Stimmt es, dass …?
„Einsteigen bitte in den Rheingold: Ab 1928 rollte dieser Zug mit eigenen Pullmanwagen von der Nordsee bis in die Schweiz.“
Stimmt es, dass der Rheingold der Luxuszug der 1920er Jahre war?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Der Rheingold war ab 1928 tatsächlich einer der vornehmsten Luxuszüge seiner Zeit und fuhr mit eigens gebauten Pullmanwagen durch das Rheintal. Der einzige Luxuszug der 1920er Jahre war er aber nicht, denn auch andere Länder führten solche Prunkzüge.
Wenn vom luxuriösen Reisen in der Frühzeit der großen Fernzüge die Rede ist, fällt oft der Name Rheingold.
Der Zug gilt vielen als Inbegriff des vornehmen Reisens durch das Rheintal.
Ob er wirklich der Luxuszug der 1920er Jahre war, lohnt einen genauen Blick.

Die Fakten in Zahlen
1928
Start
erste Fahrt des Rheingold
1965
TEE
Aufwertung zum Trans-Europ-Express
1987
Ende
Einstellung des Zuglaufs
Mehrere Rheingold-Wagen aus den Jahren 1928 bis 1965 sind bis heute erhalten.
Was der Rheingold war
Der Rheingold war ein internationaler Fernzug, der ab 1928 verkehrte.
Betrieben wurde er gemeinsam von der Deutschen Reichsbahn und den Bahnen der Niederlande, der Schweiz und später Italiens.
Er verband die Nordseeküste bei Hoek van Holland über das Rheintal mit Zielen in der Schweiz.
Sein Name spielte auf den Rhein an, durch dessen Tal er fuhr.

Der Weg durchs Rheintal
Von den Niederlanden führte die Fahrt über Arnheim und Köln ins Rheintal.
Weiter ging es über Mannheim und Karlsruhe bis nach Basel in der Schweiz.
Ab 1938 wurde der Zuglauf kurzzeitig bis Mailand verlängert.
Die Strecke am Rhein entlang galt schon damals als eine der schönsten Bahnreisen Europas.
Gut zu wissen
Pullmanwagen waren besonders komfortable Reisewagen, benannt nach dem amerikanischen Hersteller Pullman.
Ein Fernschnellzug war in Deutschland eine hochwertige, schnelle Zuggattung für weite Strecken.
Die berühmten Pullmanwagen
Für den Rheingold beschaffte die Reichsbahn eigens besondere Pullmanwagen.
Diese Wagen boten mehr Platz, bequeme Sessel und eine gehobene Ausstattung.
Das Reisen im Rheingold sollte sich deutlich vom gewöhnlichen Zug abheben.
Bis zur kriegsbedingten Einstellung 1939 blieben diese Wagen sein Markenzeichen.
War er der Luxuszug der 1920er Jahre?
Der Rheingold gehörte ohne Zweifel zu den vornehmsten Zügen seiner Zeit.
Mit seinem Start 1928 fiel er genau in das Jahrzehnt der großen Luxuszüge.
Der einzige seiner Art war er aber nicht, denn auch andere Bahnen führten Prunkzüge.
Bekannt waren zum Beispiel der Orient-Express und andere internationale Luxuszüge.
Wie vornehm das Reisen wirklich war
Der Rheingold war in Deutschland als Fernschnellzug eingestuft.
In den anderen beteiligten Ländern lief er als Schnellzug.
Die Fahrgäste reisten in gehobener Umgebung und wurden besonders umsorgt.
Der Zug wandte sich an ein zahlungskräftiges und oft internationales Publikum.
Die Unterbrechung durch den Krieg
Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs endete der Rheingold 1939.
Die aufwendige internationale Verbindung ließ sich in dieser Zeit nicht halten.
Erst 1951 nahm die Deutsche Bundesbahn den Zuglauf wieder auf.
Nun fuhr der Zug mit allen drei Wagenklassen und auf leicht verändertem Weg.
Die zweite Blüte nach dem Krieg
Ab 1962 brachte die Bundesbahn erneut eigens entworfene Wagen zum Einsatz.
Darunter waren Aussichtswagen nach amerikanischem Vorbild, die Dome Cars.
1965 wurde der Rheingold zum Trans-Europ-Express aufgewertet.
Damit zählte er wieder zur höchsten Zugkategorie seiner Zeit.
Das Ende und was blieb
1987 wurde der Rheingold schließlich eingestellt.
Zuvor hatte er zeitweise einen Flügelzug zwischen Mannheim und München erhalten.
Mehrere seiner Wagen aus den Jahren 1928 bis 1965 sind bis heute erhalten.
Sie werden für Sonderfahrten und museale Zwecke gepflegt und gezeigt.
Das Fazit
Die Aussage stimmt weitgehend.
Der Rheingold war ab 1928 tatsächlich ein herausragender Luxuszug mit eigenen Pullmanwagen.
Der einzige Luxuszug der 1920er Jahre war er allerdings nicht, denn er stand in einer ganzen Reihe prächtiger Züge.
Als Sinnbild für luxuriöses Reisen durch das Rheintal ist sein Ruf bis heute berechtigt.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
