Ortstermin
„Auf Gleis 1 der Triebwagen nach Pfarrkirchen und Passau, bitte Vorsicht bei der Einfahrt.“
Der Bahnhof Eggenfelden, wo die Rottalbahn im alten Backsteinbau hält
→ Ein Ortstermin in Niederbayern.
Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin
Kurz gesagt
Der Bahnhof Eggenfelden ist der ältere von zwei Halten der Stadt und liegt an der Rottalbahn. Von hier sind es nur wenige Minuten zum langen Stadtplatz mit seinem Marienbrunnen.
Eggenfelden ist eine stille Stadt im niederbayerischen Rottal, und ihr alter Bahnhof erzählt von der Zeit, als die Schiene der wichtigste Weg nach draußen war.
Die Rottalbahn hält hier zwischen Feldern und Hügeln, mit Dieseltriebwagen statt Oberleitung.
Ein Ortstermin an einem Bahnhof, der eher nützlich als prunkvoll ist und genau deshalb seinen Reiz hat.

Die Rottalbahn und ihr Takt
Eggenfelden liegt an der Bahnstrecke Passau–Neumarkt-Sankt Veit, die alle hier nur die Rottalbahn nennen.
Die Strecke folgt dem Tal der Rott durch das niederbayerische Hügelland und verbindet die kleinen Städte der Gegend miteinander.
Im Personenverkehr rollen Triebwagen der Baureihe 628 über die Gleise, betrieben von der Südostbayernbahn.
Wer am Bahnsteig steht, hört den Dieselmotor oft lange, bevor der Zug um die Kurve kommt.
Nach Pfarrkirchen ist es nur ein kurzer Sprung, nach Passau dauert die Fahrt deutlich länger.

Der alte Bahnhof und seine Geschichte
Der Bahnhof Eggenfelden ist der ältere der beiden Halte in der Stadt und stammt noch aus dem 19. Jahrhundert.
Um das Jahr 1890 wurde die Anlage erweitert, als die Bahn im Rottal an Bedeutung gewann.
Das Gebäude steht ein Stück abseits des historischen Stadtkerns, wie es bei vielen Bahnhöfen dieser Zeit üblich war.
Backstein und schlichte Fensterreihen prägen den Bau, der eher nützlich als prunkvoll wirkt.
Für die Stadt war der Anschluss an die Schiene lange der wichtigste Draht zur weiten Welt.

Gut zu wissen
Eggenfelden liegt an der Bahnstrecke Passau–Neumarkt-Sankt Veit, die als Rottalbahn bekannt ist.
Neben dem alten Bahnhof gibt es seit 2007 den näher am Zentrum gelegenen Halt Eggenfelden-Mitte.
Im Personenverkehr fahren Dieseltriebwagen der Baureihe 628 der Südostbayernbahn.
Zwei Bahnhöfe in einer Stadt
Seit 2007 hat Eggenfelden einen zweiten Halt, den Haltepunkt Eggenfelden-Mitte.
Er liegt näher am Zentrum und verkürzt für viele Fahrgäste den Weg.
Im Gegenzug gab die Bahn die frühere Haltestelle Gern-Altenburg auf.
So teilen sich heute der alte Bahnhof und der neue Halt die Aufgabe, die Stadt an die Rottalbahn anzubinden.
Dieser Ortstermin bleibt beim alten Bahnhof, der der Stadt einst den ersten Anschluss brachte.

Südostbayernbahn und die Baureihe 628
Die Rottalbahn gehört zum Netz der Südostbayernbahn, die Infrastruktur und Personenverkehr in einer Hand hält.
Für den Güterverkehr ist auf der Strecke DB Cargo zuständig.
Die Baureihe 628 ist ein zweiteiliger Dieseltriebwagen, der auf vielen Nebenbahnen in Bayern unterwegs ist.
Elektrische Fahrdrähte sucht man über der Rottalbahn vergeblich, hier fährt der Zug mit Diesel.
Gerade das gibt der Strecke etwas von der Ruhe einer klassischen Landbahn.

Vom Bahnsteig zum Stadtplatz
Vom Bahnhof sind es nur wenige Minuten zu Fuß in Richtung des langgestreckten Stadtplatzes.
Der Stadtplatz ist das Herz von Eggenfelden und wird von Bürgerhäusern gesäumt.
In seiner Mitte steht der neuzeitliche Marienbrunnen, der dem Platz einen Mittelpunkt gibt.
Cafés und Geschäfte reihen sich entlang der Häuserfronten.
An Markttagen und bei Festen füllt sich der Raum mit Menschen aus der ganzen Umgebung.

Das Grabmeiertor und die alten Mauern
Von den einst vier Stadttoren ist allein das Grabmeiertor erhalten geblieben.
Es erinnert daran, dass Eggenfelden einmal ein befestigter Markt mit eigenen Rechten war.
Die Wittelsbacher bauten den Ort im Mittelalter zu einem Wirtschaftsmarkt aus.
Das Tor ist heute ein beliebter Punkt für einen Blick in die Altstadt.
Wer durch die Gassen geht, stößt immer wieder auf Spuren dieser langen Geschichte.

Schloss Gern und die Feste
Im Gemeindeteil Gern liegt ein Schloss mit einem weitläufigen Schlosspark.
Dort finden im Sommer die Mittelaltertage Gern statt, am letzten Juniwochenende.
Ein Freiluftkino im Schlosspark und die Veranstaltungsreihe Gerniale locken ebenfalls Besucher an.
Im Juli färbt sich der Stadtplatz beim Fest Eggenfelden in Weiß, wenn die Gäste in weißer Kleidung zusammenkommen.
Der Park lädt auch außerhalb der Feste zu einem ruhigen Spaziergang ein.

Die Stadt und ihre Geschichte
Eggenfelden wurde im Jahr 1902 zur Stadt erhoben.
Bis 1972 war es die Kreisstadt eines eigenen Landkreises, ehe diese Rolle an Pfarrkirchen überging.
Heute gilt Eggenfelden als die größte Stadt und das wirtschaftliche Zentrum im Landkreis Rottal-Inn.
Ein digitales Innovationszentrum namens RegioLab brachte der Stadt 2016 eine Auszeichnung im nationalen Städtebau ein.
Die Lage im fruchtbaren Rottal prägt die Region bis heute.

Ankommen in Eggenfelden
Wer in Eggenfelden ankommt, steigt an einem Bahnhof aus, der seine besten Jahre im Dampfzeitalter hatte.
Vom Bahnsteig führt der Weg in eine Stadt, die Marktgeschichte und moderne Ideen verbindet.
Ein Bummel über den Stadtplatz, ein Blick auf das Grabmeiertor und ein Abstecher nach Gern füllen einen Tag gut aus.
Am Abend bringt die Rottalbahn ihre Fahrgäste wieder zurück nach Pfarrkirchen oder Passau.
Eggenfelden ist ein lohnender Halt für alle, die das stille Niederbayern mögen.

Häufige Fragen
An welcher Strecke liegt der Bahnhof Eggenfelden?
Hat Eggenfelden mehr als einen Bahnhof?
Welche Züge fahren auf der Rottalbahn?
Was kann man in Eggenfelden sehen?
Seit wann ist Eggenfelden eine Stadt?
Weiterfahrt
→ Ortstermin: Bahnhof Landshut – die Kreisstadt des Landkreises Rottal-Inn an derselben Strecke
→ Ortstermin: Der Bahnhof Landshut – die niederbayerische Bezirkshauptstadt an der Isar
