwarzwald.

Die Technik galt für ihre Zeit als zuverlässig und leistungsfähig.

Das Ende der Zahnstange 1933

Mit den Jahren wurden Bremsen und Lokomotiven immer stärker.

Besonders zehn kräftige Dampflokomotiven der Baureihe 85 machten den Zahn überflüssig.

Sie schafften die steile Rampe allein durch die Reibung der Räder.

Im Jahr 1933 wurde die Zahnstange deshalb ausgebaut.

Seitdem fährt die Höllentalbahn auf diesem Abschnitt als reine Adhäsionsbahn.

Vom Dampf zum Fahrdraht

Ab 1936 bekam die Strecke zwischen Freiburg und Neustadt eine Oberleitung.

Zunächst lief ein Versuchsbetrieb mit einer ungewöhnlichen Spannung von 20 Kilovolt und 50 Hertz.

Die Höllentalbahn war damit eine wichtige Teststrecke für den Bahnstrom.

Im Jahr 1960 stellte man auf das heute übliche System mit 15 Kilovolt um.

Aus der alten Zahnradstrecke war eine moderne elektrische Bahn geworden.

Die Höllentalbahn heute

Heute verkehren auf der Strecke moderne Nahverkehrszüge der Breisgau-S-Bahn.

Die steile Rampe bezwingen sie ganz ohne Zahnrad.

Im Jahr 2019 wurde die Lücke bis Donaueschingen durchgehend elektrisch geschlossen.

Von der alten Zahnstange ist im Gleis nichts mehr zu sehen.

Geblieben ist die eindrucksvolle Fahrt durch das enge Höllental.

Ein Blick auf die Technik

Zahnradbahnen gibt es bis heute vor allem in den Bergen.

Sie helfen überall dort, wo reine Reibung nicht mehr ausreicht.

Die Höllentalbahn zeigt, dass sich so eine Rampe mit besserer Technik auch ohne Zahn bezwingen lässt.

Entscheidend waren stärkere Bremsen und kräftigere Fahrzeuge.

Das macht die Strecke zu einem lehrreichen Stück Eisenbahngeschichte.

Das Fazit

Die Behauptung stimmt.

Die Höllentalbahn im Schwarzwald hatte von 1887 bis 1933 eine Zahnstange.

Sie lag auf dem steilen Abschnitt zwischen Hirschsprung und Hinterzarten.

Bessere Bremsen und stärkere Lokomotiven machten den Zahn im Jahr 1933 überflüssig.

Heute fährt die Bahn dort allein mit der Kraft der Reibung.

Von der Dampflok bis heute

Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.

Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.

Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.

Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.

Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.

Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.

Der Zug als umweltfreundliche Wahl

Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.

Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.

Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.

Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.

Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.

So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.

Häufige Fragen

Hatte die Höllentalbahn wirklich eine Zahnstange?
Ja. Von der Eröffnung 1887 bis zum Jahr 1933 fuhr sie auf dem steilen Abschnitt mit einer Zahnstange der Bauart Bissinger-Klose.
Wo lag der Zahnstangenabschnitt?
Er lag zwischen Hirschsprung und Hinterzarten im steilsten Teil des Höllentals. Der Abschnitt war rund sechseinhalb Kilometer lang.
Warum wurde die Zahnstange entfernt?
Stärkere Bremsen und kräftige Dampflokomotiven der Baureihe 85 schafften die Rampe allein durch Reibung. 1933 wurde der Zahn deshalb ausgebaut.
Fährt die Höllentalbahn heute mit Strom?
Ja. Seit 1936 ist die Strecke elektrisch, zunächst als Versuch mit 20 Kilovolt. 1960 folgte die Umstellung auf das heute übliche System.
Ist die Höllentalbahn eine Bergbahn?
Sie ist eine normale Hauptbahn mit einer besonders steilen Rampe. Für diese Rampe brauchte sie früher die Hilfe der Zahnstange.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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