Stimmt es, dass …?
„Einzeln und wie von Geisterhand rollen die Güterwagen einen kleinen Berg hinab und finden ihr Gleis.“
Stimmt es, dass auf einem Rangierbahnhof die Wagen über einen künstlichen Hügel rollen?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Auf vielen Rangierbahnhöfen werden Güterwagen über einen künstlichen Hügel, den Ablaufberg, verteilt und rollen durch die Schwerkraft ins richtige Gleis. Die Behauptung stimmt.
Ein Güterzug besteht aus vielen Wagen mit ganz verschiedenen Zielen.
Damit jeder Wagen ans richtige Ziel kommt, müssen die Züge neu sortiert werden.
Diese Folge klärt, ob dafür wirklich ein künstlicher Hügel genutzt wird.

Die Fakten in Zahlen
1858
erster in Deutschland
Ablaufberg in Leipzig
Schwerkraft
Antrieb
die Wagen rollen von allein
Eselsrücken
anderer Name
so heißt der Ablaufberg auch
Die Angaben stammen aus dem deutschsprachigen Wikipedia-Artikel zum Ablaufberg.
Worum es in dem Mythos geht
Die Behauptung lautet, dass auf einem Rangierbahnhof die Wagen über einen künstlichen Hügel rollen.
Das klingt zunächst ungewöhnlich für den Bahnbetrieb.
Tatsächlich steckt dahinter ein cleveres und altes Verfahren.
Der Check schaut sich an, wie Güterwagen sortiert werden.

Was ein Rangierbahnhof tut
Auf einem Rangierbahnhof werden ganze Güterzüge aufgelöst.
Die einzelnen Wagen haben unterschiedliche Bestimmungsorte.
Sie müssen deshalb neu zu Zügen zusammengestellt werden.
Dafür braucht es ein schnelles Verfahren, um viele Wagen zu verteilen.
Genau hier kommt der Ablaufberg ins Spiel.
Gut zu wissen
Der Ablaufberg wird auch Eselsrücken genannt, in Österreich Rollberg.
Die einzelnen Wagen oder Wagengruppen, die den Berg hinabrollen, heißen im Fachjargon Abläufe.
Der Ablaufberg
Der Ablaufberg ist ein in der Regel künstlich angelegter Hügel, über den ein Gleis verläuft.
In Österreich heißt er Rollberg, ein alter Name ist auch Eselsrücken.
Über diesen Berg werden die Güterwagen ablaufen gelassen.
Auf diese Weise werden sie nach ihren Zielen sortiert.
Ablaufberge finden sich in Rangierbahnhöfen sowie an einigen Güter- und Hafenbahnhöfen.
Wie das Abdrücken funktioniert
Zuerst wird eine Zugeinheit von einer Rangierlok auf den Ablaufberg hinaufgeschoben.
Vor dem höchsten Punkt trennt ein Entkuppler die Kupplungen zwischen den Wagen.
Dieser Entkuppler wird auch Loshänger genannt.
Er löst die Verbindungen an den vorher festgelegten Stellen.
So entstehen einzelne Wagen oder kleine zusammenhängende Gruppen.
Rollen durch die Schwerkraft
Hinter dem höchsten Punkt beginnt das Gefälle.
Die Wagen rollen nun einzeln oder in kleinen Gruppen von allein hinab.
Diese Gruppen werden im Fachjargon Abläufe genannt.
Angetrieben werden sie allein durch die Schwerkraft.
Eine Lok muss sie dabei nicht mehr schieben.
Weichen und Richtungsgleise
Während die Wagen rollen, müssen sie in das richtige Gleis gelenkt werden.
Vom Ablaufstellwerk werden die Weichen vor den anrollenden Abläufen passend gestellt.
So läuft jeder Wagen in das Richtungsgleis für seinen Bestimmungsort.
Dort sammeln sich nach und nach alle Wagen für dasselbe Ziel.
Unterwegs wird das Tempo der Wagen geregelt, damit sie sanft auflaufen.
Seit wann es das gibt
Das Verfahren ist erstaunlich alt.
Der erste deutsche Ablaufberg wurde 1858 in Leipzig errichtet.
Seitdem gehört der Ablaufberg zu den großen Rangierbahnhöfen.
Er hat das Sortieren von Güterwagen über viele Jahrzehnte geprägt.
Bis heute ist das Grundprinzip dasselbe geblieben.
Was man einschränkend sagen muss
Nicht jeder Bahnhof besitzt einen Ablaufberg.
Nur große Rangierbahnhöfe und einige Güterbahnhöfe sind so ausgestattet.
Moderne Anlagen steuern den Ablauf heute oft technisch unterstützt.
Am Grundprinzip des rollenden Wagens ändert das aber nichts.
Das Fazit
Auf großen Rangierbahnhöfen werden Güterwagen über einen künstlichen Hügel verteilt und rollen durch die Schwerkraft ins richtige Gleis.
Der erste deutsche Ablaufberg stand schon 1858 in Leipzig.
Die Behauptung stimmt.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
