Stimmt es, dass …?
„Viele Bahnen, viele Fahrpläne und ein Mann, der daraus ein einziges Buch machte.“
Stimmt es, dass das erste Kursbuch von Bradshaw stammt?
→ Ein Buch, das die Eisenbahn ordnete.
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Kurz gesagt
Die Behauptung stimmt im Kern: Der Brite George Bradshaw gab 1839 das erste gesammelte Verzeichnis von Eisenbahnfahrplänen heraus. Einzelne Gesellschaften druckten zwar schon vorher Fahrpläne, doch Bradshaw fasste sie erstmals in einem Werk zusammen.
Wer heute eine Verbindung sucht, tippt sie in Sekunden in eine App ein.
Im 19. Jahrhundert war das ganz anders, denn jede Bahngesellschaft kochte ihr eigenes Süppchen.
Dieser Beitrag klärt, warum der Name Bradshaw bis heute mit dem Kursbuch verbunden ist.

Die Fakten in Zahlen
1839
Erstes Verzeichnis
am 19. Oktober erschienen
946 Seiten
Umfang 1898
aus anfangs nur acht Seiten
1961
Letzte Ausgabe
Nummer 1521 im Mai
Die erste Ausgabe kostete gerade einmal sechs Pence.
Wer George Bradshaw war
George Bradshaw wurde im Jahr 1800 in der Nähe von Manchester geboren.
Von Beruf war er Kartograf, Kupferstecher und Drucker.
Seit 1822 betrieb er in Manchester eine eigene Werkstatt, vor allem für Karten.
Diese Erfahrung mit dem Ordnen und Drucken von Daten kam ihm später zugute.
Aus dem Kartenmacher wurde so der Begründer des Eisenbahn-Kursbuchs.

Das Durcheinander der frühen Bahnen
In den Anfangsjahren der Eisenbahn gab es viele kleine, konkurrierende Gesellschaften.
Jede von ihnen veröffentlichte ihre Fahrzeiten auf eigene Weise.
Für Reisende war es dadurch schwer, mehrere Linien zu einer Fahrt zu verbinden.
Ein einheitliches Verzeichnis über alle Bahnen hinweg fehlte vollständig.
Genau diese Lücke erkannte Bradshaw als Geschäftsidee.
Gut zu wissen
George Bradshaw starb 1853 auf einer Reise in der norwegischen Hauptstadt an der Cholera.
Schon vor seinem Werk gab es gedruckte Fahrpläne einzelner Bahnen, doch keine so umfassende Sammlung.
Das erste gesammelte Verzeichnis
Am 19. Oktober 1839 erschien sein erstes Werk mit gesammelten Eisenbahnfahrplänen.
Es trug den sperrigen Titel eines Fahrplan- und Reisebegleiters für die Eisenbahn.
Fachleute bezeichnen es als die erste Zusammenstellung von Bahnfahrplänen der Welt.
Damit konnten Reisende erstmals verschiedene Linien in einem einzigen Buch vergleichen.
Die erste Ausgabe war mit sechs Pence sehr günstig.
Vom Heft zum monatlichen Führer
Schon 1840 folgte eine erweiterte Ausgabe unter einem neuen Namen.
Ende 1841 erschien das Werk schließlich jeden Monat.
Als monatlicher Führer konnte es mit den häufigen Fahrplanänderungen Schritt halten.
Diese regelmäßige Erscheinungsweise machte das Kursbuch erst wirklich praktisch.
Reisende verließen sich bald fest auf die neue Ausgabe jedes Monats.
Immer dicker
Mit dem wachsenden Schienennetz wuchs auch der Umfang des Buches.
Aus den anfänglichen acht Seiten von 1841 wurden bis 1845 bereits zweiunddreißig.
Bis zum Jahr 1898 schwoll das Werk auf stolze 946 Seiten an.
Das Kursbuch spiegelte damit den rasanten Ausbau der Eisenbahn wider.
Es wurde zu einem dicken Nachschlagewerk für das ganze Land.
Warum es ein echtes Kursbuch war
Entscheidend war, dass Bradshaw die Fahrpläne vieler Gesellschaften zusammenführte.
Einzelne Bahnen hatten ihre Zeiten zwar schon vorher gedruckt.
Ein Verzeichnis über alle Linien hinweg gab es jedoch vor Bradshaw nicht.
Genau dieses Zusammenführen entspricht der Idee des modernen Kursbuchs.
Deshalb gilt sein Werk als Urform des gedruckten Fahrplanbuchs.
Ein Name wird zum Begriff
Im englischen Sprachraum wurde der Name Bradshaw bald zum Synonym für den Fahrplan.
Reisende sprachen schlicht davon, im Bradshaw nachzuschlagen.
Auch in Romanen und Reiseberichten taucht das Buch immer wieder auf.
So wurde aus einem Produkt eine feste Größe der Reisekultur.
Der Name überdauerte seinen Erfinder um mehr als ein Jahrhundert.
Das Ende einer Ära
Über viele Jahrzehnte erschien der Führer in immer neuen Ausgaben.
Die letzte britische Ausgabe trug die Nummer 1521 und erschien im Mai 1961.
Danach übernahmen andere, modernere Fahrplanwerke die Aufgabe.
Das gedruckte Kursbuch in Bradshaws Tradition war damit Geschichte.
Sein Grundgedanke lebt in jedem heutigen Fahrplan weiter.
Das Fazit
Das erste gesammelte Eisenbahn-Kursbuch der Welt stammt tatsächlich von George Bradshaw.
Es erschien im Jahr 1839 und fasste erstmals viele Fahrpläne in einem Werk zusammen.
Einzelne Gesellschaften hatten ihre Zeiten allerdings schon vorher gedruckt.
Die Behauptung stimmt deshalb im Kern, verdient aber diese kleine Einordnung.
Bradshaws Idee prägt das Reisen bis heute, auch wenn kaum noch jemand seinen Namen kennt.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
