Der Bahnhof Nagasaki, Endpunkt des westlichsten Shinkansen

Ortstermin

„Vorsicht am Shinkansen-Bahnsteig in Nagasaki, der Kamome nach Takeo-Onsen fährt ab, bitte achten Sie auf die Türen.“

Der Bahnhof Nagasaki, Endpunkt des westlichsten Shinkansen

→ Ein Ortstermin auf der Insel Kyushu.

Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin

Kurz gesagt

Der Bahnhof Nagasaki liegt am Ende der Insel Kyushu und wurde 1905 eröffnet. Seit 2022 ist er der westlichste Halt des japanischen Shinkansen.

Nagasaki liegt an einer tief eingeschnittenen Bucht im Westen der Insel Kyushu.

Die Stadt war jahrhundertelang Japans Fenster zur Welt und trägt eine bewegte Geschichte.

Ein Ortstermin beginnt am modernen Bahnhof und führt hinaus zu Hafen, Gärten und Mahnmalen.

Nagasaki station Taisho era
Foto: Unknown authorUnknown author, Public domain, via Wikimedia Commons

Ein Bahnhof von 1905

Der heutige Bahnhof Nagasaki wurde am 5. April 1905 eröffnet.

Die ältere Station von 1897 wurde dabei in Urakami umbenannt.

Betrieben wird der Bahnhof von der Gesellschaft JR Kyushu.

Er ist der Endpunkt der Nagasaki-Hauptlinie, die quer über die Insel führt.

Beim Atombombenabwurf von 1945 wurde auch der Bahnhof beschädigt.

Im Jahr 1976 wurde die Strecke bis Nagasaki elektrifiziert.

Nagasaki station platform 2010A
Foto: ぱちょぴ(pacyopi), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Der neue Hochbahnhof

Schon 1969 erhielt der Bahnhof erstmals hochgelegte Bahnsteige.

Am 28. März 2020 wurde er vollständig neu als Hochbahnhof eröffnet.

Die Gleise liegen seitdem auf einer Ebene über dem Straßenniveau.

Für den Nahverkehr gibt es zwei Inselbahnsteige an fünf Gleisen.

Diese tragen die Nummern eins bis fünf.

Der helle Neubau gab dem Bahnhofsviertel ein ganz neues Gesicht.

Nagasaki Station photo
Foto: Ehagaki nagasaki, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Gut zu wissen

Der Bahnhof Nagasaki wurde 1905 eröffnet und wird von JR Kyushu betrieben.

Seit dem 23. September 2022 ist er der westlichste Shinkansen-Bahnhof Japans.

Vom Bahnhof aus erreicht man mit der Straßenbahn den Hafen, Dejima und den Friedenspark.

Der westlichste Shinkansen

Den größten Wandel brachte der 23. September 2022.

An diesem Tag nahm die Nishi-Kyushu-Shinkansen ihren Betrieb auf.

Seitdem ist Nagasaki der westlichste Shinkansen-Bahnhof ganz Japans.

Die schnellen Kamome-Züge fahren von hier bis Takeo-Onsen.

Diese Strecke ist rund 66 Kilometer lang.

Für den Shinkansen entstanden eigene Bahnsteige mit den Nummern elf bis vierzehn.

Nagasaki Station Sign
Foto: そらみみ, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Verbindungen und Fahrgäste

Von Takeo-Onsen aus geht es mit dem Anschlusszug Relay Kamome weiter nach Hakata.

So ist Nagasaki umsteigend mit dem großen Netz der Insel verbunden.

Der Nahverkehrszug Seaside Liner fährt entlang der Küste nach Sasebo.

Auf der Hauptlinie liegt der Bahnhof rund 125 Kilometer von Tosu entfernt.

Im Jahr 2016 stiegen hier im Schnitt etwa 10.650 Reisende täglich ein.

Damit zählt er zu den belebteren Bahnhöfen von JR Kyushu.

JR Nagasaki Station 010
Foto: hyolee2, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Vom Bahnhof zum Hafen

Der Bahnhof liegt nahe am Hafen, der das Herz der Stadt bildet.

Vor dem Gebäude halten die Wagen der alten Straßenbahn von Nagasaki.

Mit ihr oder zu Fuß erreicht man rasch die Viertel am Wasser.

Von den hohen Bahnsteigen reicht der Blick über die Dächer bis zu den Hügeln.

So wird der Bahnhof zum bequemen Ausgangspunkt für die Erkundung der Stadt.

Der Weg vom Zug ans Wasser ist angenehm kurz.

JR Nagasaki Station 011
Foto: hyolee2, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Japans Fenster zur Welt

Nagasaki war über Jahrhunderte Japans wichtigstes Fenster zur Welt.

Vom 16. bis zum 19. Jahrhundert war die Stadt der einzige Hafen für den Handel mit Portugiesen und Niederländern.

Auf der künstlichen Insel Dejima lebten die niederländischen Händler streng abgeschirmt.

Der Hafen selbst wurde im Jahr 1571 angelegt.

Auch viele chinesische Kaufleute ließen sich in der Stadt nieder.

Bis heute erinnert ein lebendiges Chinatown an diese Zeit.

Nagasaki station
Foto: Suicasmo, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Glauben, Kirchen und Gärten

Mit den Händlern kam auch das Christentum nach Nagasaki.

Im Jahr 1597 wurden hier sechsundzwanzig Christen hingerichtet.

Von 1614 an war der katholische Glaube verboten und wurde verfolgt.

An diese Zeit erinnert die Ōura-Kirche, eine der ältesten Kirchen Japans.

Oberhalb des Hafens liegt der Glover-Garten mit den Häusern früherer ausländischer Kaufleute.

Mehrere Stätten der verborgenen Christen in der Region zählen heute zum Welterbe der UNESCO.

Nagasaki station
Foto: Suicasmo, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der 9. August 1945

Am 9. August 1945 wurde über dem Stadtteil Urakami eine Atombombe abgeworfen.

Die Explosion um 11:02 Uhr zerstörte weite Teile der Stadt und kostete Zehntausende Menschen das Leben.

Nagasaki war nach Hiroshima die zweite Stadt, auf die eine Atomwaffe im Krieg abgeworfen wurde.

Bis heute ist es der letzte Einsatz einer solchen Waffe in einem Krieg geblieben.

Ein Gesetz von 1949 machte Nagasaki zur internationalen Stadt der Kultur und des Wiederaufbaus.

Heute erinnern der Friedenspark, das Hypozentrum und ein Museum an die Opfer und mahnen zum Frieden.

JR Kyushu 885 at Nagasaki Station
Foto: Christophe95, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ankommen in Nagasaki

Nagasaki empfängt seine Gäste mit dem modernen Hochbahnhof und dem Blick auf die weite Bucht.

Zwischen Hafen, Gärten und Mahnmalen erzählt die Stadt von Offenheit, Leid und Neubeginn.

Der neue Shinkansen macht sie heute leichter erreichbar als je zuvor.

Der Bahnhof Nagasaki ist damit mehr als ein Endpunkt, er ist das Tor zu einer besonderen Stadt.

Ein Ortstermin in Nagasaki verbindet die Freude am Bahnfahren mit einem nachdenklichen Blick in die Geschichte.

Nagasaki Station (JR Kyushu) 2010 03 08
Foto: squeuei, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Wann wurde der Bahnhof Nagasaki eröffnet?
Der heutige Bahnhof wurde am 5. April 1905 eröffnet, die ältere Station von 1897 trägt seitdem den Namen Urakami.
Seit wann fährt der Shinkansen nach Nagasaki?
Seit dem 23. September 2022 ist Nagasaki über die Nishi-Kyushu-Shinkansen der westlichste Shinkansen-Bahnhof Japans.
Wohin fahren die Züge von Nagasaki?
Die Kamome-Shinkansen fahren nach Takeo-Onsen, von wo Anschlusszüge weiter nach Hakata führen, der Seaside Liner fährt nach Sasebo.
Was kann man vom Bahnhof aus in Nagasaki entdecken?
Vom Bahnhof erreicht man den Hafen, die Insel Dejima, den Glover-Garten und den Friedenspark im Stadtteil Urakami.
Warum ist Nagasaki berühmt?
Nagasaki war Japans einziger Hafen für den Handel mit Europa und wurde am 9. August 1945 Ziel eines Atombombenabwurfs.

Weiterfahrt

→ Zurück zum Finder

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →