Ortstermin
„St. Gallen, bitte aussteigen; die Schmalspurzüge ins Appenzellerland warten auf der anderen Seite der Halle.“
Der Bahnhof St. Gallen, ein Dom aus Stein am Tor zur Ostschweiz
→ Ein Ortstermin in der Ostschweiz.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof St. Gallen ist der größte Bahnhof der Ostschweiz und das Herz der dortigen S-Bahn. Sein neubarockes Gebäude von 1913 wirkt wie eine Kathedrale und passt damit gut zur alten Klosterstadt dahinter.
Wer in St. Gallen ankommt, steht zuerst vor einem Gebäude, das eher an eine Kirche erinnert als an einen Bahnhof.
Der helle Steinbau mit seiner geschwungenen Fassade stammt aus dem Jahr 1913 und gehört zu den auffälligsten Bahnhöfen der Schweiz.
Gleich dahinter beginnt eine Stadt, deren Stiftsbezirk zum Weltkulturerbe zählt.

Ein Bahnhof wie eine Kathedrale
Das Aufnahmegebäude des Bahnhofs St. Gallen gilt als eines der schönsten der Ostschweiz.
Der Architekt Alexander von Senger setzte es bis 1913 im Stil des Neubarock um.
Zusammen mit dem Büro Kuder hatte er zuvor den Wettbewerb für den Neubau gewonnen.
Die hohe Fassade und die weite Halle ließen den Bau schon damals wie einen Dom für Reisende wirken.
Noch heute prägt dieses Gebäude den ersten Eindruck von der Stadt.

Die erste Bahn von 1856
Die Eisenbahn erreichte St. Gallen am 25. März 1856.
An diesem Tag eröffnete die St.-Gallisch-Appenzellische Eisenbahn die Strecke von St. Gallen Winkeln in die Stadt.
Schon ein halbes Jahr später führten die Gleise weiter nach Rorschach an den Bodensee.
Die erste Bahnhofanlage entstand in den Jahren 1853 bis 1856 unter den Vereinigten Schweizerbahnen.
Bereits in den 1880er Jahren reichte diese Anlage für den wachsenden Verkehr nicht mehr aus.

Gut zu wissen
Der Bahnhof St. Gallen liegt auf rund 700 Metern über dem Meer und ist der größte Bahnhof der Ostschweiz.
Das neubarocke Aufnahmegebäude wurde bis 1913 von Alexander von Senger errichtet, die erste Bahn erreichte die Stadt schon 1856.
Bis in die 1960er Jahre trug der Bahnhof offiziell den Namen St. Gallen HB.
Der große Umbau ab 1902
Nach langen Planungen gestalteten die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen den Bahnhof ab 1902 vollständig neu.
Es entstanden ein neues Aufnahmegebäude mit Perronhalle und ein eigener Schmalspurbahnhof westlich davon.
Dazu kamen eine halbrunde Lokremise mit Wasserturm und gleich drei neue Stellwerke.
Auch die nordöstliche Zufahrt wurde tiefergelegt und die Rangieranlage ausgebaut.
Die Stadt verlangte dabei, dass vor dem Gebäude ein großzügiger Bahnhofplatz angelegt wurde.

Schmalspur ins Appenzellerland
St. Gallen war früh ein Treffpunkt ganz verschiedener Bahnen.
1910 kamen die Bodensee-Toggenburg-Bahn und die Rickenbahn hinzu.
1912 ersetzte der Rosenbergtunnel die alte, offen geführte Strecke nach St. Fiden.
Noch heute zweigen am Bahnhof schmalspurige Strecken ab, die hinauf ins Appenzellerland führen.
So treffen am selben Ort normalspurige Fernzüge und schmale Regionalbahnen dicht nebeneinander.

Das Herz der Ostschweiz
Für die ganze Ostschweiz ist der Bahnhof St. Gallen der wichtigste Umsteigepunkt.
Auf ihn ist die S-Bahn St. Gallen ausgerichtet, die das weite Umland erschließt.
Fernzüge aus der übrigen Schweiz enden hier oder fahren weiter über die Grenze.
Reisende erreichen den Bahnhof auch mit Zügen aus Deutschland und aus Österreich.
Vor dem Gebäude halten am Bahnhofplatz die Busse der Stadt, dazu Regiobusse und Postautos.

Der Umbau von 2016 bis 2018
Zwischen 2016 und 2018 wurde der Bahnhof noch einmal gründlich erneuert.
Dabei wurden das Gebäude, die Unterführungen und der Bahnhofplatz neu gestaltet.
Eine neue Ankunftshalle mit Treppen und Rolltreppen erleichtert seither den Weg zu den Gleisen.
Für Gesprächsstoff sorgte vor allem eine binäre Uhr über dem Eingang, die die Zeit in Lichtpunkten anzeigt.
Ein altes Schild mit der früheren Bezeichnung St. Gallen HB hängt bis heute in der Halle.

Der Stiftsbezirk als Weltkulturerbe
Gleich hinter dem Bahnhof beginnt der Stiftsbezirk, der seit Langem zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.
Sein Mittelpunkt ist die barocke Stiftskirche aus dem 18. Jahrhundert.
Die berühmte Stiftsbibliothek bewahrt über 900 alte Handschriften.
Zu ihren Schätzen zählt der St. Galler Klosterplan aus dem 9. Jahrhundert.
Für Staunen sorgt außerdem eine ägyptische Mumie mit dem Namen Schepenese.

Erker, Stickerei und drei Weiher
Die Altstadt von St. Gallen ist bekannt für ihre über hundert kunstvollen Erker.
Sie erinnern an den Reichtum der Textilkaufleute des 18. und 19. Jahrhunderts.
Die Stickerei machte die Stadt damals in der ganzen Welt bekannt.
An diese Zeit erinnert auch der Tröckneturm von 1828, in dem gefärbte Stoffbahnen zum Trocknen hingen.
Oberhalb der Stadt laden die Drei Weieren mit ihren Jugendstil-Badehäusern zum Verweilen ein, erreichbar mit der Mühleggbahn von 1893.

Ankommen in St. Gallen
Ankommen in St. Gallen heißt, auf rund 700 Metern über dem Meer aus dem Zug zu steigen.
Die Stadt liegt an der Steinach, einem Fluss, der in den nahen Bodensee mündet.
Vom Bahnhof sind es nur wenige Minuten zu Fuß bis zum Kloster und in die Altstadt.
Wer mag, fährt mit der Schmalspurbahn gleich weiter hinauf ins grüne Appenzellerland.
So wird der Dom aus Stein am Gleis zum passenden Auftakt für einen Ausflug in die Ostschweiz.

Häufige Fragen
Seit wann hat St. Gallen einen Bahnhof?
Wer hat das heutige Bahnhofsgebäude gebaut?
Welche Züge halten in St. Gallen?
Was kann man vom Bahnhof aus erreichen?
Warum hängt in der Halle noch der Name St. Gallen HB?
Weiterfahrt
→ Ortstermin: Winterthur – Winterthur liegt an der Hauptlinie Richtung Zürich.
