Stimmt es, dass die Emirate eine Eisenbahn quer durchs Land bauen?

Stimmt es, dass …?

„Auf Gleis eins ein Zug, der ein ganzes Land zusammenbinden soll – mitten durch die Wüste, vom Golf bis ans Meer.“

Stimmt es, dass die Emirate eine Eisenbahn quer durchs Land bauen?

→ Stimmt. Mit Etihad Rail entsteht ein rund 1.200 Kilometer langes Netz quer durch die Wüste, und seit 2026 fahren dort auch Fahrgäste.

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Kurz gesagt

Ja, das stimmt. Die Vereinigten Arabischen Emirate bauen unter dem Namen Etihad Rail ein landesweites Schienennetz von rund 1.200 Kilometern. Zuerst rollten nur Güterzüge, seit dem Sommer 2026 fahren auch Reisende mit.

In einem Land, das für Autobahnen, Hochhäuser und Flughäfen bekannt ist, wächst seit einigen Jahren etwas Ungewohntes.

Zwischen Sandwüste und Küste verlegen Bautrupps Schiene um Schiene zu einem Netz, das es dort vorher nicht gab.

Die Frage ist also berechtigt: Bauen die Emirate wirklich eine Eisenbahn quer durch ihr Wüstenland?

Aerial view of Etihad Stadium
Foto: Neal Jennings, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Etihad Rail in Zahlen

~1.200 km

geplant

Länge des gesamten Netzes, das alle sieben Emirate verbinden soll

~900 km

seit 2023

nach der zweiten Baustufe in Betrieb, zunächst für den Güterverkehr

2016

erste Strecke

Start der Schwefel-Transporte von Shah und Habshan nach Ruwais

2026

Juni

Beginn des Personenverkehrs zwischen Abu Dhabi und Fujairah

Quelle: Wikipedia „Etihad Rail“, Stand 2026. Angaben zu weiteren Stationen und zur geplanten Schnellfahrstrecke sind Planungen und können sich ändern.

Ein Wüstenstaat baut sich ein Schienennetz

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind ein junger Staat am Persischen Golf, der seinen Reichtum lange vor allem dem Öl verdankte.

Verkehr lief dort jahrzehntelang fast nur über Straßen, Häfen und Flughäfen, nicht über Schienen.

Mit Etihad Rail entsteht nun ein landesweites Bahnnetz, das nach Fertigstellung rund 1.200 Kilometer umfassen soll.

Es soll alle sieben Emirate miteinander verbinden und im Westen bis an die Grenze zu Saudi-Arabien reichen.

Damit holt das Land eine Entwicklung nach, die anderswo schon vor über hundert Jahren begann.

Etihad Stadium, home of Manchester City geograph.org.uk
Foto: Chris Morgan, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Wie alles mit dem Schwefel begann

Den Anfang machte 2016 eine einzelne Strecke mitten im Landesinneren.

Sie führte über rund 264 Kilometer von den Gasfeldern bei Shah und Habshan zur Küstenstadt Ruwais.

Ihre Aufgabe war zunächst nüchtern: Sie transportierte granulierten Schwefel, der bei der Gasförderung anfällt.

Nach Angaben der Betreiber konnte die Strecke bis zu 22.000 Tonnen am Tag bewegen.

So bewies das Projekt im Kleinen, dass eine Bahn in der Wüste zuverlässig läuft, bevor das große Netz folgte.

Gut zu wissen

Der Name Etihad bedeutet auf Arabisch „Einheit“ oder „Union“ – ein Verweis auf den Zusammenschluss der sieben Emirate im Jahr 1971.

Weil es in den Emiraten bis vor Kurzem kaum Schienen gab, musste praktisch die gesamte Technik, von Signalen bis zu den Lokomotiven, neu ins Land gebracht werden.

Die Hauptstrecke quer durchs Land

Der entscheidende Schritt war die zweite Baustufe mit rund 605 Kilometern Länge.

Sie reicht von Ghuweifat an der Grenze zu Saudi-Arabien quer durch das Land bis nach Fujairah an der Ostküste.

Der Bau begann 2020, die erste Schiene lag Anfang 2021, und im Februar 2023 ging die Strecke in Betrieb.

Seitdem sind insgesamt etwa 900 Kilometer des Netzes befahrbar.

Damit verbindet die Bahn erstmals den Golf im Westen mit dem Meer im Osten auf der Schiene.

Erst die Fracht, dann die Fahrgäste

Lange war Etihad Rail eine reine Güterbahn, die Container und Rohstoffe zwischen Häfen und Industriezonen bewegte.

Güterzüge sind hier für Geschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde ausgelegt.

Im Juni 2026 startete dann der Personenverkehr, zunächst zwischen Abu Dhabi und Fujairah.

Die Reisezüge sollen bis zu 200 Kilometer pro Stunde erreichen und weitere Städte nach und nach anbinden.

Aus dem Arbeitspferd in der Wüste wird so allmählich auch ein Verkehrsmittel für die Bevölkerung.

Standardspur, Diesel und viele Häfen

Etihad Rail fährt auf der weltweit verbreiteten Normalspur von 1.435 Millimetern.

Angetrieben werden die Züge bisher von Diesellokomotiven, eine spätere Elektrifizierung gilt als möglich.

Das Netz bindet wichtige Seehäfen wie Khalifa Port und Jebel Ali sowie mehrere Industriestädte an.

So kann Fracht vom Schiff direkt auf die Schiene wechseln, ohne lange Lkw-Kolonnen über die Autobahnen.

Für ein Land, das stark vom Welthandel lebt, ist das ein handfester wirtschaftlicher Vorteil.

Der Traum vom Schnellzug Abu Dhabi–Dubai

Über das heutige Netz hinaus ist eine eigene Schnellfahrstrecke zwischen Abu Dhabi und Dubai geplant.

Sie soll die rund 150 Kilometer zwischen den beiden größten Städten in etwa einer halben Stunde überbrücken.

Dafür sind Geschwindigkeiten von bis zu 350 Kilometern pro Stunde vorgesehen.

Als Ziel für die Inbetriebnahme nennt Wikipedia das Jahr 2030.

Noch ist das eine Planung, doch sie zeigt, wie groß die Ambitionen des Projekts sind.

Ein Netz für die ganze Golfregion

Etihad Rail ist nicht als Insellösung gedacht, sondern als Baustein eines größeren Plans.

Schon 2004 gaben die Golfstaaten gemeinsam eine Machbarkeitsstudie für ein regionales Bahnnetz in Auftrag.

Der Anschluss bei Ghuweifat zielt auf eine künftige Verbindung mit dem Netz Saudi-Arabiens.

Langfristig könnten so mehrere Länder am Persischen Golf per Schiene zusammenwachsen.

Die Emirate wären dann ein Knotenpunkt in einem Netz, das weit über ihre eigenen Grenzen hinausreicht.

Was noch im Bau ist

Fertig ist das Netz trotz aller Fortschritte noch nicht.

Eine dritte Baustufe soll Dubai mit Fujairah und Ras al-Chaima verbinden und umfasst rund 279 Kilometer.

Für diesen Abschnitt nennt Wikipedia bislang keinen festen Zeitplan.

Auch weitere Bahnhöfe für den Personenverkehr sollen erst in den kommenden Jahren eröffnen.

Der Satz „die Emirate bauen eine Bahn“ ist also im Wortsinn richtig: Gebaut wird weiterhin.

Das Fazit

Die Behauptung stimmt: Die Emirate errichten mit Etihad Rail tatsächlich eine Eisenbahn quer durch ihr Wüstenland.

Rund 900 von geplanten etwa 1.200 Kilometern sind in Betrieb, der Güterverkehr läuft seit 2016, der Personenverkehr seit 2026.

Eine Schnellfahrstrecke zwischen Abu Dhabi und Dubai ist geplant, aber noch Zukunftsmusik.

Was als Schwefelbahn begann, ist auf dem Weg zum Rückgrat des Verkehrs am Golf.

Stand aller Angaben ist das Jahr 2026.

Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet

Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.

Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.

Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.

Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.

Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.

So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.

Von der Dampflok bis heute

Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.

Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.

Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.

Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.

Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.

Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.

Häufige Fragen

Was ist Etihad Rail?
Etihad Rail ist das nationale Eisenbahnnetz der Vereinigten Arabischen Emirate. Geplant sind rund 1.200 Kilometer, die alle sieben Emirate verbinden sollen.
Seit wann fahren dort Züge?
Güterzüge fahren seit 2016, zunächst für Schwefel-Transporte. Der Personenverkehr begann im Juni 2026.
Wie schnell fahren die Züge?
Güterzüge sind für bis zu 120 Kilometer pro Stunde ausgelegt, Reisezüge für bis zu 200. Eine geplante Schnellfahrstrecke soll bis zu 350 erreichen.
Führt die Bahn wirklich durch die Wüste?
Ja. Große Teile der Strecke verlaufen durch Wüsten- und Küstengebiete, etwa von den Gasfeldern im Landesinneren bis an die Ostküste.
Ist das Netz schon fertig?
Nein. Rund 900 Kilometer sind in Betrieb, weitere Abschnitte wie die Strecke nach Dubai und Ras al-Chaima sowie zusätzliche Bahnhöfe befinden sich noch im Bau oder in Planung.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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